Die Mutti hat hat jetzt Internet

Dort, wo meine Eltern wohnen, ist seit Anbeginn der Mobilfunkzeit ein zwar sehr kleines – schon ein paar Meter die Straße hoch sieht es anders aus – aber sehr hartnäckiges Funkloch. Kein Empfang in allen Netzen. Daran wird sich wahrscheinlich auch nichts mehr ändern, denn der Netzausbau im klassischen Mobilfunk dürfte abgeschlossen sein.

Auch DSL ist selbstverständlich nicht verfügbar. Das kann man ja auch nicht erwarten, dass in einem sgn. „Hochtechnologieland“ jeder Haushalt vernünftig ans Internet angeschlossen wird. Vermutlich sollten wir froh sein, dass auch auf dem Land jeder Strom und fließend Wasser hat.

Wie dem auch sei, mein Elternhaus war seit dem Tod des alten 56K-Modems unabänderlich internetfreie Zone.

Doch nun tat sich ein Hoffnungsschimmer auf: LTE.

Für mich völlig überraschend wurde ein preiswerter Windows-7-Laptop gekauft und ein Vertreter eines LTE-Anbieter ins Haus gebeten, um zu testen, ob man damit wirklich ein Verbindung bekäme.

Man bekam. Der Tarif ist in absoluten Zahlen nicht allzu teuer, in Relation zur Leistung aber unverschämt. Ein schnell ergoogelter LTE-Speedtest brachte folgendes Ergebnis: 

Bildschirmfoto 2013 05 19 um 14 15 35

Das wackelige 1 GBit/s im Download ist ja noch hinnehmbar, so kennt man das ja vom Smartphone. Eine Schande ist wir zu erwarten der Upload. Und nach 10 oder 12 GB wird diese Lächerlichkeit auch noch gedrosselt.

Hier realisiert sich der feuchte Traum all jener Medienmanager, die das Internet gerne zu einen Fernsehen mit Kaufen-Knopf machen würden.

Eigentlich ist das alles ein ziemliche Trauerspiel, für meine Eltern aber zumindest eine dünne Anbindung an eine immer wichtiger werdende Technologie. Das sogar sie das verstanden haben und das Problem selbst aktiv angegangen sind, zeigt, wie wichtig das Internet geworden ist. Selbst für alsgesprochene Nicht-Netz-Menschen.

Von der Tragödie, einen neu gekauften Windowsrechner einigermaßen benutzbar zu machen, hauptsächlich durch das löschen von vorinstalierten Müll, fange jetzt lieber gar nicht mehr an.

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