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glowing train


Die Station Candidplatz ist vor allem eines: bunt. Wände und Decken tragen ein regenbogenartigen Farbverlauf. Die Säulen in der Mitte des Bahnsteigs folgen diesem diesem Farbschema ebenfalls, heben sich durch die Umhüllung mit Glasscheiben leicht vom Hintergrund ab.

Verstärkt durch die Kurvenlage der Station ergibt sich der Effekt, dass je nach Standort und Blickwinkel entweder eine bestimmte Farbe die Wahrnehmung dominiert oder – nämlich dann wenn man den Bahnsteig in ganzer Länge überblickt, sich dann der “Regenbogeneffekt” einstellt.

Bei all dieser Farbenpracht fällt ein weiteres architektonische Detail gar nicht so stark auf: Die ungewöhnliche Form der Stationsdecke rührt daher, dass auf einer Seite direkt über dem Gleis ein Hauptabwasserkanal verläuft. Um die Symmetrie zu erhalten, wurde die dafür notwendige Abstufung auch auf der anderen Seite eingebaut.

Benannt ist die der Platz und damit auch die Ubahnstation nach dem flämischen Maler Pietro Candid, der in München gewirkt hat. Dass dort hinter den Säulen gelegentlich Fotografen lauern, um unbemerkt Passanten abzulichten, hat mit der Benennung nichts zu tun.

Weitere Bilder im Flickr-Set:


Alle Bilder des Ubahn-Projekt in der Flickr-Collection.

Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Candidplatz.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts: Teaser, Westfriedhof, Lehel, Marienplatz, Messestadt West


Beim Projekt 52 geht es darum, jede Woche zu einem vorgegebenem Thema ein Bild zu zeigen und vielleicht ein kleine Geschichte zu erzählen. In diesem Jahr ist neu hinzu gekommen, dass auf den Bildern immer ein bestimmte Figur zu sehen sein soll. Nun ist nicht so mein Ding, gestellte Bilder mit Kuscheltieren zu machen, schon gar nicht das ganze Jahr lang. Deshalb bin ich diesmal nicht dabei.

Aber im letzten Jahr 2009 war ich – zwar nicht regelmäßig jede Woche – letztlich aber konsequent 52 mal dabei. Es war nicht immer einfach, eine Bildidee zu dem vorgegebenen Stichwort zu finden, aber immer sehr inspirierend. Ich wünsche Sari und ihrem Projekt alles Gute – vielleicht bin ich ja 2011 wieder dabei.

Und warum jetzt noch ein solcher verspäteter Jahresrückblick? Ganz einfach: Mein Projekt 52 hat es aus dem Internet heraus zwischen zwei Buchdeckel geschafft. Jedes Wochenthema hat eine Doppelseite bekommen, für Bild und Text.

Irgendwann in der vergangen Woche ist es bei mir eingetrudelt und ich bin begeistert. Ein echtes Hardcoverbuch mit Schutzumschlag, sauber gebunden und gedruckt. Bei mir bekommt es einen Ehrenplatz auf einem Buchständer – und jede Woche schlage ich eine neue Seite auf.

Ach so: Wem meine Bilder oder Texte gefallen, oder wer einfach einen armen Blogger unterstützen möchte, kann das Büchlein auch kaufen. Macht glücklich, versprochen!


Jede Woche ein Bild
By Lars Hilscher

lounge


Wo heute die Hallen der Messe München stehen war noch bis Anfang der 1990er der Flughafen München Riem. Dieser war aber zu klein geworden, lag zu nah an der Stadt und wurde deshalb nach weit draußen im Erdinger Moos in vielfacher Größe neu gebaut.

Auf den frei gewordenen Flächen wurde nicht nur die neue Messe errichtet, sondern südlich davon auch ein ganz neuer Stadtteil, die Messestadt Riem.

Schon im Ubahnhof Messestadt West – einer der beiden Stationen, die dieses neue Stadtviertel erschließen – fällt auf, wie bemüht die Stadtplaner und Architekten hier waren, dem Quartier den Nimbus von Urbanität und weltmännischer Offenheit zu geben.

Der Bahnsteig ist eine sehr hohe, und damit offen wirkende Halle. Der Beton der Wände ist rau belassen worden, aber in verschiedenen Rottönen gehalten. Über eine opulente Freitreppe gelangt man auf einen großzügig angelegten Platz, dessen einziger Anlieger ein zwar sehr großes, letztlich aber sehr gewöhnliches Einkaufszentrum ist.

Auch die Messelounge hätte schon durch ihre Lage und ungewöhnliche Architektur – einer galerieartigen Glasfront über dem Ubahngleis – das Zeug zu einem exklusiven Treffpunkt für die Messebesuche. Ein Ort mit internationalem Flair, an dem man spürt, dass man sich in einer Metropole befindet. Sicherlich war dies auch die Intension der Erbauer.

Leider hat das anscheinend nicht ganz geklappt, inzwischen residiert dort eines jener mindestens zwielichtigen Lokale, in dem labilen Menschen die letzten paar Groschen von bunt blinkenden und laut dudelnden Glücksspielautomaten aus der Tasche gezogen werden.

Weitere Bilder im Flickr-Set:


Alle Bilder des Ubahn-Projekt in der Flickr-Collection.

Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Messestadt West.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts: Teaser, Westfriedhof, Lehel, Marienplatz



take a pic


Der Marienplatz liegt mitten in der Innenstadt und ist der Umstiegspunkt zwischen der in Ost-West-Richtung verlaufenden S-Bahn und den Nord-Süd-Linien der Ubahn. Wer sich in München mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegt, kommt also irgendwann zwangsläufig hier durch.

Die Station fällt vor allem durch die kräftig leuchtendem Orange gekachelten Wände auf. Und so kommt es, dass auch in dieser Station relativ viel fotografiert wird – anders als am Westfriedhof, wo man als Besucher der Stadt schon gezielt hinfahren muss, gerne auch mit den typischen Kompaktkameras der Gelegenheitsknipser.

Dagegen gibt auch nichts einzuwenden, im Gegenteil: Auch ich habe bei einigen Bildern, die dort entstanden sind, technisch einen Gang zurückgeschalten und den Lensbaby Composer auf die Kamera geschraubt. Der fehlende Autofokus hat zwar meine Ausschussrate exorbitant erhöht. Dafür haben die gelungen Ergebnisse schöne Schärfeverläufe, die man mit einer “Ich mach mal immer alles scharf”-Kompaktkamera eher schwer hinbekommt.

Weitere Bilder im Flickr-Set:


Alle Bilder des Ubahn-Projekt in der Flickr-Collection.

Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Marienplatz.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts: Teaser, Westfriedhof, Lehel


Das Letz hat genossen

Die erste Tübinger Bloglesung “Das Letz niest” ist Geschichte. Im Anschluss an die Veranstaltung hatte ich Gelegenheit, mit dem Vortragenden meiner hier veröffentlichten Texte mal Tacheles zu sprechen ein kurzes Interview zu führen:


Eldersign: Na, das war wohl nix, oder?

Lars Hilscher: Doch, wieso?

Eldersign: Naja, selbst um die Zugabe betteln, wie erbärmlich ist das denn?

Lars Hilscher: Du hast doch darauf bestanden, dass ich den “Verloren“-Text unbedingt noch lese! Dir kann man´s auch nicht recht machen.

Eldersign: Ja, okay. Du hättest die Frage zur Mühlstraße ja beantworten können. “Ist mir egal.” – Wer soll dir das denn glauben?

Lars Hilscher: Du weiß genau, dass es stimmt. Nun tu bloß nicht so. Außerdem wollten wir doch endlich nach dreieinhalb Jahren mal erklären, warum du “Eldersign” heißt. Wieso haben die das eigentlich nicht gefragt? Du wolltest das doch mit Uli vorher klären…


Eldersign: Ähhh, ja. Apropos Uli: Wie fandest Du denn den Auftritt von Uli und Wolfgang?

Lars Hilscher: Das war ja wohl nicht ganz fair.

Eldersign: In wie fern?

Lars Hilscher: Naja… einfach zu singen! Auf einer Lesung. Hätte bloß noch gefehlt, die hätten die Multimedia-Pyro-Show gestartet und dazu Gogo-Girls tanzen lassen. Tja, wer sowas nötig hat…

Eldersign: Du bist doch nur neidisch!

Lars Hilscher: Stimmt.

Eldersign: Ge´, die waren super?

Lars Hilscher: Ja, verdammt. Darum hab ich ihnen mit der Herzdame zusammen auch ihr letztes Buch abgekauft. Jetzt werden wir ein schönes Plagiat schreiben und dem Literaturnobelpreis steht nichts mehr im Wege.

Eldersign: Hey, und was mach ich dann?

Lars Hilscher: Keine Angst, dich brauch ich weiter zu Promotionzwecken. Ohne Alter Ego im Netz ist man doch ein Niemand.

Eldersign: Das ist jetzt aber aber in großen Teilen Publikumsbeschimpfung!


Lars Hilscher: Na guck dir die Nasen doch mal an! Die denken doch “Internet” hat was mit “intern” zu tun und gucken deshalb nicht da rein.

Eldersign: Jetzt wirst du wirklich unfair.

Lars Hilscher: Ja, das kann ich gut. Aber wir werden ja sehen, wie viele sich hier oder auf den anderen Blogs noch äußern werden. Ist auch egal wie: lieber beschimpft werden, als gar kein Feedback.

Eldersign: Da wird schon bisl was kommen. Immerhin wurde sogar live getwittert.

Lars Hilscher: Naja, vom Schnapper. Der heißt so wegen seiner seltenen nervösen Muskelkrankheit, dem sgn. “Schnappdaumen”. Sein rechter Daumen macht ständig unwillkürlich Tippbewegungen. Er muss nur noch das iPhone drunter halten und die Tweets generieren sich selbstständig. Unterbrochen wird das nur von gelegentlichem Gegacker.

Eldersign: Ah, jetzt wird mir einiges klar.

Lars Hilscher: Schön. Können wir jetzt mal zu den wichtigen Personen dieses Abends zurückkommen? Gnasselbar (oder so…), drni oder der Unaussprechliche vielleicht?


Eldersign: Hast ja recht. Übrigens: “Der Unausprechliche” passt super zu “Eldersign”. Aber das will ja auch wieder keiner wissen.

Lars Hilscher: *seufz*

Eldersign: Schon gut…: Also, Dein Kommentar zum Auftritt von – wie auch immer der jetzt heißt?

Lars Hilscher: Kontrastreich. Im direkten Gespräch kam der mir gar nicht so düster und melancholisch vor, wie seine Texte.

Eldersign: Naja, der macht das vielleicht wie wir. Nur das er Fröhlichkeit und Melancholie auf sich und seine Netzidentität verteilt, und nicht Intelligenz und Dummheit – so wie wir.

Lars Hilscher: Ach, und wäre es so – was, glaubt denn der feine Herr Eldersign, wohl abbekommen zu haben?

Eldersign: Wie auch immer. Ein wenig pointierter hätte es hier und da sein können, oder?

Lars Hilscher: Stimmt schon, aber Pointen sind ja auch nicht gerade deine Stärke.

Eldersign: Naja, jedenfalls nicht am Schluss… Gutes Stichwort: zum Schluss kam der Taubenvergrämer


Lars Hilscher: Das mal ne echte Rampensau. Sein Zeug ist auf der Bühne auch viel besser aufgehoben als in einem Blog. Zum Lesen ist das manchmal etwas zäh, aber vorgetragen feinste Comedy. Dafür würde sogar ich Eintritt zahlen.

Eldersign: Jetzt komm´ mal wieder runter, der kocht doch auch nur mit Wasser.

Lars Hilscher: Da wäre ich mir nicht so sicher. Wie souverän der sich z.B. aus der Affäre gezogen hat, als er an der Bar versehentlich einen Schluck aus meinem Bier genommen hatte! Musst dir mal vorstellen, da sagt der einfach: “Oh, ´tschuldigung.”

Eldersign: Du hast sie doch nicht mehr alle!

Lars Hilscher: Hmpf.

Eldersign: Abschließende Frage: Würdest Du´s wieder tun?

Lars Hilscher: Nur, wenn es mehr Erdnüsse gibt.

(Die Fotos hat diesmal Pierre F. geschossen, ich habe ihnen lediglich die Farbe geraubt.)


vanishing point


Beim Ausstieg aus dem Ubahnzug im Bahnhof Lehel war ich zunächst ein wenig enttäuscht. Das sollte einer der interessantesten Ubahnhöfe Münchens sein? Den Eindruck machte er erstmal nicht. Weiß gekachelte Wände, eine einfache lange Reihe Neonröhren zur Beleuchtung. Nichts besonderes. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick.

Auf den zweiten entdeckt man dann verschiedene Skulpturen, die sich auf unterschiedliche Weise in das gelbe Stationsband integrieren. Es handelt sich dabei um Repliken von Kunstwerken, die den Museen um Umfeld der Station ausgestellt sind.

Nun bin ich kein ausgeweisener Kenner und Freund antiker Kunst, aber einer andere Aspekt dieses Bahnhofs faszinierte mich dann doch:

Die Station befindet sich unter einem dicht bebauten Altstadt-Viertel und kurz vor der Isar-Unterquerung. Sie liegt darum relativ tief in der Erde und wurde nicht in offener Bauweise errichtet, sondern bergmännisch vorrangetrieben.

Er besteht aus zwei Bahnsteigtunneln, die durch Quertunnel miteinander verbunden sind. Auffällig sind die runden Formen dieser künstlich geschaffenen Höhlen. Ungewohnt, sich in solchen Strukturen aufzuhalten – wir sind es eben gewohnt, uns in Quadern zu bewegen. Die Gerade und der rechte Winkel sind die Normalität unserer Gebäude. Hier ist das anders.

Betrachtet man den Bahnsteigtunnel von einem Ende zum anderen, sieht man formlich vor sich, wie sich die Tunnelbohrmaschine durch den Boden frisst.

Weitere Bilder im Flickr-Set:


Alle Bilder des Ubahn-Projekt in der Flickr-Collection.

Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Lehel.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts: Teaser, Westfriedhof


Bevor morgen die Vorhut meines eigens einbestellten Fanclubs bei mir eintrifft und ich keine Zeit dazu finde, hier noch ein wichtiger Hinweis:

Am Samstag, den 13.02.2010 findet ab 20:00 Uhr im Tübinger Club Voltaire ein Bloglesung mit dem magischen, unglaubliche, revolutionären, extraordinärem, fantastischen und großartigem Namen “Das Letz niest”.

Neben dem Taubenvergrämer, DrNi, den Jungs vom Diablog und Jo (der so schlau ist nichts vorzulesen, sondern lieber seine Fotos ausstellt) werde auch ich mich dort gnadenlos blamieren gekonnt in Szene setzen.

Das sollte sich also keiner entgehen lassen. Allemal besser als als Karneval, Fasnet, Fasching und das Fernsehprogramm zusammen.


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