Natursteinpark in Gefahr

Opportunisten und Bürokraten – wenn die beiden sich zusammentun, kommt selten etwas Gutes dabei heraus.

In einem Wald am Stadtrand von Tübingen, einem ehemaligen Militärgelände, gibt es den Natursteinpark Rongen. Vordergründig ist das einfach ein Gewerbebetrieb für Natursteinrecycling, eine Lagerfläche für alte Steine. Tatsächlich ist ein einzigartiges Kleinod entstanden, ein Park der besonderen Art. 

Wenn es nach den Anfangs erwähnten Opportunisten geht, dürfte das bald Vergangenheit sein. Denn leider lässt sich so ein Unternehmen nicht ohne Belieferung durch LKWs betreiben – je nach dem wen man fragt sind es zwischen 5 und 30 Fahrten pro Tag. Die müssen über eine ansonsten nahezu verkehrsfreie, gut ausgebaute Straße fahren, wo es offenbar auch ein paar Anwohner gibt – die leiden nach eigenen Angaben unter der unfassbar schlimmen Verkehrsbelastung. Anwohner tatsächlich stark frequentierter Straßen würden vermutlich so etwas vermutlich gar nicht wahrnehmen.

Nun können Anwohner ja normalerweise lange und lauf jammern ohne das etwas passieren würde. Leider haben sie in diesem Fall mächtige Verbündete gefunden, die Bürokraten nämlich. Denn ein solcher Betrieb an diesem Ort ist anscheinend nach irgendwelchen Vorschriften nicht genehmigungsfähig. Warum ist nicht ganz klar, war das doch zuvor ein Munitionslager und besagte Straße wurde von schweren Mititärtransporten befahren. Abgelagerte Steine verstoßen aber nun gegen das Waldgesetz und ein paar LKWs sind plötzlich nicht mehr zumutbar.

Wie auch immer, der Natursteinpark wird bisher „geduldet“, das nun schon seit seit 20 Jahren. Damit soll es – wenn es nach den Opportunisten und Bürokraten geht – nun endlich ein Ende haben, Recht und Ordnung wieder hergestellt werden.  

Findet auch das Schwäbische Tagblatt.

Aber längst nicht jeder. Die Leserbriefe ans Tagblatt sind zwar in Stil und Argumentation wie immer weitgehend unerträglich und hahnebüschen, in Mehrheit aber gegen ein Schließung des Natursteinparks. Zuerst bei Facebook und wenig später auch im richtigen Internet wurde inzwischen eine „Initiative proNatursteinpark Tübingen“ aktiv, auf die hier hingewiesen sein soll.

Neben Argumenten für und gegen den Natursteinpark und einen kleinen Fotogalerie kann man dort sich dort auch ganz persönlich für den Erhalt des Parks einsetzen.

Ich mach das jetzt mal.

Ein Kommentar zu “Natursteinpark in Gefahr

  1. Das Ding wurde eben leider nie genehmigt, das ist das Problem. Die Panzer fuhren übrigens auf der Panzerstraße das Wankheimer Täle hoch, das ist nicht die gleiche Route wie die der LKWs. Die Panzerstraße ist heute gesperrt. Klar, könnte man auf machen, da sind ja nur die Wagenbürger, denen kann man den Lärm aufbrummen. 😉

    Es wäre schön, wenn sich eine Lösung finden könnte. Opportunisten und Bürokraten, wie Du sie nennst, haben leider keinen Sinn für Sinnvolles oder gar Schönes. Denn der Natursteinpark ist ja nicht nur ein Lager für alte Steine, man kann da auch allerlei interessante Skulpturen anschauen, die über die Jahrhunderte die verschiedensten Gebäude zierten.

    Die Liste der Argumente gegen den Park auf Pro Natursteinpark ist hanebüchenen und eigentlich doch nur eine Liste dafür. Hätten sie mal besser weggelassen.

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