Tagebuchbloggen 05/2013 – Sprachloser Chef, Kollegin Herzdame und ein IPA

Mit einer gewissen Genugtuung sah ich herunterklappende Kinnlade meines Chefs. Vor gerade mal zwei Stunden hatte er mich zu sich gerufen, um die Aufgaben für ein ungeplantes, sehr arbeitsintensives und sehr zeitkritisches Sonderprojekt zu erteilen. Nun überreichte ich ihm eine fast 10seitige Ausarbeitung, für die er eben noch mit den Worten „ich weiß ja, das das kaum zu schaffen ist“ eine Woche Bearbeitungszeit eingeräumt hatte. Über mein persönliches Netzwerk hatte ich – „unter uns“ – schon fast zwei Wochen vor offiziellen Auftragseingang von diesem Projekt. So lange dauert es also, bis sich eine Information erst auf der einen Seite erst die Hierarchie hoch und auf der anderen Seite wieder herunter arbeiten muss. Schneller und effektiver – weil ohne Stille-Post-Effekt – ist da immer noch das direkte Gespräch unter Kollegen.

Eine Kollegin ist seit einiger Zeit auch die Herzdame. Und immer wieder merken wir, dass es ein paar Nachteile gibt, dass wir in der selben Firma arbeiten. Nicht oft, denn unsere Jobs haben relativ wenig Berührungspunkt. Auch liegen unsere Büros in verschieden Etagen, meistens sehen wir uns in der Firma gar nicht. Nun hatten wir aber mal direkt miteinander zu tun. Ich durfte der Herzdame zuarbeiten, was wie zu erwarten zu (fachlichen) Miss- und anschließenden Unverständnisses führte. Solche Konflikte hat man ja mit jedem Kollegen mal, nur bei der eigenen Frau fehlt eben die professionelle Distanz. Man zeigt schneller und offener, wenn man genervt ist. Kritik wird emotionaler aufgefasst und dann wirkt das auch noch zu Hause nach. Nicht, dass wir uns deshalb jetzt ernsthaft gestritten hätten, aber genervt hat es schon. 

Die Woche war also vor allem vom Stress im Job geprägt. Da muss man sich anschließend auch mal was besonderes gönnen, und wenn es „nur“ ein besonderes Bier ist.
In diesem Fall ein Greene King IPA, ein India Pale Ale. Das Bier, das ursprünglich in England gebraut und zu den Kolonialtruppen in Indien verschifft wurde. Wegen der langen Schifffahrt rund um Afrika musste es besonders haltbar sein, weshalb der Alkohol- und Hopfengehalt höher ist als im normalen Ale. Neben der Haltbarkeit hat das natürlich noch andere positive Effekte auf Geschmack und entspannten Start ins Wochenende. 
Auch wenn das Greene King IPA vermutlich nicht das beste Bier dieser Brauart ist – das würde ich auch nicht erwarten, wenn es plötzlich in meinem Supermarkt zu haben ist – war doch mal eine schöne Abwechslung zum immergleichen Pils.
Und schöne Spots macht die Brauerei ja auch:

(Und ich hätte es nicht entdeckt und gekauft, ohne die grandiose CRE-Folge über Bier und übers Brauen.)

Und nun: Cheerio!

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