Hefe als Haustier – die Vorbereitung

Das schöne am Bier brauen ist ja – neben dem Bier, das am Ende rauskommt – mit Hefe zu arbeiten, also mit lebenden Kulturen, die einen Großteil der Arbeit übernehmen. Die man deshalb irgendwie lieb gewinnen kann, wie einen Hund, der gelernt hat, einem die Pantoffel zu bringen.

Hefe ist auch relativ teuer, ihr Preis macht schon mal mehr als ein Drittel der Kosten für die Zutaten aus. Da sich Hefe aber auch vermehrt wie die sprichwörtlichen Kaninchen liegt es nahe, hier ein wenig zu sparen und sich seine Hefe selbst zu züchten.

Besonders aufwändig ist das eigentlich auch nicht, wie die ausführliche Anleitung von Hubert Hanghofer verspricht. Man muss eigentlich nur ein wenig übrig gebliebene Hefe aufheben, um sie für den nächten Sud wieder zu verwenden.

Allerdings muss die Hefe sich ein wenig wohl fühlen, dafür braucht es ein Nährmedium. Und sie soll unter sich bleiben, also muss es einiger Maßen steril zu gehen. Darum ist ein wenig Ausrüstung und Vorbereitung notwendig.

Material Hefebank

Zunächst muss die Nährlösung hergestellt werden. Ich habe dafür ein wenig verdünnte Würze aus dem letzten Sud verwendet, die mit Agar-Agar aufgekocht wird.

aufkochen

Die Lösung wird dann in Kulturröhrchen eingefüllt, so dass diese zu ein Drittel gefüllt sind.

einfüller

Um sicher zu gehen, dass sich wirklich nur die Hefe auf der Nährlösung wächst, muss sie noch sterilisiert werden. Dafür werden die Röhrchen locker verschlossen in einen Kochtopf gestellt und an drei aufeinander folgenden Tagen für je eine halbe Stunde gedämpft und anschließend luftdicht verschlossen.

dämpfen

Beim Abkühlen wird die Agar-Agar-Lösung relativ schnell fest. Dabei legt man die Röhrchen so schräg, dass die Flüssigkeit gerade so die Verschlusskappe nicht erreicht. Der so hergestellte “Schräg-Agar” hat dann eine möglichst große Oberfläche, auf die später die Hefe aufgeimpft werden kann.

Schrägagar

Aber dazu später, wenn wieder Hefe vorhanden ist – wenn der gerade gärende Sud abgefüllt wird, wenn der nächste Sud (nochmal mit Kaufhefe) angesetzt wird oder wenn ich wieder mal eine Flasche meines Hefeweizens (mit reichlich Bodensatz) leer getrunken habe.

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