#ttti


Nach fast drei Jahren war es nun endlich soweit: erstmals kaufte ich ein Exemplar der einzig relevanten Lokalzeitung, des Schwäbischen Tagblatts. Natürlich nicht ohne trifftigen Grund.

Aus Anlass der kürzlich zu Ende gegangenen Photographica-Ausstellung sollte ein Interview mit mit mir als einem der Fotografen und einigen Machern und Helfern geführt werden. Alles Leute, die sich mehr oder weniger übers Netz kennengelernt haben und sich (nicht nur, aber auch) über Twitter austauschen. Inzwischen ist da eine kleine Community namens Twuetopia entstanden.

Warum ich hier so ausgreifend auf diese Nebensächlichkeiten eingehe? Nun, das Interview lief dann doch etwas anders, als ich es mir gewünscht hätte. Schon bei der Idee seitens des Tagblatt, das Interview über Twitter zu führen, war mein erster spontaner Gedanke: „Das endet doch im Chaos.“

Aber man will ja auch kein Spielverderber sein, und so saß ich vor kurzem pünktlich am Schreibtisch, startete hootsuite ein wartete. Was dann folgte, war Chaos. Nicht nur, dass – wie nicht anders zu erwarten auf Twitter – alle wild durcheinander zwitscherten und man seine liebe Not hatte, dem kleinen Rest eines Gesprächsverlaufs zu folgen – nein, offenbar hatte der liebe Kollege gar nicht vor, ein Interview zur Ausstellung zu machen, sondern darüber, wie sich die Beteiligten kennengelernt hatten und auf welche Art sie untereinander zu kommunizieren pflegen.

Nun ja, lustig war´s, aber mal ehrlich: wer braucht im Jahr 2010 ein Interview darüber, wie Twitter funktioniert? Außer jemand der meint über Twitter könne man ernsthaft Interviews führen.

Das nächste mal bitte zum Thema (hier: Ausstellung) und über einen geeigneten Kommunikationskanal. Persönliche Treffen sollen sich bewährt haben, auch telefonisch wurden schon gute Interviews geführt. Wenn es unbedingt was mit Internet sein muss, wäre auch eine Skype-Konferenz denkbar.

Auf das Fazit des Artikels: „Über Twitter kann man keine Interviews führen.“ sollte ein Journalist auch kommen, ohne es auszuprobieren.

Den ganzen Spaß kann man bei Twitter nachlesen unter dem Hashtag #ttti, den Tagblattartikel gibt es inzwischen online als pdf.


3 Kommentare zu “#ttti

  1. Ich fand’s lustig, einen Versuch wert und eigentlich auch in der Zeitung recht gut umgesetzt. Dass das Thema Fotoausstellung verfehlt wurde, weiß der Zeitungsleser ja nicht. Über Twitter hingegen hat er einiges erfahren, und auch über Internetcommunities.

    Aus deiner Perspektive war es natürlich enttäuschend, aber ich rieche die nächste Ausstellung (und die Tagblattankündigung dazu) schon. Und wenn ich twuetopia richtig einschätze, wird das wieder ein ekquisites Event. Darum: Rinjehaun!

  2. Hallo eldersign,

    da lag dann wohl ein Missverständnis vor. Ich hatte bei twuetopia wegen eines Twitterinterviews mit zwei, drei Aktiven angefragt, bei dem es um twuetopia gehen sollte, nicht speziell um die Ausstellung. Ursprünglich dachte ich daran, Fragen und Antworten über direkte Nachrichten laufen zu lassen (was ja auch möglich gewesen wäre, wenn sich die Gesprächspartner alle im selben Account einloggen). Dann wäre es ein Wortlaut-Interview in 140 Zeichen geworden.
    Als es sich dann ergab, dass wir das quasi öffentlich führen, fand‘ ich auch das ein interessantes Experiment und, danke uli, einen Versuch wert. Und klar, das Interview war ja für’s Blatt, und da gibt es etliche Leser und Leserinnen, die weder genau wissen, was Twitter ist, noch wie es funktioniert. Und so hab‘ ich es dann auch geschrieben, mit kleinem Glossar, das natürlich kein Mensch braucht, der sich mit Twitter auskennt. Bei der nächsten twuetopia-Aktion können wir dann ja auch einen ganz normalen, bewährten Bericht schreiben.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Jonas

  3. Also unabhängig der Frage worum es wem dabei ging, fand ich den Unterhaltungswert des Ganzen doch auch gut. Ob der nächste Event und wann stattfindet, das mal an anderer Stelle und einem anderen Ort, es wollen ja noch vierzig Flaschen Whisky gekillt werden. Oder Nusslikör. Ein frohes neues Jahr dir und der liebreizenden besseren Hälfte. Auf bald, Syd

Kommentar verfassen