Münchner Untergrund: Station Hasenbergl

blue, red and neon light


Zugegeben, ein wenig unwohl war mir schon zumute, als ich hier ausstieg. Genaues wußte ich nicht, aber nach den Schlagworten, die in Zusammenhang mit Hasenbergl fielen – Problemviertel, Ghetto, die Münchner Bronx – schien es eigentlich keine besonders gute Idee zu sein, sich hier mit vollbepackter Fototasche herumzutreiben. Aber es half ja nichts, diesen Bahnhof auszulassen kam nicht in Frage.

In der großzügig bemessenen Halle schwebt vor dem Hintergrund einer nachtblauen Decke eine linsenförmige Skulptur wie ein UFO über dem gesamten Bahnsteig, den sie über Reflektionen der beiden unter ihr verlaufenden Leuchtenreihen beleuchtet.

Der untere Teil der Wände besteht aus weiß hinterlegten Glaspatten, so dass auch darin das Licht ein weiteres Mal reflektiert.

Die Station wirkt durch dieses Beleuchtungskonzept insgesamt sehr hell, ja lichtdurchflutet. Neben der ungewöhnlichen Form des „Reflektors“ macht der Kontrast zwischen dieser Helligkeit und den großen, dunkelblauen Flächen im oberen Bereich diese Station zu eine architektonischen Highlight.

Meine Sorge bezüglich des verrufenen Stadtviertels stellten sich letztlich auch als völlig unbegründet heraus. Zwar habe ich den Bahnhof nur kurz verlassen, bin nicht mit der vollen Fototasche einmal quer durchs Viertel marschiert und war auch nicht mitten in der Nacht dort. Aber die Mensch, die mir dort begegnet sind waren genau wie an allen Stationen entweder freundlich und interessiert, an dem was ich da tue – oder sie ignorierten mich. Nach meinem Eindruck ganz normale Menschen, wie man sie überall in der Stadt trifft. Immer diese Panikmache…

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Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Hasenbergl.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts:


3 Kommentare zu “Münchner Untergrund: Station Hasenbergl

  1. Das Hasenbergl ist schon viel ruhiger als früher. Hat aber halt den schlechten Ruf und sehr viele Sozialwohnungen.

    Neuperlach ist da schon ne Ecke übler. :)

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