Obst der Saison -oder- Es wird To(r)te geben

Der F. hatte in den Kita-Ferien Geburtstag. Am ersten Kita-Tag wurde uns nun mitgeteilt, dass die Geburtstag der Feriengeburtstagskinder nachgefeiert werden – und zwar am zweiten Kita-Tag. Also Morgen. Und wir sollen doch bitte einen Kuchen mitgeben.
Also schnell noch Kuchen backen, kein Probelm.

Nun ist es so, dass F. seit einiger Zeit Erdbeertorte liebt – und sich prompt eine gewünscht hat. Also Erdbeertorte, auch kein Problem. Nur Erdbeeren mussten wir noch besorgen.

Da für diesen Tag kein Besuch im Supermarkt geplant war, schlenderte ich mit L. im Kinderwagen gemütlich zum Dorfladen. Wo wir allerlei leckere Sachen fanden. Bloß keine Erdbeeren.
Auf meine Frage danach wurde ich ein ganz klein wenig streng belehrt, dass Erdbeeren ja nun wirklich keine Saison mehr hätten.
Na klar doch: Es soll ja nicht nur Bio und Öko sein, sondern auch regional und saisonal. Ist ja auch alles gut und recht, aber erklär’ das mal dem F.!


Der Nachmittag war verregnet und wir fuhren mit den Kindern zum Froggyland nach Reutlingen. Einem Indoorspielplatz, zu dem ich vielleicht später noch ein wenig mehr schreiben werde. Jetzt nur soviel: Den Kinder hat es gefallen, sie haben getobt bis “die Puste aus” war, wie das der F. immer so nett ausdrückt. Alle waren danach hungrig und müde und wollten schnell nach Hause – bloß was noch fehlte waren Erdbeeren.

Also noch ein schneller Stop am Supermarkt. Es stellte sich aber heraus, was auch der scheinbar inzwischen auch auf der Bio/Öko/regional/saisonal-Welle schwimmt. Jedenfalls gab es auch dort keine frischen Erdbeeren. Immerhin Tiefkühl.

Sollte es sowas wie Weltmeisterschaften im Schnellkassieren geben: Die Belegschaft dieses Supermarktes wäre nicht einmal als Zuschauer bei den Wettkämpfen zugelassen. Wobei vermutlich eher ein paar spezielle Kunden schuld waren, dass wir bald 20 min dort anstanden. Nachdem der erste seine 5-minütige Diskussion um den aktuellen Angebotspreis von Cola beendet und der zweite sein Wocheneinkauf penibel passend komplett mit Münzen bezahlt hatte, kam eine eiliges Rentnerpaar um die Ecke und drängelte sich vor. Beinahe hätte es an diesem Tag statt Torte Tote gegeben. Aber zum Glück bin ich ja leidlich gut erzogen.


Nach dieser Aufregung war F. dann so aufgekratzt, dass es mit dem Einschlafen leider nicht so gut klappte und die Herzdame dadurch bereits eine abendfüllende Aufgabe hatte. Also war es an mir, die Torte zuzubereiten.

Nun koche und backe ich ja eigentlich ganz gerne und – wie mir gelegentlich versichert wird – auch ganz gut. Nur Torte ist nicht so mein Ding.

Schon gar nicht, wenn nur mäßig geeignete Zutaten zu Verfügung stehen- was Tiefkühlerdbeeren im Vergleich zu Frischen nun mal sind. Ich musste außerdem feststellen, das die Packung zu einem großen Teil aus aus heißer kalter Luft bestand und die paar Erdbeeren niemals für ein ganze Torte reichen würden. Da hieß also doch noch: improvisieren!

Sicherlich würde eine Erdbeer-Bananen-Torte im Kindergarten auch gut ankommen und bei F. immer noch als Erdbeertorte durchgehen. Gesagt getan: zu den wenigen inzwischen sehr labberigen TK-Erdbeeren kamen also noch ein paar halbierte Bananen. Natürlich nicht ohne zuvor beim Pudding kochen die Milch anbrennen zu lassen. Zum Schluss verteilte sich noch der Tortenguss praktisch überall, nur relativ wenig auf der Torte.
Wie gesagt: Torte ist nicht so mein Ding. Jedenfalls nicht die Zubereitung.

Das Ergebnis kann oben bewundert werden. Ich sag mal: ich habe schon schönere Torten gesehen. Aber: Trotz widriger Umstände konnten alle Wünsche erfüllt werden!

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