Dentophobie

Man geht ja viel zu selten zum Zahnarzt, meistens erst, wenn die Kacke am dampfen Karies am eitern ist. Aber warum eigentlich? Warum gehen Menschen ungern zum Zahnarzt? Angst? Wovor, vor Schmerzen? Glaub ich nicht, ich hatte bei Zahnbehandlungen noch nie Schmerzen, nur vorher. Nein, ich denke, man geht so ungern zum Zahnarzt, weil dort trifft man: … einen Zahnarzt.

Einen Mensch also, dem aus beruflichen Gründen jegliche Empathie abhanden gekommen ist. Im besten Fall, denn es drängt sich doch der Verdacht auf, es hier mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem unterdrücken Sadisten zu tun bekommen, dem man sich dann auch noch soweit ausliefern muss. Der immer dann, wenn drei bis fünf Schläuche, Bohrer und Schaber im eigenen Mund untergebracht beiläufig erwähnt, dass es nun vielleicht doch ein wenig weh tun könnte. Der Selbsterhaltungstrieb verlangt nun, dies zu verhindern, aber zu mehr Protest als ein genuscheltes „HHHnnn lllllssssnns SSS dddss bbbssseee“ ist man ja nicht mehr im Stande.

Und dann sind da noch die ganz perfide Exemplare der Gattung Zahnarzt. Sie bitten den Patienten, der am letzten Tag des Quartal, an dem man den 10-Euro-Schein genau so gut verbrennen könnte, pünklich zu Beginn der Sprechzeit mit akuten Zahnschmerzen die Praxis betritt, freundlich herein. Dann machen sie eine Stunde lang ausführlich Diagnostik, (Die teuer angeschaffte Röntgen-Höllenmaschine will ja auch genutzt werden) um danach ob der ja nun eintreffenden Termin-Patienten vorzuschlagen, für den Rest der Behandlung die Behandlung einen zweiten Termin in ein paar Tagen zu vereinbaren.

Solche Leute nicht treffen zu müssen, ist doch ein sehr guter Grund, nicht zum Zahnarzt zu gehen.

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