Tagebuchbloggen 01/2013: Gute Vorsätze, Rota-Viren und Rabeneltern

Neues Jahr, neues Glück –  und natürlich: Gute Vorsätze. Johnny hat´s gesagt, wir sollen alle wieder mehr bloggen. Und recht hat er, warum begeben wir uns in die vorgeblich wohlmeinenden Arme von undurchsichtigen Firmen, die uns „kostenlos“ ihre so tollen Dienste offerieren? Twitter, Facebook, Instagram, etc. – überall kippen wir bereitwillig unsere Inhalte hinein und haben damit schon mehr als genug bezahlt. Denn wir wissen nicht, was mit unseren Inhalten innerhalb dieser geschlossen Plattformen passiert, vor allem nicht langfristig. Dabei wissen wir doch, dass es anders geht. Es braucht nicht mehr als eigenes Blog auf eigener Domain, RSS, Trackbacks und etwas guten Willen – und schon können wir uns allein auf Basis freier Webtechnologie genauso gut vernetzen wie mit den ach so tollen sozialen Netzwerken. 

Also: mehr bloggen, mehr Blogs verlinken, weniger Twitter, weniger Facebook. Und wenn schon back to the roots, dann richtig. Deshalb: Tagebuchbloggen, angestrebt wöchentlich. Mal sehen, ob ich´s durchhalte. Los geht’s: 2013!


Ach ja 2013 kann ja nur besser werden, den es begann nicht mit Sekt und Böllern, sondern mit Rota-Viren. Die Herzdame hatte es zu den Weihnachtsfeiertagen erwischt, mich dann pünktlich zu Silvester. Auch der Rest zahlreich anwesenden Familie hatte jeweils ein paar Tage flach gelegen – die reinste Seuchenstation. Nur an Junior ist das Virus beinahe wirkungslos verpufft – der Impfung sei dank. Einer Impfung übrigens, die nicht in der Standardempfehlung der Ständigen Impfkommission enthalten und von der unser Kinderarzt uns sogar leicht abgeraten hatte. Ich wäre diesen Ratschlägen ja gefolgt (wenn bin ich denn, das besser zu wissen?), bin nun aber froh, dass sich in diesem Punkt die Herzdame durchgesetzt hatte. 
Aber auch mit kurzen krankheitsbedingten Aussetzten, waren die Feiertage und die Zeit „zwischen den Jahren“ für uns ein dringend nötige Unterbrechung des Alltags. Der kleine hatte endlich mal mehr als nur die paar Tage eines Wochenendes seine Großeltern, das hat er sichtlich genossen. Wir natürlich auch. Schön, wenn man auch mal wieder etwas Zeit für sich hat. Und man sicher ist, das der Kleine gut aufgehoben ist.
 
Apropos: Gut aufgehoben ist der Kleine natürlich auch in seiner Krippe – auch wenn dort (noch) nicht alles perfekt ist. Man ist bemüht, den Bedürfnissen der ganz kleinen – die in dieser Einrichtung noch gar nicht so lange gibt – gerecht zu werden. Demnächst gibt es zumindest an drei Tagen warmes Mittagessen und mit Einführung von Ganztageskrippenplätzen ab September wird wohl auch endlich ein kleiner Schlafraum eingerichtet. Derzeit läuft gerade letzteres noch etwas improvisiert. 
Letztlich ist das aber alles nicht so wichtig, denn Junior fühlt sich in der Krippe pudelwohl.  Er genießt die Zeit mit den anderen Kindern, holt sich dort Unmengen Anregungen und lernt einfach durch nachmachen. Das Personal ist zwar knapp bemessen, dafür aber wirklich engagiert. In seiner Stammerzieherin hat er fast sowas wie eine zeitweise „Ersatz.Mama“ gefunden. Es läuft wirklich gut?
Es läuft wirklich gut? Rabeneltern sind wir! Gar nicht schnell genug können wir unser Kind entsorgen (sic!). Wohl wissend, welch schreckliche Qualen es in der Krippe, den pädagogischen Vorhof der Hölle erleidet. Meint jedenfalls Christine Brinck – Journalistin und (hört, hört!) Erziehungswissenschaftlerin – im Tagesspiegel.  
Eigentlich muss man dazu nicht mehr viel schreiben, das hat schon Dr. Mutti getan. Mich hat vor allem aufgeregt, dass ein angebliches Qualitätsmedium wie der Tagesspiegel sich für so etwas hergibt. Klar es ist als Meinung gekennzeichnet, aber es ist ja wohl reine Hetze. Ich fühlte mich tatsächlich beleidigt und im ersten Moment wünschte ich dem Tagesspiegel dafür, dass er sich als Plattform für sowas hergibt, das Schicksal von Frankfurter Rundschau und FTD an den Hals.
Das man über das Thema auch ausgewogen und unaufgeregt berichten kann, konnte man im Deutschlandfunk hören, im Hintergrund „Kulturkampf ums Kindeswohl“.
 
 

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