12 Bilder aus 2010 – der fotografische Jahresrückblick

Liest eigentlich jemand diese (2009, 2008 und 2007) Jahresrückblicke? Ist ja auch egal, denn ab dem dritten Mal ist es Tradition und brauch nicht mehr hinterfragt werden. Hier also die ein Überblick über das Fotojahr 2010 mit einem (dem besten?) Bild aus jedem Monat:

Januar

white no black


Da hatte ich nun endlich verstanden, warum man bei Schneelandschaften die Belichtung um ein bis zwei Blendestufen nach oben korrigieren sollte, schon hatte ich es übertrieben. Allerdings mit voller Absicht (na klar!), das Ergebnis ist diese High-Key-Ansicht der verschneiten Tübinger Altstadt.

Februar

gorilla


Auf Pirsch im Münchner Zoo. Da unvorsichtiger Weise das Telezoom nicht den Weg ins Reisegepäck gefunden hatte, verlegte ich mich auf Streetphotography. Statt Tiere zu betrachten, betrachtete ich Menschen, die Tier betrachten. Lohnende Motive, und so schön abgelenkt.

März

asymmetric symmetry


Die Münchner Ubahn. Was als Notprogramm aufgrund miesen Februarwetters in München begann, wuchs zu einem mehrmonatigen Projekt an, das bis dato noch nicht vollständig abgeschlossen ist – später noch mehr dazu. Hier eines der bislang unveröffentlichten Bilder des letzten Shootings dieser Serie. Asymmetrische Symmetrie aus Froschperspektive.

April

angel photographer


Wieder mal unterwegs mit Jana, diesmal in Leipzig. Die Kamera war mit dem Lensbaby bestückt. Auch nach einem Jahr mit diesem netten Spielzeug mache ich das nur, wenn es egal ist, ob in dem Shooting brauchbare Bilder entstehen. Hin und wieder klappt dann aber auch so ein Treffer, dafür lohnt dann doch die unheimliche Ausschussrate.

Mai

hinter Eichen


Geprägt von Projekten jenseits der Fotografie war der Mai entsprechend wenig ergiebig. Auf einer kurzen Wanderung zur Wurmlinger Kapelle entdeckte ich dann doch eben diese hinter frischem Eichenlaub.

Juni

sei ehrlich


Konzertfotografie, für mich ein bis dahin unbeackertes Feld. Beim RACT-Festival bot sich die Gelegenheit. Auch ohne langes betteln und Akkreditierungswahnsinn bekam ich bei diesem „umsonst & draußen“-Festival einen Pressepass und Zugang zur Bühne. Selten hat mir ein Fotoshooting solchen Spaß gemacht.
Inzwischen sind einige meiner Bilder im Booklet der ersten Studio-CD der Pantasonics (die im übrigen hiermit wärmstens empfohlen sei!) zu ganz neuen Ehren gekommen.

Juli

german cowboy


Auf dem Dorf feiert man anders. In meinem Heimatdorf etwa gibt es ein „Indianerfest“. Irgendwann in den 1980er hatte der Sportlehrer der Grundschule zusammen mit der Dorfjugend in einer alten Kiesgrube einen „Indianerspielplatz“ gebaut – sicher inspiriert von diversen einschlägigen DEFA-Filmen. Kurz nach der Wende wurde dieser vom TÜV dichtgemacht. Selbstgebastelten Spielgeräte waren wohl zu großen Teilen tatsächlich potentiell lebensgefährlich.
Inzwischen gibt es einen neuen, TÜV-gerechten und entsprechend deutlich langweiligeren Spielplatz am Ortrand und auch die Tradition der Indianerfeste wurde wiederbelebt. Cowboys sind natürlich auch eingeladen.

August

river girl


Happy-Shooting-Workshop „Stadt-Land-Fluss“ in Dresden. Stadt-Land-Fluss?
„Stadt“ – Streetphotography, Menschen in auf der Straße, in alltäglichen Situationen, fremde Menschen vor allem.
„Land“ – die Landschaft entlang der Elbe und um Schloss Pilnitz.
„Fluss“ – die Fahrt auf der Elbe mit den Dampfschiffen der weißen Flotte eben dorthin.
Hier vereint in einem Bild.

September

täglich Brot


Zurück in Tübingen, Umbrisch-Provenzialischer Markt. Die Straßen der Altstadt voller Marktstände mir italienischen und französischen Spezialitäten. Und Menschenmassen. Da half nur noch: nah ran! Genau hinschauen, Details rauspicken, das beste mit nach Hause nehmen. Das macht man doch so, auf einem Markt, oder?

Oktober

photographica


Die erste eigene Ausstellung, zusammen mit Thomas Susanka und überhaupt möglich dank Twuetopia, einem wilden Haufen unglaublicher, engagierter und eloquenter Freunde. Gezeigt habe ich eine Auswahl der Ubahn-Bilder, die im Februar und März in München entstanden waren. Ich hielt die Bilder für reichlich unspektakulär und war erstaunt und erfreut über die zahlreichen Besucher und die überwiegend positiven Meinungen zu meinen Bildern.

November

warholized friends


Da mir während der Photographica-Ausstellung quasi offiziell das Etikett „Künstler“ angeheftet wurde, lag es nahe, sich mal bei einem wahren Künstler inspirieren zu lassen. Entstanden war das Bild bei der Finissage und wurde anschließend mittels digital „warholized“. Ich liebe diese verspielten Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung.

Dezember

Einzelgänger


Der Wechsel der Jahreszeiten motiviert mich immer wieder zum fotografieren in der Natur. Vor allem wenn Schnee gefallen ist, muss ich einfach mit der Kamera raus. Bekannte Landschaften sehen völlig verändert aus und so einfache Motive wie ein einzeln stehender Baum schaffen es plötzlich in die Top 12.


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