Natursteinpark Rongen am heutigen Standort nicht möglich

Im Herbst wurde in Tübingen kontrovers über die Zukunft des Natursteinparks Rongen in der Schildau diskutiert. Anwohner der Zufahrtsstraße hatten sich beschwert und damit ein Prüfung der Genehmigung für den Betrieb an diesem Standort ausgelöst. Das Tagblatt berichtete, kommentierte einseitig und provozierte eine wahre Flut an Leserbriefen. Eine Initiative „Pro Natursteinpark“ sammelte auf Facebook und einer eigenen Webseite Unterstützer-Stimmen. Auch ich hatte damals berichtet und mich für den Erhalt des Parks ausgesprochen.

Nun tauchte das Thema wieder auf, nämlich auf der Tagesordnung des städtischen Planungsausschusses vom 18.02.2013 – unter dem unverfänglichen Titel „Naturstein Park Rongen, Sachstand und weiteres Vorgehen“. Die Vorlage ist öffentlich und auf der Webseite der Stadt auch verfügbar. In Sachen Transparenz gibt es also nicht zu kritisieren.

Der Inhalt allerdings ist ernüchternd:

„Die Sicherung des Betriebes durch Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein Sondergebiet „Natursteinrecyclingpark“ mit vernetzender kultureller und umweltbildender Nutzungsausprägung wurde von den übergeordneten Behörden ausgeschlossen, da u.a. die hierfür zwingend erforderliche Waldumwandlungsgenehmigung nach § 9 Landeswaldgesetz von der höheren Forstbehörde, dem Regierungspräsidium Tübingen nicht in Aussicht gestellt wird. Eine Genehmigung nach § 35 BauGB scheidet ebenfalls auf Grund unüberwindbarer forstlicher, naturschutzfachlicher und immissionsschutzrechtlicher Belange aus. 

Damit ist der dauerhafte Erhalt des Betriebes Natursteinpark Rongen am heutigen Standort nicht möglich.“

Schade, offenbar habe sich einmal mehr die Bürokraten durchgesetzt. Dem Natursteinpark bleiben nun noch 4 bis 6 Jahre, einen neuen Standort zu finden. Es ist aber auch von einem „stufenweisen Abzugsplan“ die Rede – eine nicht ganz unpassende Formulierung, die derzeit genutzten Flächen sind schließlich ehemaliges Militärgelände.

Der bestehende Natursteinpark im Schildhau wird also bald, eventuell auch schon vor den genannten 4 bis 6 Jahren, so nicht mehr existieren. Der Winter ist nun hoffentlich bald vorbei, spätestens dann möchte ich mich mal mit Kamera dorthin begeben – bevor es zu spät ist.

(zu Archivierungszwecken: Dokument gespiegelt auf meinem Server: 2013_70.pdf)

Ein Kommentar zu “Natursteinpark Rongen am heutigen Standort nicht möglich

  1. Der Natursteinpark ist eine der wenigen Flächen, die noch nicht durch Bürokratie und Vorschriften zu Langeweile und Leblosigkeit verkommen sind. Sehr schade – gerade da in Politik und Bevölkerung eine Mehrheit für den Erhalt zu sein scheint.

    Auch für die Natur wird es ein Verlust sein, denn die Biodiversität ist in so einem abwechslungsreichen Biotop (Steine, Mauern, Büsche…) höher, als in einem geschlossenen Wald.

    Wenn ich die Vorlage richtig deute, ist das RP (in der Rolle als höhere Forstbehörde) dafür verantwortlich, weil sie dieses Stück Wald nicht freigeben möchte. Denn nur wenn dort kein Wald im Sinne des Gesetzes mehr wäre, könnte man dort etwas anderes machen.

    Mann könnte sich auf die Suche machen, ob dort nicht ein paar Käfer oder Eidechsen leben, die das Gebiet zu einer FFH-Fläche machen. Dann wäre die weitere Nutzung als Natursteinpark sogar Pflicht.

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