integriert durch Apfelbrot

Über Integration wird ja viel gesprochen und das Thema betrifft auch ganz andere Bevölkerungsgruppen als man auf den ersten Blick vermutet. Beispielsweise nach Schwaben immigrierte Sachsen(-Anhalter). Also mich.

Genau genommen geht es gar nicht um die Integration von Sachsen in Schwaben. Das war relativ leicht. Beide sprechen eine Dialekt, der im Rest der Republik bestenfalls für Hohn und Spott sorgt, schlimmstenfalls verhasst ist. So etwas schweißt zusammen.

Nein, hier soll es um die Integration eine “Neig´schmeckten” in die verschworene Gemeinschaft “aufm Flegga” gehen. Das ist nämlich ungemein schwerer. Hier mussten zunächt mal gewisse Vorraussetzungen geschaffen werden. Ein gemeinsamer Anknüpfungspunkt. Etwas, aus dem sich gemeinsame Interessen ergeben. In diesem Fall: ein Kind.

Mit Kindern ist es eigentlich genau wie mit Hunden. Mit Kind und/oder Hund kommt du immer mit Leuten ins Gespräch. Zumindest mit solchen, die auch Kind und/oder Hund haben. Man hat die gleichen Glücksmomente, man hat die gleichen Sorgen und Probleme – also hat man auch ein Gesprächsthema.

Der nächste Schritt ist dann: spring über deinen Schatten und tu etwas, was von dir erwartet wird, dir aber offensichtlich wiederstrebt. Und kaum etwas ist mir mehr fremd als Vereinsmeierei. Seit einigen Wochen bin ich dann auch Vereinsmitglied. Ich lasse es aber langsam angehen, erstmal “nur” ein Förderverein. Der unser Kita nämlich.

Zweck eines solchen Fördervereins ist ja nun, Geld einzusammeln. Und damit kommen wir zum nächsten, ungemein wichtigen Schritt auf dem Weg der Integration: tue Gutes!
Natürlich könnte ich ganz profan den doppelten Mitgliedsbeitrag überweisen. Viel effektiver ist aber, sichtbar aktiv zu werden.

Diese Chance bot sich jetzt, denn ein wichtiges Mittel zum “Geldeinsammeln” ist der Verkauf von zuvor von den Kita-Eltern gebackenen Apfelbroten auf dem Dorfweihnachtsmarkt. Also hieß es Wochenende: Äpfel schälen und reiben, Teig anrühren, Brote backen und weihnachtlich dekorieren. Zusammengefasst sah das dann so aus:

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Ich habe ein wenig mehr gemacht, so dass wie eines dieser Apfelbrote bereits kosten konnten. Auf die Gefahr des Eigenlobs: köstlich!

Um nun endgültig in der Dorfgemeinschaft anzukommen, ist nun noch ein letzter, entscheideder Schritt notwendig: Mitmachen! Gerade dann, wenn alle anderen eher zögerlich dazu bereit sind.

Und so werde ich am Samstag Abend – wenn das Kind irgendwann schläft – in meiner Badewanne liegen und meine durchgefrorenen Gliedmaßen wieder auftauen. Durchgefroren von drei Stunden Standbetreuung auf dem eben erwähnten Dorfweihnachtsmarkt.


Wer also am Samstag, 30. November 2013 in Tübingen und Umgebung unterwegs ist, darf gerne mal auf dem Pfrondorfer Weihnachtsmarkt auf einen Becher Glühwein vorbeikommen. Dort kann man dann auch diese leckeren Apfelbrote kaufen, mit etwa Glück ein Exemplar aus unserer Küche.

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