Münchner Untergrund: Station Lehel

vanishing point


Beim Ausstieg aus dem Ubahnzug im Bahnhof Lehel war ich zunächst ein wenig enttäuscht. Das sollte einer der interessantesten Ubahnhöfe Münchens sein? Den Eindruck machte er erstmal nicht. Weiß gekachelte Wände, eine einfache lange Reihe Neonröhren zur Beleuchtung. Nichts besonderes. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick.

Auf den zweiten entdeckt man dann verschiedene Skulpturen, die sich auf unterschiedliche Weise in das gelbe Stationsband integrieren. Es handelt sich dabei um Repliken von Kunstwerken, die den Museen um Umfeld der Station ausgestellt sind.

Nun bin ich kein ausgeweisener Kenner und Freund antiker Kunst, aber einer andere Aspekt dieses Bahnhofs faszinierte mich dann doch:

Die Station befindet sich unter einem dicht bebauten Altstadt-Viertel und kurz vor der Isar-Unterquerung. Sie liegt darum relativ tief in der Erde und wurde nicht in offener Bauweise errichtet, sondern bergmännisch vorrangetrieben.

Er besteht aus zwei Bahnsteigtunneln, die durch Quertunnel miteinander verbunden sind. Auffällig sind die runden Formen dieser künstlich geschaffenen Höhlen. Ungewohnt, sich in solchen Strukturen aufzuhalten – wir sind es eben gewohnt, uns in Quadern zu bewegen. Die Gerade und der rechte Winkel sind die Normalität unserer Gebäude. Hier ist das anders.

Betrachtet man den Bahnsteigtunnel von einem Ende zum anderen, sieht man formlich vor sich, wie sich die Tunnelbohrmaschine durch den Boden frisst.

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Infos zur Ubahn München auf muenchnerubahn.de, auch speziell zur Station Lehel.

Bisherige Artikel des Ubahn-Projekts: