Urlaub in Deutschland und das Abenteuer, ihn zu buchen

Wir machen gerne Urlaub in Deutschland, an der Ostsee. Wir organisieren uns das gerne selbst. Und so langsam fragen wir uns, ob wir uns das noch länger antun sollen.

Es war wieder mal so weit. Obwohl draußen der Herbst angebrochen schien, reifte in uns die Erkenntnis, dass es höchste Zeit würde, den Sommerurlaub zu buchen. 

Eine Ferienwohnung sollte es sein, an der Ostseeküste, nicht ewig weit vom Strand entfernt, wenn möglich auf Fischland oder Darß.

Hier nun meine Erlebnisse im World Wide Web der deutschen Touristikbranche:

Suche Teil 1: „Wir sind hier nicht so die Internetfreaks“

Tante Google schickte mich erstmal zu dem Portal http://www.fischland-darss-zingst.net, wo man sich zu den einzelne Objekten Buchungskalender anzeigen lassen kann:

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Fast alles war im Wunschzeitraum natürlich schon belegt, irgendwann fanden sich tatsächlich eine passende Ferienwohnung mit vielversprechenden Buchungskalender:

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Also kurzentschlossen dort angerufen. Ein Herr ging ran, teilte mir zunächst mit, dass sich um die Vermietung immer seine Frau kümmert. Als ich dann aber mal das Wörtchen „Juli“ fallen ließ, fiel ihm doch wieder ein, dass der ganze Sommer ausgebucht ist.

Auf meine Frage, warum das denn nicht in diesem Kalender eingetragen ist, meinte er nur „Wir sind hier nicht so die Internetfreaks“.

JA, DANN INSERIERT HALT AUCH NICHT IM INTERNET, IHR HELDEN!

Suche Teil 2: Kurz-mal-(Geld)-weg.de

Eine Freundin hatte positiv über kurz-mal-weg.de berichtet. Also rief ich die Seite mal auf und hatte zunächst mal den Eindruck, dass man hier nicht in den 1990ern hängen geblieben ist (sondern in den 2000ern). Immerhin.

Eine Suche mit der Einschränkung „Familienurlaub“ brachte ein paar schöne Ergebnisse. Zwar keine Ferienwohnung und nicht direkt an der Küste. Aber besser als zu Hause bleiben.

Auch hier wieder ein schöner grüner Belegungskalender:

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Perfekt. Gebucht. Bestätigt:

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Wenig später ein Anruf: Man habe mit dem Hotel noch mal Rücksprache gehalten, ein so großes Zimmer für die ganze Familie sei doch nicht mehr frei. 

JA WAS IST DENN DAS FÜR EIN FAMILIENURLAUB, WENN ES KEIN ZIMMER FÜR DREI GIBT?

Diese Unfähigkeit, die Kalender aktuell zu halten, wurde dann noch getoppt, indem trotz Absage durch den Anbieter meine Kreditkarte mit dem Reisepreis belastet wurde. 

Nach einer kurzen und unmissverständlichen Email wurde der Betrag allerdings umgehend und ohne Diskussion wieder gutgeschrieben. Bloß gut, ich sah mich schon beim Anwalt sitzen, um mein Geld wieder reinzuklagen. 

Suche Teil 3: frei – besetzt – frei – besetzt

Dank der omnipräsenten und penetranten Werbung versuchte ich es als nächste bei ab-in-den-urlaub-de.

Hier passieren sonderbare Dinge: Als Ergebnis einer Suchanfrage erhält man eine Liste mit immer dem gleichen Objekt, zu teilweise unterschiedlichen Preisen:

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Na wegen mir, immerhin noch frei. 

Denkste, nach Klick auf eines der Angebote sieht das nämlich plötzlich ganz anders aus:

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Besetzt. Aha.

VIELEN DANK AUCH FÜRS ZEIT STEHLEN!

Gefunden – mit „Zwischenbescheid“

Letztlich sind wir über ab-in-den-urlaub.de doch noch fündig geworden. Allerdings kam hier zunächst keine Kündigungsbestätigung, sondern ein Zwischenbescheid. Ein Begriff, denn man in der Kommunikation mit Behörden kennen und hassen gelernt hat:

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Was das wohl über das Selbstverständnis und die Kundensicht dieser Firma aussagt?

Immerhin, nach nicht mal einer Stunde kam die Bestätigung und wir freuen uns nun auch ein paar ruhige Tage an der Ostseeküste.

Die brauche ich jetzt aber auch, nach diesem Buchungschaos.

2 Kommentare zu “Urlaub in Deutschland und das Abenteuer, ihn zu buchen

  1. Ich würde es mal ganz traditionell beim kleinen Touristikbüro vor Ort probieren. Ich kenne mich zwar in Tübingen nicht so aus, aber einen Versuch ist es wert.

  2. Ja, ich war sooo kurz davor genau das zu tun. Obwohl ich vorurteile, dass mir da nur der übliche MalleAntalyaThailand-Quatsch angeboten würde.

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