Vom Schloss Lichtenstein zur Nebelhöhle

Zum Tag der Deutschen Einheit ging es wieder auf die Schwäbische Alb und diesmal hatten wir uns einen echten Klassiker vorgenommen: Vom Schloss Lichtenstein über den Gießstein zur Nebelhöhle.

An diesem Tag wollte offenbar halb Baden-Würtemberg auf die Alb, entsprechend zäh verlief die Anfahrt und wir erreichten erst gegen halb 11 den kostenpfichtigen (2 Euro / Tag) Parkplatz am Schloss Lichtenstein.

Start am Schloß Lichtenstein

Wir hatten unsere liebe Not, F. zu überzeugen, am Schloss zunächst vorbei zu gehen. Schließlich wollten wir erstmal wandern, die Schlossbesichtigung sollte als Motivation für die letzten Kilometer herhalten. Letztlich half Schokolade (hilft immer!) und so gestärkt bogen wir auf den HW1 in Richtung Aussichtspunkt Gießstein ein.

Querbaum mit Markierung

Über Wiesen und ein paar bewaldete Anhöhen führt der Weg nah am Steilhang des Echaztals entlang. Schon vor dem Gießstein kann man hin und wieder durch die Bäume Aussichten auf die andere Talseite erhaschen.

DurchblickAm Funkturm auf den Gießstein wurde bei einem Picknick erst einmal ausgiebig gerastet. Der Platz war im nachhinein nicht so ideal dafür. L., sollte hier ja aus ihrer Kraxe raus und sich auch ein wenig die Beine vertreten. Wegen der Nähe zum Abgrund konnte wir sie sich aber nicht so frei bewegen lassen wie noch es ein paar hundert zuvor auf einer der Wiesen möglich gewesen wäre. Dafür war F. sehr fasziniert von der Mobilfunk- und Radiotechnik direkt neben unserem Rastplatz. Viel erklären musste ich aber nicht, er selbst dozierte fachmännisch – schließlich war Mobilfunk vor Kurzem Thema bei der Sendung mit der Maus. Funkmast auf dem Gießstein

Vom Funkturm waren es nur noch ein paar Schritte zum Aussichtspunkt Gießstein, einem Felsen hoch über Lichtenstein-Unterhausen, dort wo das Reißenbach- auf das Echaztal trifft. Ein wenig schwindelfrei und trittsicher muss man schon sein um sich dort hin vor zu wagen. Belohnt wird man aber mit einem atemberaubenden Panorama:

Blick vom GießsteinOberhalb des Reißenbachstals führt der HW1 als schmaler Waldpfad weiter zur Kalkofenhütte und von dort als breiter (und an diesem Tag stark frequentierter) Wanderweg einen leichten Anstieg hinauf zur Nebelhöhle. zur Nebelhöhle

Nach einer kleinen Rast ging es 141 Stufen nach unten in die Höhle. In der ersten Halle trafen wir eine geführte Gruppe. Wir hatten selbst keine Führung gebucht und wollten eigentlich auch lieber auf eigene Faust die Höhle erkunden. Nun ging es hier aber nicht weiter und so schloßen wir uns ein Weile dieser Führung an. Die war zwar informativ und unterhaltsam – für F. aber ein wenig zu langatmig. Irgendwann schafften wir es doch zu überholen und erkundeten den Rest der Höhle etwas zügiger. Auch in der Höhle hatte ich L. in der Kraxe dabei. An sich ist die Höhle sehr geräumig, nur an den Übergängen zwischen den Hallen musste ich kurze Strecken in demütiger Haltung gehen, um Beulen bei mir und der Kleinen zu vermeiden.

Tropfsteine in der NebelhöhleDirekt neben der Höhle gibt es den Maultaschenwirt. Nachdem man die 141 Stufen wieder hochgekraxelt ist das nächste natürliche Ziel. Solide Schwäbische Küche, sonnige Freisitze und ein Spielplatz in Sichtweite. Kann man aushalten. Maultaschenwirt

Eine Wanderetappe lag aber noch vor uns. Zurück zum Schloss sollte es auf direktem Wege über die Albhochfläche gehen. Nicht so spektakulär wie der Hinweg entlang der Talkante, aber immer noch in wunderschöner Landschaft. Leider wurde F. auf diesem Weg zunehmend quengelig – diesmal war die Tour doch ein wenig zu lang für ihn. Ein Verband über einer imaginären Wunde gab im Kraft für nochmal zwei Kilometer, die letzten 500 m hoch zum Schloss ging es dann aber doch nur noch auf Mamas Schultern. Zum Glück ging bei dieser Wanderung auch seine Oma mit, die den Rucksack übernehmen konnte – sonst wären diese letzten Meter sehr, sehr zäh geworden.

Kurz vorm ZielSo erreichten wir dann mit beiden Kindern auf den elterlichen Schultern gegen 17:00 Uhr wieder Schloss Lichtenstein. An der Kasse muss man sich entscheiden, ob man nur den Schlosshof besichtigen oder auch eine Führung im Schloss machen möchte. Schon aus Zeitgründen wollten wir eigentlich die erste Option wählen. Allerdings hatte F. mitbekommen, dass es noch eine Führung geben könnte. Weil er sich die ganze Wanderung schon so auf das Schloss gefreut hatte lenkten wir relativ schnell ein und zahlten für Mama und Oma die Führung nach, die gegen halb sechs starten sollte. Es wurde eine Privatführung nur für die drei und drehte sich weniger um geschichtliche Fakten, dafür umso mehr um Schlossgespenst Alfons. Ich blieb mit L. draußen, denn die Kleine war schon etwas müde und musste jetzt auch mal dringend aus ihrer Kraxe raus. Wir tippelten also über den Schlosshof und riskierten auch noch ein paar Blicke an den Aussichtspunkten mit dem klassischen Fotomotiv: Schloss Lichtenstein auf seinem Felsen über dem Echaztal. Märchenschloß mit Aussicht

Als die drei wieder aus dem Schloss kamen, war es schon kurz vor sechs. Die Kinder waren jetzt erkennbar müde und weil wir nicht wollten, dass sie ohne Abendessen zu Bett gehen, nahmen wir auch dieses noch vor Ort im Alten Forsthaus ein. Leider war drinnen voll besetzt, wir saßen in der Gartenwirtschaft. Das Essen war gut und reichlich, mit zwei müden und dadurch quengeligen Kinder aber ein wenig anstrengend. Noch während wir aßen schloss auch der Ausschank – was wir ein wenig merkwürdig und nicht unbedingt gastfreundlich empfanden. Aber gut, vermutlich war es nicht nur für uns ein langer Tag.

Erstaunlicher Weise schliefen die die Kids auf der Heimfahrt dann nicht ein. F. war noch viel zu aufgeregt und sah sogar Alfons noch einmal am Schlossfester winken, als wir unten im Tal daran vorbei fuhren.

angekommenEs war ein langer Tag auf der Schwäbischen Alb mit jeder Menge Attraktionen und Erlebnissen. So schön die Tour war, mussten wir uns aber auch eingestehen, dass sie für einen Vierjährigen doch ein wenig zu lang war. Ich hatte diesmal mit der iPhone-App 3D Maps recht genau geplant und war auf 8,4 km mit etwa 250 m Auf- und Abstieg gekommen. Etwas weniger als bei unserer Roßbergwanderung. Die tatsächlich zurückgelegte Strecke waren laut Aufzeichnung der selben App dann aber 13 km und 360 Höhenmeter. Ich bin mir noch immer nicht sicher, woran das gelegen hat. Messfehler? Oder machen die Abstecher auf den Schlosshof, auf Aussichtspunkte und das Hin und Her rund um die Höhle so viel aus? Bei künftigen Planungen werde ich diese Abweichung jedenfalls berücksichtigen und lieber etwas kürzere Touren planen. Tourenübersicht

Tourendaten

Die Wanderung ist sehr zu empfehlen, nur vielleicht ohne oder mit etwas älteren Kindern. Wer auf unseren Spuren wandeln möchte, kann sich hier die gpx-Tracks herunterladen:

gpx-Datei Plan
gpx-Datei Ist

 

Ein Kommentar zu “Vom Schloss Lichtenstein zur Nebelhöhle

  1. Wir verlegen bei solchen Wanderungen den spektakulären Teil lieber nach hinten. Da hat man mehr Spielraum für „Oh, schau mal, da vorne!“-Motivationen, die die müden Füße überlisten. Anschlusstipp: Auf der gegenüberliegenden Seite des Echaztals die Traifelbergfelsen mit spektakulärem Ausblick auf das Schloss Lichtenstein. Ist aber eher Spaziergang als Wanderung. Danke für den App-Tipp, die probiere ich mal aus.

Kommentar verfassen