Projekt 52 – Woche 25 – 100 Meter von zu Hause entfernt

logo-rot-200-mit-hgp79x.pngDer Holzmarkt ist zweite größere Platz in der Tübinger Altstadt – nach dem Marktplatz. Die Nord- und die schmale Ostseite werden von alten Fachwerkhäusern flankiert. In einem davon, in der „Heckebhauerschen Buchhandlung“ arbeitete einmal ein Buchhändlerlehrling namens Hermann Hesse. Heute ist ein Kaffee- und Gemischwarenladen dort eingezogen, des noch heute bestehende Antiquariat musst sich schon 1975 vor dem Kommerz ins Hochparterre zurückziehen.

Dominiert wird der Holzmarkt aber von der riesigen Stiftskirche, die über sich die ganze Südseite erstreckt. Trotz dieser Dominaz des Sakralen ist der Holzmarkt der bevorzugte Ort für Demonstrationen und politische Kundgebungen – und nicht der Markt, wo mit dem Rathaus das symbolisch viel passendere Gebäude für solche Anlässe steht.

Die Kirche steht etwas erhöht, eine lange Freitreppe führt hinunter auf den Platz, Diese Stufen sind natürlich ein beliebter Treffpunkt für – wie es so schön heißt – die Jugend, aber nicht nur die. An warmen Abenden ist die Treppe praktisch die größte Straßenkneipe der Altstadt, nur seine Getränke muss jeder selbst mitbringen. Etwas früher kann man aber auch nur kurz verweilen und ein Zigarette paffen (hier gilt kein Rauchverbot), während sich die Omas im Tangente Jour noch ein Stück Kuchen bringen lassen.

So ist das, 100 Meter von zu Hause entfernt.

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