Tagebuchbloggen 08/2013 – Die Steuererklärung, kluge Politikerworte und eine radwechselnde Herzdame

Ein ganzes Wochenende verbrachte ich mit dem sehr unerfreulichen, aber dennoch sehr notwenigen und überfälligen Kampf mit der Steuererklärung. Zunächst mal die für 2011, hier hatte mir das Finanzamt die Pistole auf die Brust gesetzt mit einer Deadline in folgenden Woche. Nach mehreren unkomplizierten Verlängerungen, so fair muss man schon sein. 

Sehr geholfen hat mir die Mac-Software WISO Steuer, damit ging es dann wieder erwarten recht einfach. Zumindest für mich, der ja ein betriebswirtschaftliche Fach an einer Uni abgeschlossen hat und darum zumindest die grundlegenden Mechanismen und Begriffe versteht. Für den es trotzdem Jahr für Jahr ein Graus ist, sich mit diesem Bürokratiemonster zu beschäftigen. Der sich trotzdem nicht sicher ist, alles richtig gemacht oder das Maximum an Steuerersparnis herausgeholt zu haben. Der sich fragt, wie das eigentlich normale Menschen machen, die die Grundlagen dieser komplexen Materie nicht an der Uni gelernt haben.

Um eine komplexe Materie ging es auch Anfang der Woche im Planungsausschuss des Tübinger Gemeinderats. 

Bemerkenswert fand ich dabei die Wortmeldung von Amely Krafft, soweit ich weiß dem jüngste Mitglied im Gemeinderat. Sie dankte den Fachleuten der Verwaltung für die (hoffentlich) gute Arbeit, gab dann aber zu, diese aufgrund der Komplexität des Themas nicht vollständig beurteilen zu können und auf das Urteil der Fachleute vetrauen zu müssen. 

Ich meine zwar, da schwang leider auch auch ein unausgesprochenes „leider“ mit, dennoch wurde hier eine allzu wahre Erkenntnis ausgesprochen, die Politikern nach meiner Wahrnehmung in der Regel verborgen bleibt. Leider.

Gleich ein paar Minuten später wurde diese „kluge Worte“ von Frau Krafft seitens der CDU-Fraktion relativiert und ins Lächerliche gezogen. Aber dort ist man ja auch der Meinung, man kenne sich mit Verkehr aus, weil man Auto fahre.

Auto gefahren ist auch die Herzdame. Allerdings etwas unglücklich auf eine Bordsteinkante. Ergebnis: ein Platten. Ich kam an diesem Abend spät von der Arbeit  – konnte mich also nicht um den Radwechsel kümmern.

Allerdings überraschte mich die Herzdame am nächsten Tag damit, dass sie das nun schon erledigt hätte. Ja prima, Emanzipation ist schon ein tolle Sache, dachte ich mir. Und sah dann den Pannenhilfebericht des Gelben Engels vom ADAC auf dem Esstisch liegen.

2 Kommentare zu “Tagebuchbloggen 08/2013 – Die Steuererklärung, kluge Politikerworte und eine radwechselnde Herzdame

  1. „Ich bin emanzipiert, ich kann mir jemanden leisten, der das für mich macht“, hab ich sinngemäß mal gelesen. In „Mondscheintarif“, einem Frauenroman.

    Es wäre angenehm, wenn mehr Menschen den Mut von Amely Krafft hätten, und einfach mal sich selbst eingestehen könnten, dass sie nicht von alles Ahnung haben können. Das können sie nämlich nicht, egal wie viele Gehirne sie in ihrem Körper versteckt haben.

  2. Ich finde es übrigens nicht ehrenrührig, sich für Dinge, die man selbst nicht kann Menschen zu engagieren, die es können. Auch das ist eine Form davon, einzugestehen nicht von allem Ahnung zu haben.

    Im Gegenteil: ich war sehr froh, dass die Herzdame das Problem so gelöst hat. Denn ich wäre durchaus fähig, einen Reifen zu wechseln. Aber ich hasse kaum etwas so sehr wie am Auto rumzuschrauben.

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