20 Minuten

Morgens zwischen sieben und halb acht mache ich mich mit meinem Sohn auf dem Weg in die Kita – mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Der gut ein Kilometer weite Weg führt uns zuerst durch unserer Siedlung und dann ein Stück über freies Feld.

Dort zeigt der Kleine dann mit dem Finger zum Himmel und ruft immer wieder “Papa, eine Stern!”. Seine Augen funkeln dabei genau wie eben diese Sterne.

Wenn wir an dem kleinen Schuppen vorbei kommen, wo jemand ein paar Hühner hält, wird er ganz leise und flüstert mir zu “Psst, Hühnern schlafen noch.”

Dann macht der Weg einen Knick und links von uns können wir sehen, wie langsam die Sonne aufgeht. Hintern den Häusern ist die Wolkenwatte zu sehen, die sich im Neckartal auftürmt und sich dort noch bis weit in den Vormittag halten wird, während hier oben längst die Sonne scheint.

Dann kommt der Kindergarten in Sichtweite und der Kleine zählt aufgeregt die Namen seiner Freunde auf, die er gleich dort treffen wird. Wenn eines dieser Kinder zeitgleich aus einer der anderen Richtung zum Kindergarten gebracht wird, winken und rufen sich die beiden schon von weitem zu.

Dort angekommen muss ich mich – sobald die Jacke am Haken hängt und die Hausschuhe an den Füßen sind – schon ranhalten, wenn ich mich noch verabschieden möchte. Viel zu schnell verschwindet der Kleine in seinem Gruppenzimmer und schnappt sich das erste Spielzeug des Tages. Man merkt ihm jeden Morgen an, wie wohl er sich hier fühlt.

Es sind gerade mal 20 Minuten, die wir so miteinander verbringen. Obwohl die Zeit drängt und der Arbeitstag erst noch bevor steht sind es oft die besten 20 Minuten des Tages. Ich möchte sie nicht mehr missen.

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