Münchner Untergrund: Station Messestadt West

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Wo heute die Hallen der Messe München stehen war noch bis Anfang der 1990er der Flughafen München Riem. Dieser war aber zu klein geworden, lag zu nah an der Stadt und wurde deshalb nach weit draußen im Erdinger Moos in vielfacher Größe neu gebaut.

Auf den frei gewordenen Flächen wurde nicht nur die neue Messe errichtet, sondern südlich davon auch ein ganz neuer Stadtteil, die Messestadt Riem.

Schon im Ubahnhof Messestadt West – einer der beiden Stationen, die dieses neue Stadtviertel erschließen – fällt auf, wie bemüht die Stadtplaner und Architekten hier waren, dem Quartier den Nimbus von Urbanität und weltmännischer Offenheit zu geben.

Der Bahnsteig ist eine sehr hohe, und damit offen wirkende Halle. Der Beton der Wände ist rau belassen worden, aber in verschiedenen Rottönen gehalten. Über eine opulente Freitreppe gelangt man auf einen großzügig angelegten Platz, dessen einziger Anlieger ein zwar sehr großes, letztlich aber sehr gewöhnliches Einkaufszentrum ist.

Auch die Messelounge hätte schon durch ihre Lage und ungewöhnliche Architektur – einer galerieartigen Glasfront über dem Ubahngleis – das Zeug zu einem exklusiven Treffpunkt für die Messebesuche. Ein Ort mit internationalem Flair, an dem man spürt, dass man sich in einer Metropole befindet. Sicherlich war dies auch die Intension der Erbauer.

Leider hat das anscheinend nicht ganz geklappt, inzwischen residiert dort eines jener mindestens zwielichtigen Lokale, in dem labilen Menschen die letzten paar Groschen von bunt blinkenden und laut dudelnden Glücksspielautomaten aus der Tasche gezogen werden.

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Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Messestadt West.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts:



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