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Einsiedel retten!

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Da hier in meinem digitalen Heimathafen schon immer die verschiedensten Schiffe anlegen (will sagen: hier ist gehts ja thematisch eher gemischt zu), hab ich mal ein kleines und gänzlich monothematisches Tumblr-Blog aufgesetzt mit einem ganz speziellen Thema: Einsiedel retten!

Die Daimler AG plant, auf den Flächen des Hofguts Einsiedel eine sogenanntes Prüf- und Technologiezentrum, ohne geschwurbeltes Marketingsprech: eine Teststrecke, zu bauen. Dass ich hier in ummittelbarer Nachbarschaft wohne, ist nur ein Grund, warum ich da ganz massiv was dagegen habe und nun ein wenig gegen anschreibe und versuche, Informationen und Berichte zu diesem Thema zu bündeln und zu kommentieren.

Also schaut drüben mal rein, bei

Einsiedel retten!

Links, Tweets und ähniches Aufmerksamkeitserzeugungsgedöns wird natürlich gerne gesehen.

Vielleicht (DLN6)

Ja, vielleicht ist Tübingen zu hügelig, vielleicht sind es aber gerade die Hügel, die Martha und Frauke zum Erfolg verholfen haben. Vielleicht liest man sich nach21 lieber noch eine Gutenachtgeschichte vor. Sonst landet man vielleicht noch im Argwohnheim. Vielleicht müssen die Veranstalter doch nicht verzweifeln, da vielleicht Chronisten- und Vaterpflichten doch irgendwie vereinbar sind, zumindest an einem Sonntagabend. Vielleicht nimmt also der Chronist – wie angekündigt – nach einmaligen Fehlens wegen Ehelichens der Herzdame, endlich wieder teil an jener vielleicht illustren Veranstaltung namens “Das Letz niest”.

Sonntag, 02 Oktober 2011

20:00 Uhr

Zimmertheater Tübingen

Vielleicht.

201109270020.jpg

Opel: Kinder nicht vorgesehen

Vorhanden sind:

1 Baby

1 Babyschale, genauer ein Maxi Cosi Pebble, genau der Sitz, den gefühlt alle Eltern benutzen, den Sieger scheibar sämtlicher Produkttests, ein absolutes Standardprodukt also.

1 Auto, genauer ein Opel Corsa C, Baujahr 2000

Man sollte ja meinen, mit diesen Zutaten wäre es kein Problem das Baby flexibel über längere Entfernungen zu befördern. Weit gefehlt:

Erster Versuch: Die Rückbank.

Wird überall empfohlen und ist ja auch naheliegend. Kind sitzt hinten, die Mutter daneben und kann sich kümmern ohne Verrenkungen. Da Fahrer ist vorn ungestört und kann sich aufs Fahren konzentrieren. Nicht aber bei Produkten der Fa. Opel: Der Gurt hinten ist zu kurz für das Standardprodukt Maxi Cosi. Man bekommt den Gurt zwar irgendwie rum, dann ist die Schale aber so steil, dass das Baby fast senkrecht steht.

Eine preisgünstige Gurtverlängerung wird nicht angeboten, nur ein kompletter längerer Gurt. Preis inklusive Einbau: 350 – 400 Euro.

Zweiter Versuch: Der Beifahrersitz.

Zwar nicht ganz so optimal wie die Rückbank, wegen Mutter, kümmern, Ablenkung des Fahrers uns so. Aber besser als nichts. Getestet, passt. Gurt ist lang genug. Immerhin.

Nur der Airbag muss noch ausgeschaltet werden. Mal sehen was die Bedienungsanleitung dazu sagt: Blablabla… Kindersicherheitssystem… Kindersitz wird automatisch erkannt… verwenden Sie ausschließlich Opel-Kindersitze mit Transponder! What?

Auf Nachfrage in der Opel Vertragswerkstadt bestätigt sich nach einigem Hin und Her der böse Verdacht. Die Abschaltung des Beifahrerairbags ist nicht vorgesehen. Sie lässt sich auch nicht durch Abklemmen der Kabel noch rabiateren Methoden erzwisngen, weil dann der Bordrechner einen Fehler erkennt. Ein handelsüblicher Kindersitz kann nicht verwendet werden, nur spezielle Kindersitze mit Transponder von Opel. Kostenpunkt ca. 270 Euro.

Liebe Firma Opel, scheinbar nehmt ihr euren Slogan “Wir lieben Autos” etwa zu wörtlich. Es könnte nicht schaden auch euren Kunden ein wenig mehr Zuneigung zu schenken. Dann würdet ihr vielleicht auch erkennen, was wirklich gebraucht wird. Raus aus dem Motorsport, rein in die Kitas!

Eine Firma, die Autos herstellt, bei der die Mitnahme von Kindern eine teure Sonderausstattung ist hat eine Menge verdient, aber nicht, auf Kosten der Allgemeinheit vor dem wohl verdienten Ende gerettet zu werden.

Gute B-Note im zweiten Versuch

Seit ein paar Tagen spukte mir ein Blogeintrag mit dem Titel “Datenschutz durch Hässlichkeit” oder so durch den Kopf, den ich nun leider nicht mehr schreiben kann. Es sollte dabei um folgendes gehen:

Meine geliebte Lokalzeitung, das Schwäbische Tagblatt, hat offenbar den Datenschutz für sich entdeckt und hat die Social-Media Pugins (Facebooks like-, googles +1- und ein Twitter-Button) in der von heise.de empfohlene 2-Klick-Methode umgesetzt. An sich löblich, allerdings war die Umsetzung von einer geradezu himmelschreienden Hässlichkeit. Ellenlange, sich weitgehend wiederholten, nahezu unformatierte Erklärungstexte unter jedem Artikel, dazwischen fast unsichtbar die ausgegrauten Buttons. So in etwa:

Bildschirmfoto 2011-09-16 um 00.23.30.png

(Screenshot aus archive.org, die Platzhalter waren die bekannten Buttos. Wen jmd. einen besseren Screenshot hat, immer her damit!))

Eine Steilvorlage für einen hämischen Rant, eigentlich.

Und nun seht euch das an:

Bildschirmfoto 2011-09-15 um 23.50.09.png

Hübsch, oder?

Mouseover zeigt die Erläuterungstexte:

Bildschirmfoto 2011-09-16 um 00.03.42.png

Per Klick auf den Schiebeschalter werden die Buttons aktiviert (und auch wieder deaktiviert), danach kann man wie gewohnt liken, twittern oder +1en.

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Für die Spakeria-Anhänger gibt es auch die Option, die Buttons permanent zu aktivieren:

Bildschirmfoto 2011-09-16 um 00.09.40.png

Bleibt zu hoffen, dass im Hintergrund auch wirklich das passiert, was suggeriert wird – nämlich nur bei aktiver Nutzung Daten an Facebook, Google oder Twitter zu senden. Das richtig einzuschätzen oder zu prüfen, dazu fehlt mir der technische Sachverstand.

So dem so ist, hat das Tagblatt hier eine wirklich vorzeigbare und gut und intuitiv benutzbare Lösung für das 2-Klick-Problem.

Pro Tipp: Nächstes mal erst online gehen, wenn´s fertig ist. Die hässliche Zwischenlösung war auch für 2 Tage nicht zu ertragen.

Gerade sehe ich noch: Den Code gibt direkt bei Heise, also war da wohl nur noch Copy-Paste an die richtigen Stellen zu machen. Trotzdem bin ich vom Tagblatt positiv überrascht, vor allem nach der halbgaren Zwischenlösung. Das Facebook diese Lösung (zunächst) nicht gut fand, haben doch bestimmt auch alles schon mitbekommen?

Erfasst

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Identifikationsnummer auch Kindern zugeteilt wird. Dies wird erforderlich, weil schon ab Geburt eine Steuerpflicht begründet sein kann.

Nein, liebes Bundeszentralamt für Steuern, da hält sich mein Verständnis in Grenzen. Der kleine Mensch ist noch nicht mal einen Monat alt.

Nach dem Hagelsturm

after the hailstorm V

… kramten sämtliche Nachbarn sofort die Schneeschieber raus und begannen, kollektiv die Wege vom Eis zu befreien. Nicht dass es bei sommerlichen Temperaturen auch von alleine innerhalb kurzer Zeit tauen würde. Mich zog es dagegen, natürlich mit der Kamera am Auge, raus auf die Felder und Wiesen. Dort hatte sich sofort recht starker Dunst gebildet und sorgte, zusammen mit der tief stehenden Abendsonne und den leichten Verwüstungen, die der Hagel hinterlassen hatte, für eine ganz besondere Stimmung.

after the hailstorm III

gespenstisch

after the hailstorm VI

natürlich auch mit Regenbogen

after the hailstorm VII

etwas hat überlebt

Mehr auf flickr

Sperrgebiet

Der Zeitzer Forst, in dem ich meine Kindheit verbracht habe, war zum größten Teil ein Übungsplatz der Westgruppe der Roten Armee. Obwohl unsere Eltern uns stets verboten hatten, “raus bei die Russen” zu gehen, waren Panzer, Handgranaten, Sturmgewehre für uns alltäglich Besonders später als Teenager empfanden wir es als großes Abenteuer, mit den Soldaten in ihren Feldlagern zu hocken, Abzeichen oder später auch Munition einzutauschen – gegen Essen, Schnaps oder Oben-ohne-Heftchen. Später kam auch schon mal ein Fahrzeugtausch zustande: Kamerad fahren Moped, ich fahren Panzer!

Lustig war da das ganze in Wahrheit aber trotzdem nicht. Hin und wieder kam es zu sexuellen Belästigungen, schlimmeres als Exhibitionismus ist mir aber nicht bekannt. Aber mindestens zwei Kinder meine Generation aus unserem 300-Einwohner-Dörfchen haben das ganze nicht überlebt. Verkehrsunfälle, denn für die “Freunde” gab es sowas wie Verkehrsregeln nicht, da waren sie auch Ende der 80er noch ganz Besatzer.

Mit Abzug der ehemals Sowjet-, dann GUS-Truppen wurde es ruhig im Zeitzer Forst. Die kyrillischen Schilder wurden alsbald durch deutsche ersetzt: “Militärischer Sicherheitsbereich, Betreten Verboten”. Interessiert hat es keinen, den de facto war keine Armee da, die miltärische Nutzung ruhte.

Dennoch gab es schon seit der Wende im Zeitzer Forst Osterdemos und Forderungen, die militärische Nutzung auch offiziell aufzugeben.

Seit Deutschland nun wieder aktiv Kriege führt, scheint sich auch die Bundeswehr wieder mehr für ihr ungenutztes Gelände im Zeiter Forst zu interessieren. Zwar steht der zugehörige Standort in Gera offenbar auf den Streichlisten des Verteidigungsministeriums, dies hindert die Bundeswehr aber offenbar nicht daran, für selbigen eine milionenteure Standortschießanlage im Zeitzer Forst neu bauen zu lassen und dafür auch noch großflächig Wald zu roden.

Das Genehmigungsverfahren scheint ähnlich transparent gewesen zu sein, wie der Bau der intergalaktischen Umgehungsstraße in “Per Anhalter durch die Galaxis”. Und so kommt der notwendige Widerstand gegen das Vorhaben leider ziemlich spät in Fahrt. Aber er kommt, und das aus guten Gründen, Lärm ist dabei nur der Vordergründigste.

Niemand, der die militärische Nutzung der Gebiets selbst miterlebt hat, möchte so etwas wieder erleben. Für die Bewohner der umliegenden Dörfer war es ein wesentliche Errungenschaft der Wende, dies beendet zu haben. Das sich nun wieder eine Armee dort breit machen, mit scharfen Waffen rumballern und Menschen das töten beibringen will, ist nicht hinzunehmen.

Hinzu kommt, das nach Ende der Wehrpflicht nur noch Freiwillige dort ausgebildet werden. Vielleicht bin ich paranoid, aber Menschen, die sich freiwillig zum Militär melden, traue ich nicht über den Weg. Schon gar nicht wenn sie bewaffnet sind. Ich halte diese Leute für ein öffentliche Gefahr.

Und mir komme jetzt niemand mit “Kaufkraft”, “Arbeitsplätze” und “wirtschaftliche Vorteile”. Da eine Armee nichts produziert, außer Leid, ist sie niemals ein Wirtschaftsfaktor, allenfalls ein riesiger gesamtwirtschaftlicher Kostenblock ohne Nutzen.

Am kommenden Donnerstag, 01. September hat die Bürgerinitiative “Kein Schuss im Zeitzer Forst” zu Demo aufgerufen. Die Bundesstraße B2 soll dort, wo die Militärkonvois auf dem Weg zur Schießanlage in Richtung Zeitzer Forst abbiegen würden, für eine halbe Stunde von 17:30 Uhr bis 18:00 Uhr blockiert werden.

Da ich inzwischen 600 km weiter südöstlich ansässig bin, kann ich leider nicht teilnehmen. Was ich kann, ist mitzuhelfen die Sache bekannter zu machen. Also bitte verlinkt, retweetet, schreibt ab- und geht, so ihr könnt, zu Demo! Die Zahl der direkt Betroffenen ist leider ein wenig geringer als bei z.B. bei diesem merkwürdigen Bahnhof in Stuttgart, daher wird es schwer, gegen Staat und Armee anzukommen. Jede Unterstützung kann helfen.

Links:

Bürgerinitiative “Kein Schuss im Zeitzer Forst”

Pressebericht zur Demo am 01. September 2011

Pressebericht zur Entwicklung des Bundeswehrstandorts Gera

Artikel bei bundeswehr-monitoring.de

Infos zum Zeitzer Forst

Karte:

A = Ort der Demo

B = ungefährer Standort der geplanten Schießanlage

Das Waldgebiet zwischen den Orten Breitenbach, Ossig, Lonzig, Lessen, Nickelsdorf und Koßweda ist der Zeitzer Forst. Für den weitaus größerern Teil, westlich der Straße Breitenbach – Lonzig, besteht ein Betretungsverbot wegen ehemaliger oder noch andauerndern militärischer Nutzung.


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