Papa ist da – ab jetzt für zwei Monate!

Ich gehe in Elternzeit. Für zwei Monate. (Nur zwei Monate, das “Väter-Minimum”, das man halbwegs über Elterngeld finanziert bekommt.)

Diese Entscheidung Kollegen und Geschäftspartnern mitzuteilen ist wahrscheinlich noch heikler, als die die Nachricht, dass sich Nachwuchs angekündigt – worüber papa-online mit “Ich werde Vater – wie erzähle ich es meinen Kollegen” einen lesenswerten Artikel geschrieben hat.

Nun habe ich das Glück, in einem tatsächlich einigermaßen familienfreunlichen Unternehmen zu arbeiten. Klar, besser geht immer. Aber zumindest hatte ich nicht das Gefühl, dass meine Entscheidung in Elternzeit zu gehen, mir irgendwie negativ ausgelegt wurde. Da habe ich schon ganz andere Geschichten gehört. Bis hin zur ganz offen ausgesprochenen Drohung

Sie können gerne in Elternzeit gehen, dann brauchen Sie dann aber auch nicht mehr wiederkommen.

So lief es hier ganz und gar nicht. Obwohl es gerade für das kleine Team in dem ich arbeite auch nicht sein dürfte, mich zwei Monate zu vertreten. Nein, eher im Gegenteil: alle nahmen die Nachricht positiv auf und zeigten Verständnis, Freude oder bestärkten mich in dieser Entscheidung..

Was mir dabei auffliel: Relativ oft hörte ich dabei Sätze wie

Och, das finde ich aber gut, dass Sie als Vater sich auch um ihr Kind kümmern.

oder

Also mein Mann hat mir damals ja auch immer sehr mit den Kindern geholfen.

Ja, ist es denn immer noch nicht selbstverständlich, dass sich auch Väter um Ihre Kinder kümmern? In meinem Empfinden ist das etwas ganz natürliches. Aber anscheinend gibt es da draußen außerhalb meiner Filterblase eine andere Realität. Eine Realität, in der die sogenannte traditionelle Rollenverteilung weiter verinnerlicht ist und gelebt wird.

Kann ja jeder machen wie er mag. Ich mag meine Filterblase und ich möchte als Vater für mein Kind genauso wichtig sein wie die Mama. Mit einem Vollzeitjob ist das nicht immer leicht, Kinder sind ja solche Gewohnheitstiere. Darum sind mir diese zwei Monate, die ich nun ganz für meine Kinder Zeit habe auch so wichtig. Ich hoffe, dass meine beiden Kleine es genauso genießen werden, wenn es ab heute heißt: Papa ist da!

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