Fertigmeldung aus dem Maschinenraum

Manchmal wird man wirklich betriebsblind, und nur Kritik – in diesem Fall im besten Sinne konstruktive – hilft, einem die Augen zu öffnen.

Vor ein paar Tagen erwähnte die Herzdame mal so nebenbei, dass sie die hier veröffentlichen Texte ja meistens ganz gut fände, nur die Seite wäre so furchtbar düster, unübersichtlich und einfach nicht schön. Vor allen käme sie mit der Bilderseite – gemeint war flickr, zu dem ich direkt verlinkt hatte, nicht zurecht.

Zunächst hätte ich das beinahe mit einem überheblichen „… was weißt du schon darüber? abgetan, aber dann schaute ich mir das Blog doch mal wieder genauer an, und stellte überrascht fest: Sie hat recht, verdammt!

Was folgte waren drei Abende voll gegoogle, ftp-chaos, php-gefrickel, upgedate und Konfiguriererei.

Als erstes musste ein neues Theme her, also den Themepool angeworfen und gesucht. Mit war klar: es soll etwas helles, freundliches, aufgeräumtes werden. Zweispaltig, ohne viel Schnickschnack, aber widgetfähig und einem großen Headerbild. Nach der ersten Durchsicht kamen CoffeeSpot, Ocean Mist und MistyLook in der engeren Auswahl.

CoffeeSpot hatte schon einmal jemandem angedreht, es wäre wenig originell, es noch einmal zu nehmen. Bei Ocean Mist wäre mir der babyblau Hintergrund wahrscheinlich schnell auf den Geist gegangen. Klar, das kann man ändern, aber ich weiß nicht genau wie und wo und Trial an error hatte ich keine Lust. Also MistyLook!

Das Theme ist schon von Haus aus recht stimmig, also war eigentlich recht wenig nachträgliche Handarbeit nötig. Eigentlich. Denn ein wenig personalisieren wollte ich es dann doch noch.

Zu einen sollte natürlich das Headerbild durch ein eigenes ersetzt werden. Anders als ich es bisher kannte, musste man dazu nicht mühsam herausfinden, wo das Headerbild gespeichert ist, um es dann – nachdem anhand noch das Seitenverhältnis herausgefunden hat – händisch per ftp zu ersetzen. Nein, es gibt in den Theme-Einstellungen einen eigenen Punkt „Personalisiertes Headerbild“. Dort kann man dann Bilder direkt hochladen, die dann auch noch passend beschnitten werden können. Letztes habe ich nicht ausprobiert, da das durch die exakte Angabe der benötigten Pixel das gleich im Lightroom erledigt wurde. So muss das sein.

Dann galt es die Sidebar neu zu ordnen. Und hier zeigte sich, das die Entscheidung, dafür endlich Widgets einzusetzen, goldrichtig war. Statt einer stundenlangen Copy-Paste-Orgie mit dutzendem Schnippseln php-code nur ein paar drag-and-drop-Aktionen. Fein.

Nicht so leicht war es dann wiederum, das „Über“-Widget – das, wo jetzt mein Foto und meine „Berufe“ drin stehen, zu personalisieren. Denn dort, wo man sonst die Widget-Einstellungen ändern kann, heißt es lapidar: „Für dieses Widget gibt es keine weiteren Einstellungen.“ Nicht fein. Also doch wieder in php-Dateien herumkritzeln, nur in welcher? Nach einigen vergeblichen Versuchen wurde ich schließlich in der functions.php fündig. Das Austauschen des Bildes nach der oben beschriebenen (dort nicht mehr notwendigen) Methode war dann die leichteste Übung.

Aber da war ja noch das Bilder-Problem. Was ich suchte, war eine Möglichkeit, meine inzwischen zahlreichen und permanent gepflegten Flickr-Sets in einer Seite zu präsentieren, und zwar möglichst vollautomatisch. Danach hatte ich in der Vergangenheit schon öfter gefahndet, ohne durchschlagenden Erfolg. Diesmal blieb ich beim Flickr Photo Album Plugin hängen, das tatsächlich genau das tut, was ich suchte. Und mehr, denn es bietet auch eine Lightbox-Unterstützung, die sogar ich zu Laufen bringen konnte; und ein Sidebar-Widget, das immer die neuesten Fotos zeigt.

Einziges Manko: Hat man das Plugin instalieriert und alles fertig eingerichtet, kann man die Fotoseite zwar schon aufrufen, darum erscheint sie aber noch lange nicht in der Reihe der Seiten, oben über dem Header. Dazu muss man dann noch per Hand eine leere Seite gleichen Namens – besser gesagt mit dem gleichen Permalink anlegen, dann gehts. Fein.

Was noch blieb waren Kleinigkeiten, die aber unheimlich Zeit und nerven Kosten können. Sei es das neue Twitter-Widget, das meine neuesten Tweet in die Sidebar bringt, sich aber anscheinend über nacht selbst gelöscht hat (oder ich zu müde war, um noch zu merken, was ich da eigentlich tue.)
Oder irgendewelche leere Ordner, die sich nach dem Ausmisten der Plugins aus unerfindlichen Gründen nicht löschen lassen.
Oder das Update auf die neueste WordPressversion, das plötzlich wie in alten Zeiten wieder per Hand gemacht werden möchte, weil das automatische Update zwar eine dicke Zip-Datei ins WordPress-Verzeichnis lädt, diese dann aber anscheinend nicht entpacken kann und resigniert aufgibt.

Nun ist aber alles wieder chique, übersichtlich und up-to-date. Und wie gefällte es den Lesern?

7 Kommentare zu “Fertigmeldung aus dem Maschinenraum

  1. Also mir gefällt es so. Schön aufgeräumt und auch etwas heller und freundlicher als vorher, allerdings lese ich dich eh hauptsächlich über den Feedreader.

    Die Projekt 52-Thumbnails sind zu klein, um etwas darauf erkennen zu können. Und in dein Impressum hat sich ein Fehler eingeschlichen: Psydonym.

  2. Ich hab zwar keinen direkten Vergleich zu der Vorgängerversion, finde, dieses Theme jedoch gelungen und übersichtlich.
    Bin über Twitter, Tübingen etc. auf diese Seite gestossen, werde dich auch mal auf flickr adden.

  3. Vielen Dank euch beiden.

    Ja, dass mit der Feedreadernutzung ist so eine Sache, auch ich gehe nur noch sehr selten tatsächlich auf Blogs. Wohl auch ein Grund, warum ich das Design hier etwas vernachlässigt hatte.

    An der Thumbnail-Größe lässt sich scheinbar nichts ändern, ohne in den Plugin-Code enzugreifen. Das werde ich wohl lieber lassen. Zumal die Thumbnails nur so klein werden, bei Sets mit sehr vielen Bildern – wie eben P52. Die meisten der anderen Sets haben so 10 bis 20 Bilder, da dürften die Thumbs ausreichend groß sein.

  4. Als ich eben meinen Kommentar noch einmal gelesen habe, kam mir die Idee das es sich bei dem „Psydonym“ um ein vertracktes Wortspiel handeln könnte, dass sich mir beim Schreiben meines ersten Kommentars nicht erschlossen hat. Aber du hast es ja korrigiert und ich mich nicht als begriffsstutzig erwiesen, puh. 😉

    Hat aber trotzdem was und wäre ein Fall für das Wortistik-Blog.

    Ach ja, eine E-Mail-Benachrichtigungsfunktion für neue Kommentare wäre ein Feature, das ich mir noch wünschen würde.

  5. Ich hab nicht schlecht gestaunt, als ich vorhin auf der Seite vorbei geschaut hab. Fand die alte eigentlich nicht so unübersichtlich aber Misty Look ist ja ein dankbares Theme das wir im Cthulhu Blog von Anfang an nutzen. Es lässt sich auch sehr schön personalisieren.

    Aber noch ne Frage, welches Twitter PlugIn nutzt Du?

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