Tagebuchbloggen 02/2013: Papiervernichtung, Verkehrsplanerfreuden und chinesische Imbisse

Erste Arbeitswoche in diesem Jahr und die Stapel Papier haben mich sofort wieder genervt. Aber diesmal habe ich den Schritt gewagt, hin zu einem, nein nicht papierlosen, aber papierloseren Büro. Zunächst hat mich das mal viel Zeit am Kopierer, natürlich in seiner Funktion als Scanner, gekostet. Aber schon drei Tage später waren zwei Drittel der aktuellen Vorgänge digitalisiert, in Evernote reingeworfen, verschlagwortet. Ich finde nun Sachen besser und schneller und der Schreibtisch nähert sich einem erträglichen Zustand. 
Positiver Nebeneffekt: Durch den Sync von Evernote kann ich nun auch jederzeit von zu Hause aus arbeiten. 
Negativer Nebeneffekt: Durch den Sync von Evernote kann ich nun auch jederzeit von zu Hause aus arbeiten. 

Wiederum ganz papierbezogen verlief mein Abstecher ins Tagblatt-Archiv, um einen Zeitungsartikel von Anfang der 1990er zu recherchieren. Ja, als Verkehrsplaner muss man manchmal auch Historienforschung betreiben. Vor allem dann, wenn jede Politikergeneration die gleichen Ideen entwickelt, aber nicht wahrnimmt dass das Experiment schon einmal gescheitert ist. Vielleicht glauben sie ja der Zeitung.  

In der Zeitung befürchte ich ja auch demnächst auch Leserbriefe von einigen Anwohner zu lesen, deren Straße demnächst ausgebaut wird. Alles wohl situierte Doktoren und Professoren und -gattinen, mit denen ich das Vergnügen eines Ortstermins hatte.
Natürlich finden sie die Busanbindung alle total super und wichtig. ÖPNV jaja, gute Sache: dichte Takte, enges Haltestellennetz – apropos Haltestellen: die bitte nicht vor meiner Haustür. Und so liefen wir 4 oder 5 Häuser, die als Haltestellenstandort nach dem Straßenumbau in Frage kommen, zusammen ab. An jeder denkbaren Stell brachte der eine oder andere mehr oder weniger fundierte Gegenargumente vor, nur vor dem letzten Haus waren sich plötzlich alle einig, dass genau hier der einzig richtige Standort ist. Ich wunderte mich nur kurz, bis ich nämlich mal in die Runde fragte, wer von den Anwesenden denn in diesem Haus wohnt: Keiner. Na so eine Überraschung. Ich liebe meine Job. 
Genau so ärgerlich: Nachdem zähneknirschend akzeptiert wurde, das die Haltestelle auf jeden Fall gebaut wird, wurde versucht, den barrierefreien Ausbau wegzudiskutieren. Bräuchte man ja nicht, hier wohnen ja keine Rollstuhlfahrer. Kinderwägen? Ach was, unsere Kinder sind alle aus dem Haus. Außerdem ist ja die Haltestelle 400 m weiter barrierefrei ausgebaut. Das reicht ja wohl, oder?Zum Glück besteht inzwischen eine gesetzlichen Verpflichtung zum barrierefreien Ausbau.

Gesetzlich geregelt ist ja auch in Sachen Lebensmittel und Gastronomie vermutlich alles bis ins Kleinste. Trotzdem war mir ein Besuch einem kleinen chinesischen Imbiss gar nicht gut bekommen. Folge der gebratenen Nudeln mit Hühnerfleisch: eine schlaflose Nacht, eine Krankheitstag und ein Anflug von kognitiver Dissonanz. Denn ich esse das Zeug echt gerne, es schmeckt mir einfach und ich hatte mich sehr gefreut, als vor kurzem in der Tübinger Altstadt dieser Laden aufgemacht hatte. Bestimmt gehe ich trotzdem wieder hin, schließlich haben die Herzdame und Junior das Zeug auch gegessen und waren nicht krank. Außerdem muss ich noch den Stichprobenumfang vergrößern, bevor signifikante Aussagen möglich sind. 

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