gewagte Vergleiche und warum sie doch berechtigt sind

Eigentlich nur ein Kommentar zu diesem Blogeintrag bei wildbits.de, aber irgendwie auch eigenständig lesbar. Darum zitiere ich hier mal mich selbst:

Gesetze sind verdammt klebrig, sie halten Jahrzehnte und Jahrhunderte. Es gibt noch heute unzählige Gesetze, die z.B. mit dem BGB im Jahr 1900 eingeführt worden. Niemand weiß jetzt noch die Intensionen einzelner Paragraphen, und doch sind sie geltendes Recht. Diesen Umstand muss jeder, der ein Gesetz befürwortet, berücksichtigen.

Und bedenkt man dies, sind die Vergleiche mit Diktaturen und Despoten wie im Iran plötzlich nicht mehr so weit hergeholt. Nehmen wir einmal an, die jetzigen Akteure treiben dieses Zensurgesetz tatsächlich nur mit besten Absichten voran (wogegen vor allem spricht, dass die Copyrightmafia bereits aufdringlich mit den Hufen scharrt): Wer garantiert, dass in 5, 10, 50 oder 100 Jahren nicht irgendwelche Despoten an die Macht kommen, die dieses Gesetz oder die notwendige Zensurinfrastruktur missbrauchen? Sind wie davor gefeit, weil wir eine fortschrittliche, aufgeklärte Gesellschaft sind? Das dachte man in den 1920ern wohl auch.

Und dann der Einwand, dass nur die gut gebildeten, die mit den “neuen Medien” umzugehen verstehen, fortschrittlichen Gedanken anhingen: Könnte es nicht nicht sein, das diese Gruppe durch eine willkürliche, nicht kontrollierbare Zensur des Netzes künstlich klein gehalten werden soll?

Darüber sollte jeder, der jetzt noch Parteien anhängt, die diesem Wahnsinn zugestimmt haben, einmal nachdenken.

Hier ist keine Veränderung von innen heraus mehr vorstellbar, hier bedarf es eines harten und wegen mir auch schmerzhaften Schnitts und eines echten Neuanfangs

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