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		<title>Ganz Loretto eine Klinik?</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 21:41:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eldersign</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bus und Bahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Angefangen hat es mit Sportstadien und Veranstaltungshallen. Die hei&#223;en pl&#246;tzlich nicht mehr Volksparkstadion oder Betzenberg, sondern Versicherungsfritze-Arena oder Telefonbuden-Welt. Dr&#252;ben bei Spreeblick wurde das Thema auch mal wieder angeschnitten, und dort wird richtig der Zweck solcher Umbenennungen beschrieben: Die Allianz-Arenen und O2 Worlds dieser Welt zwingen jede Berichterstattung, jeden Veranstaltungshinweis zur Erw&#228;hnung der Markennamen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angefangen hat es mit Sportstadien und Veranstaltungshallen. Die hei&#223;en pl&#246;tzlich nicht mehr Volksparkstadion oder Betzenberg, sondern Versicherungsfritze-Arena oder Telefonbuden-Welt. Dr&#252;ben bei Spreeblick wurde das Thema auch mal wieder <a href="http://www.spreeblick.com/2008/09/11/mitten-in-berlin/">angeschnitten</a>, und dort wird richtig der Zweck solcher Umbenennungen beschrieben:</p>
<blockquote>
<p>Die Allianz-Arenen und O2 Worlds dieser Welt zwingen jede Berichterstattung, jeden Veranstaltungshinweis zur Erw&#228;hnung der Markennamen und damit zur kostenlosen Werbung und sorgen f&#252;r den schleichenden Einzug der Markennamen in den allgemeinen Sprachgebrauch.</p>
</blockquote>
<p>Ich versuche mich dem m&#246;glichst zu verweigern, denn wenn ich schon f&#252;r irgendwen Werbung machen soll, m&#246;chte wenigstens daf&#252;r bezahlt werden</p>
<p>Leider findet dieser Ausverkauf der &#246;ffentlichen Sprache auch in T&#252;bingen, wo man sich ja grunds&#228;tzlich f&#252;r sehr alternativ und was ganz besonderes h&#228;lt, bereits statt. Die lokale <a href="http://www.tuebingen.de/21_10791.html">Turnhalle</a>, wurde nicht &#8211; wie ich zun&#228;chst vermutet hatte &#8211; nach einem mehr oder minder bedeutenden Sohn der Stadt benannt, sondern nach einem &#246;rtlichen metallverarbeitenden Unternehmen</p>
<p>Nochmals leider geh&#246;rt es zu meinen beruflichen Aufgaben, bei Veranstaltungen in dieser Halle Shuttleverkehre zu organisieren und auch entsprechende Fahrgastinfomationen zu erstellen. Nun w&#252;rde ich gerne auch dort statt des offiziellen, aber nur gekauften Namens alternative Bezeichnungen verwenden. Doch es w&#228;re sicherlich mindestens eine Abmahnung wert, wenn pl&#246;tzlich auf den Fahrpl&#228;nen der Name &#8220;Metallklitschen-Turnhalle&#8221; auftauchen w&#252;rde.</p>
<p>Auch in der &#214;PNV-Branche selbst gibt es derlei Tendenzen auch, vorgemacht haben es die Stadtwerke Bonn, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SWB_Bus_und_Bahn#Liniensponsoring">verkaufen die Namensrechte ganzer Linien</a>, weshalb man das zweifelhafte Vergn&#252;gen hat in magentafarbenen Fahrzeugen mit dem ex.Bundespost-Express in Richtung Siegburg zu zuckeln.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Zur&#252;ck nach T&#252;bingen und zum eigentlichen Thema dieses Artikels:</p>
<p>Hier gibt es ein nettes kleines Stadtviertel namens <a href="http://www.loretto-areal.de/">Loretto</a>, eine ehemalige Kaserne &#8211; und abgesehen davon, dass es dort keine, und falls doch, keinen bezahlbaren Wohnraum gibt, ist es da wirklich sehr chic. Dort steht die Volkshochschule, eines der viel zu wenigen guten Hotels, ein Tanz- und Kulturzentrum, viele kleine L&#228;den und Gewerbetriebe &#8211; und auch eine chirurgische Privatklinik, die hei&#223;t sinnvoller Weise &#8220;Loretto-Klinik&#8221;.</p>
<p>Auf deren Betreiben hin wurde im letzten Jahr die wichtigste Bushaltestelle des Viertel von &#8220;Katharinenstra&#223;e&#8221; in &#8220;Loretto&#8221; umbenannt. Damit weicht man nat&#252;rlich vom bew&#228;hrten Prinzip ab, Haltestellen soweit wie m&#246;glich nach der den Linienweg an dieser Stelle querenden Stra&#223;e zu benennen, ab. Aber sei es drum, so verkehrt ist das gar nicht. Gut Idee, als sind gl&#252;cklich.</p>
<p>Zumindest fast. Denn jetzt &#8211; der n&#228;chste Fahrplanwechsel und damit die Chance auf Umbenennungen steht an &#8211; m&#246;chte die Klinik eine nochmalige Umbenennung der Haltestelle, der Zusatz &#8220;-Klinik&#8221; fehle. Die Argumente waren grob zusammengefasst: Wir sind wichtig, wir haben viele Besucher, wir haben einen &#246;ffentlichen Versorungsauftrag und andere T&#252;binger Kliniken haben auch ihren Namen als Haltestelle. (Mit dem Unterschied, das die angesprochene Klinik quasi auf der Gr&#252;nen Wiese steht und in weitem Umkreis einfach nichts da ist, nach dem man die Haltestelle benennen k&#246;nnte, nicht mal eine Querstra&#223;e.) Und gerade dieses Argument zeigt ja deutlich, dass es hier um kommerzielle Interessen geht. Aber dann k&#246;nnte man wenigstens man anbieten, die Namensrecht zu kaufen, und nicht billig &#252;ber eine politischen Beschluss sein Ziel zu erreichen.</p>
<p>Die Sache wurde heute im Verkehrsbeirat diskutiert, und f&#252;r mich unerwartet gab es eine Mehrheit f&#252;r die Umbenennung. nach l&#228;ngerer sinnbefreiter Diskussion, mit welchen Sonderzeichen man diese schleichende Kommerzialisierung der Sprache zumindest ein wenig kaschieren k&#246;nnte. Lediglich die Bemerkung eines offenbar im Loretto wohnenden Gemeinderats, dass die Anwohner dagegen seien, und zwar &#8220;alle!&#8221;, f&#252;hrte zu einer Quasi-Vertagung der Angelegenheit. Der Beschluss erging als Empfehlung an den S&#252;dstadtausschuss, der dann <a href="http://www.tuebingen.de/ratsdokumente/25_25771.html">n&#228;chste Woche</a> entscheiden soll. Ich bin gespannt.</p>
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		<title>Schachtelsatz-Avantgarde</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 20:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eldersign</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der dreckige Rest]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer dann, wenn ich mal meine eigenen Artikel mit etwas zeitlichem Abstand selbst noch einmal lese &#8211; was eigentlich nur dann passiert, wenn ich sicher sein kann, das der Artikel tats&#228;chlich auch einen Leser hatte. sprich wenn dieser kommentierte &#8211; muss ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich zu h&#246;chst abenteuerlichen Schachtels&#228;tzen neige, die die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer dann, wenn ich mal meine eigenen Artikel mit etwas zeitlichem Abstand selbst noch einmal lese &#8211; was eigentlich nur dann passiert, wenn ich sicher sein kann, das der Artikel tats&#228;chlich auch einen Leser hatte. sprich wenn dieser kommentierte &#8211; muss ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich zu h&#246;chst abenteuerlichen Schachtels&#228;tzen neige, die die Grenzen der Verst&#228;ndlichkeit, der korrekten Interpunktion &#8211; oft geht der Vorrat an Komata allzu schnell zur Neige und es muss auf alternative Trennzeichen (Bindestriche, Klammern, etc. &#8211; Hauptsache man kommt nicht zum Punkt) zur&#252;ckgegriffen werden &#8211; und vor allem der eigenen F&#228;higkeiten, die deutsche Sprache zu beherrschen, ganz offensichtlich sprengen und ich gebe hiermit bekannt, dass dies die in Text umgesetzte Struktur meiner Gedankenwelt darstellt, es sich also demnach nicht, wie man vermuten k&#246;nnte, um Fehler oder Unverm&#246;gen handelt, sondern vielmehr eine Kunstform darstellt, die bisher in der Kulturgeschichte viel zu wenig gew&#252;rdigt wurde &#8211; sollte die Lesbarkeit darunter leiden, ist dies also im Namen der Kunst hinzunehmen. (PUNKT!)</p>
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