drüben (10)

Die Nummer 10 ist erreicht und damit feiert diese kleine Linksammlung ein erstes Jubiläum. Nicht der Rede wert, schauen wir lieber, was in den letzten zwei Wochen in meinem Instapaper hängen geblieben ist:


Wieder einmal beschäftigt mich das Thema der immer kleiner werdenden Bewegungsfreiheit von Kindern. Drüben bei der Zeit gib es einen Bericht darüber, wie es auch heute noch anders gehen kann: auf der Insel Helgoland nämlich. Inselkindheit statt verinselter Kindheit.

http://www.zeit.de/2015/34/kinder-freiraum-freiheit-abenteuer


Obwohl ich Listicles eigentlich überhaupt nicht mag, bin ich drüben bei Brigitte Mom (wo man auch als Vater mal gerne reinlesen kann) an einem solchen hängen geblieben. Weil er mich auf ein Problem aufmerksam gemacht hat, das sich leider auch in unserern Alltag eingeschlichen hatte: Jeden Tag fragte ich F. nach dem Abholen, wie sein Tag im Kindergarten war. Eine sinnvolle Antwort bekam ich eigentlich nie. Na klar: die Frage ist für einen Vierjährigen viel zu abstrakt. Und in ihrer ständigen Wiederholung auch langweilig.
Seit ich den Tipp aus diesem Artikel aufgegriffen habe und jeden Tag etwas anderes, dafür sehr konkretes erfrage, erfahre ich zwar immer noch nicht, wie sein Tag war, dafür aber jeden Tag ein anderes Detail.

http://mom.brigitte.de/schlau-werden/wie-war-dein-tag-1256247/


Einen sehr persönlichen und bewegenden Text über die Demenz ihrer Oma schrieb Maike drüben in ihrem Blog fraumaike.de. Die Krankheit führt eben nicht blos zu einer irgendwie liebenswürdigen Schusseligkeit, sondern oft zu Wut und Vorwürfen, vor allem gegen nahestehende Personen, oft – wie hier – die eigenen Kinder und Enkel.
Die müssen es dann irgendwie aushalten, dass z.B. die eigene Mutter nur noch feindselig ist. Keine Ahnung, wie ich mit so etwas, das ja irgendwie jeden treffen kann, umgehen würde. Um so wichtiger finde ich solche ehrlichen, persönlichen Texte, die die Situation ungeschönt beschreiben.

http://www.fraumeike.de/2015/abschied-im-zorn/


Dass man die Smartphonekamera zu mehr nutzen kann als für das schnelle Selfie zeigt ein Artikel über Smartphone-Polaroid-Fotografie drüben bei fotografr.de. Die Fotografin Susanne Wagner beschreibt, wie sie mit dem Smartphone Fotoprojekte mit künstlerischem Anspruch im Polaroid-Stil realisiert. Schon ein sehr spezieller Ansatz, moderne Technik zu nutzen. Sich gleichzeitig aber bewusst einzuschränken und so eine ganz spezielles Analog-Gefühl entstehen zu lassen. Könnte man mal ausprobieren.

http://www.fotografr.de/20992/smartphone-polaroid-digitale-fotografie-mit-analogem-feeling/


Ein weiterer Betrag im Blogschreibwettbewerb drüben bei den ScienceBlogs geht der Frage nach, wozu man Wissenschaft im Alltag denn gebrauchen könnte – und landet mitten in meinem Leben. Denn nichts befeuert die eigene Neugier mehr als ein fragendes Kind. Das will es nämlich immer noch genauer wissen und ein letztes “Warum?” kommt mit Sicherheit.
Das ist nicht immer angenehm. Denn Kinder lassen auch bei unbequemen Themen nicht locker und vor allem zeigen sie Einem gnadenlos die Grenzen des eigenen Wissens auf. Es hilft also nichts: man muss sich schlau machen, denn mit billigen Ausflüchten lassen sich neugierige Kinder auf Dauer nicht abspeisen.

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/09/23/der-tag-als-der-mond-starb-oder-eben-nicht/


Auch wenn die Stimmung ein bisschen sehr (n)ostalgisch zu sein scheint, möchte ich zum Schluss auf die Dokumentarfilmreihe “Geschichten hinter vergessenen Mauern” hinweisen. In einer 2012 bis 2014 entstandenen Trilogie geht es um Lost Places in Leipzig – und die Geschichten dahinter. Jetzt gibt es einen neuen Film, diesmal geht es um den Harz.
Drüben auf der Seite des Projekts gibt es Trailer zu diesen Filmen, die ich hier empfehlen möchte. Die Filme im Ganzen können auf DVD bestellt werden. Ich habe sie selbst noch nicht gesehen, die Trailer sind aber vielversprechend – wenn man sich für Lost Places und ihre Geschichte begeistern kann.

http://www.lostplace-dokfilm.de

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