Wanderung zum Roßberg – Einmal die Alb rauf und runter

Nach der spontanen und dadurch etwas unvorbereiteten Entdeckung der Schwäbischen Alb haben wir gleich mal einen der Tipps aus Uli´s Kommentar (vielen Dank dafür!) – aufgegriffen.

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Zum Roßberg sollte es gehen, diesmal mit der ganzen Familie. L. in der Kraxe auf meinem Rücken, F. komplett auf eigenen Füßen, die Herzdame mit großem Rucksack mit dem Gepäck für alle vier.

Start war in Öschingen, das Auto parkten wir am nördlichen Ortsrand und bogen nach wenigen Schritten auf dem Bürgersteig auf einen Wiesenweg ein, der uns steil nach oben führte. Der Aufstieg war schnell geschafft, auf den letzten Höhenmetern sorgte meine beiläufige Bemerkung, dass wir uns hier in bergrutschgefährdetem Gelände bewegen, für ein wenig Zusatzmotivation.

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Oben öffenete sich auch der Wald zu der offenen Wiese des Roßfelds hin. F. war begeistert von so viel Platz und fing gleich an, querfeldein hin und her zu rennen und Pilze und Blumen zu suchen. Die Erschöpfung des Aufstiegs hatte
er da schon wieder vergessen.

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Hinter der nächsten Kurve kam dann auch unser Ziel, der Roßberg mit seinem Aussichtsturm, in Sicht. Damit wurde allen klar, dass uns noch ein Aufstieg bevorstand.

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Eine Stärkung wurde also notwendig und so machten wir nur einen Kilometer vor dem Wanderheim erst mal ein Picknick

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Der Aufstieg war dann deutlich kürzer als der Erste. Aber der Weg wurde zunehmend anspruchsvoller.

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Nach diesem Wurzelabschnitt wurde er felsiger. Zusammen mit dem feuchten Laub musste man schon sehr aufpassen, nicht wegzurutschen. Gerade mit dem Baby auf dem Rücken wollte ich das unbedingt vermeiden, ging lieber langsamer und machte jeden Schritt gut überlegt.
Letztlich ging alles gut und nachdem der Felsenweg bezwungen war standen wir auch schon vor dem Wanderheim.

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Nun wollte F. auf den Spielplatz, von dem auf der Webseite die Rede war und mit dem wir ihn auf den letzten Metern motiviert hatten. Es war keiner zu sehen und meine Nachfrage im Restaurant bestätigte: es gibt keinen. Enttäuschung machte sich breit, vor allem bei F., und Unverständnis über diese Fehlinformation bei uns.
Um die Laune wieder zu heben – und weil wir ja gerade erst gepicknickt hatten – zogen wir die Turmbesteigung vor

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Die Aussicht ist wirklich atemberaubend – nicht nur auf den Albtrauf, sondern auch nach Norden in Richtung Tübingen, wo wir natürlich nach kurzer Suche unser Pfondorf gefunden hatten.

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Nach so viel Panorama kehrte dann doch der Hunger zurück, also ab ins Restaurant. Gediegene schwäbische Küche zu passabelen 10 € für mich:

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In jeder Beziehung – optisch, geschmacklich, megenmäßig, preislich (ca. 15 €) – annähernd goumetmäßige Tagliatelle für die Herzdame.

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Die Kinder bekamen anstandslos Räuberteller und konnten auch im Restaurant herumlaufen und spielen. Die kleine Spielecke könnte aber mal wieder mit neuem Spielzeug ausgestattet und das alte, kaputte aussortiert werden.

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Der Abstieg ins Öschenbachtal führte über den HW1, den ich zumindest in diesem Abschnitt etwas unspektakulär fand – vor allem in Vergleich zu den engen Waldpfaden bei den Aufstiegen.

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Im Tal angekommen trafen wir dann vor allem Schnecken:
Eine Große – laut Herzdame, die größte die sie je gesehen hat. Aber auch die scheueste, denn auf ihrer Hand kam sie leider nicht mehr aus dem Häuschen

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… und viele kleine, die überall auf den Blätten der Blumen saßen:

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Bevor wir wieder am Auto ankamen passierten wir noch die Öschinger Landhaussiedlung mit dem Bergrutsch von 2013. F. interessierte sich sehr für diese Geschichte und damit war dann auch der Bildungsauftrag dieser Wanderung erfüllt.

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Gut 10 km war die Runde am Ende mit etwa 300 m Anstieg. Klingt jetzt nach nicht viel – für einen Vierjährigen aber schon eine ordentliche Anstrengung. Ich war mir im Vorfeld nicht ganz sicher, ob F. die Runde schaffen würde. Letztlich hat er aber gut durchgehalten und das fast durchgehend bei bester Laune.

Die Tour war sehr abwechsungsreich. Auf den Schmale Waldpfaden auf den Anstiegen, den offen Wiesen auf dem Roßfeld und dem Weg entlang eines Baches im Öschenbachtal gab es immer etwas zu entdecken. Die Aussicht vom Roßbergturm war ein echtes Highlight und das Restaurant im Wanderheim trotz gehobener Preise sehr zu empfehlen.

Wer Lust bekommen hat, sich all das in selbst anzusehen, findet hier den GPX-Track dieser Wanderung.

4 Kommentare zu “Wanderung zum Roßberg – Einmal die Alb rauf und runter

  1. Hallo Lars,

    ich hab heute eine Überschlagsrechnung gemacht, und bin zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen. Bislang hab ich ca. 34 Jahre meines Lebens in Wohnungen verbracht von denen aus ich den Roßberg stets vor Augen hatte wenn ich zum Fenster rausgeschaut hab.Ok, in der Wohnung in der ich groß geworden bin seh ich ihn nicht mehr weil der Baum hinter dem Haus mittlerweile zu groß geworden ist, und von der jetzigen Wohnung benötige ich ein Fernglas weil meine Augen irgendwie immer schlechter werden, und natürlich weil die Distanz größer geworden ist.

    Aber viel erschreckender, ich war da noch nie oben. Bis jetzt. Wir sind heute bei traumhaftem Wetter auf Euren Spuren gewandelt und haben die Runde getestet, mit minimalen Adaptionen. Auf Uli’s Rat hin haben wir den Aussichtspunkt am Kalkofen aufgesucht (minimaler Umweg, ein paar Hundert Meter) um den Erdrutsch von oben zu begutachten. Und meinereiner hat einen Zwiebelrostbraten anstelle der Maultaschen bestellt. Ansonsten scheint’s mehr oder weniger analog zu eurer Runde zu sein, inkl. der Tagliatelle 😉

    Fazit: Eine tolle Runde die ich bedenkenlos weiterempfehlen kann.

    Am Freitag testen wir dann (wenn nix dazwischen kommt) eine Runde in einer anderen Ecke, und zwar das Schopflocher Moor (nicht verwandt oder verschwägert mit einem deiner vorigen Posts), Randecker Maar, Breitenstein.

    Grüße aus dem Ausguck :-)

  2. Hallo Micheal und Doris (denn ich nehme an, sie ist auch mitgewandert…),

    es freut mich, euch inspiriert zu haben. Ehrlich gesagt ging es uns ja ganz ähnlich. Auch von Pfrondorf aus (wenn auch nicht aus der Wohnung) ist der Roßberg immer zu sehen. Um ihn auch mal zu erwandern brauchte es auch bei uns einer ganzen Kette von Zufällen (siehe Artikel zum Schopflochweg) und den Tipp von Uli in den Kommentaren dort. Dafür dauerte es von Blickkontakt bis Erstbesteigung nur 5 – 6 Jahre.

    Die nächsten Ausflüge auf die Alb sind auch bei uns bereits geplant. Seid gespannt: eldersign.de wird berichten.

    Grüße aus Eldis Hütte

  3. Ein kleiner Nachtrag zum Thema Spiellplatz: Zwischenzeitlich hat sich Sabine Wächter, die Pressereferentin des Schwäbischen Albvereins, bei mir gemeldet und sich für die fehlehafte Information auf der Webseite entschuldigt. Die wurde natürlich inzwischen auch korrigiert.

    Ich fand es sehr nett, dass auch eine relativ große Organisation wie der Albverein auch die Kritik eine „kleinen“ Bloggers erstmal wahrnimmt und dann sogar zu einer sehr angenehmen direkten Kommunikation fähig ist. Ist ja leider auch nicht überall selbstverständlich.

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