Nur die Harten komm‘ in Garten

Nur die Harten komm´ in Garten

Es war eher ein Dschungel denn ein Garten, was da rund um unser kleines Häuschen wuchs, als wir März dort einzogen. Außerdem hatte sich offenbar ein Gärtner mit besonderer Vorliebe für Artenvielfalt hier. Zwischen den beiden haushohen Lebensbäumen und der in diese schon hineinwachsende Eibe kämpfte sich noch eine etwas mickrige Fichte nach oben. Dazwischen ein Teppich krautiger Pflanzen, von denen niemand mehr Bestimmtheit sagen konnte, ob die dort gepflanzt wurden oder ob es wilde Unkräuter waren. Das ganze gesäumt von einer etwas unförmigen, dafür um so bösartigeren Dornenhecke. Und dann war da noch der durchgedrehte Korkenzieherhasel, der dönerförmige Nadelbaum und natürlich der nach der Weltherrschaft strebenden Bambus. Den Rasen als solchen zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für jeden Gärtner gewesen, Moosteppich traf es schon eher.

Trotz dieser eher suboptimalen Ausgangslage war unsere Motivation Anfangs stark, dann aber stark nachlassend. Nach dem Einkauf der wichtigsten Werkzeuge und einer ersten Durchforstung waren erstmal andere Sachen wichtiger. Sich gegenseitig Ringe anzustecken zum Beispiel oder die Ankunft von Kleineldi. Über den erbarmungswürdigen Zustand des Gartens hinweg halfen einerseits ein paar gut gekühlte Hefeweizen wären der sommerlichen Grillabende, andererseits die wenigen von der Herzdame gepflanzten und bunt blühenden Blumen. Leider fielen die wenig später der Schneckeninvasion zum Opfer, der viel zu späte Einsatz von reichlich Schneckenkorn stellte schon keine Verteidigung mehr dar, sondern einen Vergeltungsangriff.

Der spätsommerliche Hagel, der die Gärten der Nachbarn aufs übelste verwüstete konnte in unserer grünen Hölle als dringend notwendige Pflegemaßnahme gewertet werden.

Hagel ist überhaupt eine schöne Metapher für unser erstes Gartenjahr: insgesamt ziemlich verhagelt. Das soll sich so Im nächsten Jahr nicht wiederholen. Darum hatte mich heute ob des dräuenden Grünschnittabfuhrtermins die Arbeitswut gepackt. Wichtigste Werkzeuge abermals: Astschere und Säge. Diesmal richtig! Völlig unerwartet ist es mir tatsächlich gelungen, das Astgewirr so zu lichten, dass jeder Baum und Strauch wieder einzeln für sich steht. Von so manchen Gewächs blieb da zwar fast nichts mehr übrig, aber Opfer müssen gebracht werden. Jetzt ist zumindest, – nun ja in anderen Branchen würde man sagen: Baufreiheit geschaffen, dass im Frühjahr die überwucherten Beete überhaupt mal bearbeitet werden können.

Weiteres unmittelbares Ergebnis der Aktion: Rücken.

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