Das Lied des Seilers

Aus aktuellen Anlass, ein kleines Gedicht, jüngst rezitiert vom meinem Opa zu Erheiterung des Familienfests:

Das Lied des Seilers

Der kleine Dieb wird aufgehängt,

den großen lässt man laufen.

Wär´ umgekehrt der Welten Lauf,

könnt ich mehr Strick verkaufen.

Leider kann ich diesen schönen Reim nicht kommentarlos stehen lassen. Dann könnte der Eindruck entstehen, ich würde mich der großen Masse anschließen, die sich ob der angeblich zu milden Bestrafung von Klaus Zumwinkel beklagt. Denn ich glaube, für diesen kollektiven Klagegesang gibt es vor allem ein Motiv: Neid. Und Neid ist nicht weniger schlimm als Raffsucht.

Es sollte sich jeder mal überlegen, ob er in der selben (oder auch in seiner tatsächlichen) Situation nicht auch „die Möglichkeiten“ ausgenutzt hätte. Ich selbst wäre mir nicht so sicher.

2 Kommentare zu “Das Lied des Seilers

  1. Ja ich wär mir da auch nicht so sicher. Viele „schummeln“ bei der eigenen Steuererklärung und zeigen dann mit dem Finger! Es wäre interessant zu wissen wieviel Millionene er in seinem Leben an den Staat und damit uns indirekt überwiesen hat!

  2. Ich kopiere mal ganz frech meinen eigenen Kommentar, den ich zum selben Thema auf dem Querblog abgegeben habe:

    Meiner Meinung nach wäre eine Gefängnisstrafe von 9–12 Monaten durchaus gerechtfertigt gewesen. Nicht, weil er Steuern hinterzogen hat, etwas tricksen tun ja einige. Aber die Art, wie er es getan hat, war ja schon richtig organisiert-kriminell: Geheimcodes, Wechsel des Fahrzeugs, Verschleierung unter dem Deckmantel einer gemeinnützigen Stiftung.

    All das zeigt doch, das Klaus Zumwinkel über Jahrzehnte genau wusste, was er tat und das dieses Handeln hochgradig illegal war. Das mit einem einfachen Steuerbetrüger gleichzusetzen, der seinen Privat-PC als Arbeits-PC von der Steuer absetzt, ist Malen in schwarz-weis.

    Und außerdem ist es meiner Meinung nach nur frech, seine angeblichen Verdienste für den deutschen Staat als strafmildernderes Argument anzuführen. Sicher haben seine Sparpläne der Post geholfen, auf der anderen Seite haben wir dafür jede Menge unterbezahlte Briefzusteller und höhere Portogebühren für den Bürger, die ja beide bekanntlich den Staat bilden.

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