Katastrophenwanderung

Zugegeben, der Plan war ambitioniert. 6:00 Uhr aufstehen, an einem Sonntag. 6:45 Uhr im Zug sitzen, um gegen 7:25 im verschneiten Bad Urach Fotos im Morgenlicht zu machen. Ziel war natürlich der Wasserfall, bei dem sich bei den nun schon lange anhaltenden Minustemperaturen sicher tolle Eisformationen gebildet haben mussten.

Soweit klappte das dann auch. In Bad Urach angekommen hatte ich zunächst leichte Orientierungsprobleme. Abgesehen von der relativen Dunkelheit waren die wenigen Wegweiser ziemlich eingeschneit. Aber auf die Karte schauen, pah! Dann lieber erst einmal einen Kilometer in die falsche Richtung laufen. Macht ja nichts

Das Laufen in 30 cm hohem Schnee war nicht gerade einfach, aber irgendwann gegen 9:00 Uhr hatte ich mich dann bis zum Wasserfall hochgekämpft. Nur um festzustellen, dass inzwischen der Akku der Kamera leer war – und mir in diesem Moment wieder einfiel, warum ich schon die ganze Zeit so ein diffuses Gefühl hatte, etwas vergessen zu haben: Der Ersatzakku lag noch in meiner Küche in seiner Ladeschale. Also keine Fotos, nur eine Winterwanderung.

Die dann fast noch wirklich katastrophal endete, denn der Abstieg ins Tal ist deutlich steiler als der Aufstieg. Außerdem ist er zum Teil mit Treppen ausgestattet und führt recht nah man stürzenden Wasser vorbei. Darum war er auch so vereist, dass ich mich nach etwa der Hälfte und mehreren Ausrutschern sicherheitshalber entschied, doch wieder den sanft abfallenden Rückweg zu nehmen. Allerdings musste ich mich dafür erst mal wieder hoch kämpfen, wodurch ich das mitgeführte Einbeinstativ doch noch sinnvoll – wenn auch zweckentfremdet – einsetzen konnte.

Trotz viel zu kurzer Nacht, 10 km Fußmarsch durch verschneite Wälder und beinahe gebrochener Knochen gibt es deshalb nun: KEINE Bilder vom Uracher Wasserfall.

Meeh!

2 Kommentare zu “Katastrophenwanderung

  1. Ohje, Ohje, das ist ja fototechnisch eine bittere Angelegenheit 😉 du wirst sicher den Reserve-Akku nicht so schnell wieder vergessen.
    Hauptsache, du bist heil wieder zurückgekommen.
    LG Esther

  2. Ich seh das auch so wie Esther. Und das als Wintersport auch zu verbuchen hat auch so einiges :)
    Am Uracher Wasserfall bin ich vo rk napp 10 Jahren auch gewesen, auch im Winter, hab mir damals richtig heftig das Bein verstaucht beim Abstieg – Zähne zusammengebissen und zum Auto zurückgelaufen, daheim auskuriert… Seitdem war ich jetzt nicht mehr dort… 😉

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