12 Monate, 12 Bilder – mein Fotojahr 2008

Zum zweiten Mal möchte ich nun hier an ein kleinen fotografischen Jahresrückblick wagen, wenn das mal keine Tradition wird.

Zunächst stand das vergangene Jahr unter dem Zeichen meines Job- und Wohnortswechsels. Dadurch blieb natürlich teilweise recht wenig Zeit übrig für die Fotografie, anderseits gab es in der neuen Umgebung unendlich viel zu entdecken. So wurde meine neue „Heimatstadt“ Tübingen eines der wichtigsten Motive.

Auch wenn ich hin und wieder leicht frustriert über die sich (scheinbar) langsam abflachende Lernkurve bin, meine ich doch eine gewisse positive Entwicklung zu beobachten. Vor allem sind die „guten Bilder“ inzwischen weit weniger Zufallsprodukte wie noch vor einem Jahr.

Mit dieser Erkenntnis im Kopf traute ich mir denn auch zu, erste Aufträge anzunehmen und ein wenig Geld mit der Fotografie zu verdienen. Inzwischen bin ich also hochoffiziell „Fotograf“, wenn auch nebenberuflich.

Aber genug der Vorrede, kommen wir zu den Bilden – das jeweils beste jeden Monats, ausgewählt von einer hochkarätig besetzen Fachjury mir:

Januar

Der Kanal

The Canal

Kalt und neblig, so waren die ersten Tage in der neuen Stadt. Also genau richtig, die Umgebung kennen zu lernen und mit der Kamera festzuhalten. Und zwar in schwarz-weiß, eine Gestaltung, die mir im Laufe des Jahres immer öfter in Sinn kommen sollte.

Februar

Wochen-Ende

Wochen-Ende

Beim Sonnenuntergang am letzen (?) Wintersonntag entstand dieses Bild am Tübinger Anlangensee. Kaum zu glauben, dass es solche Motive mitten in der Stadt gibt.

März

Winter vs. Frühling

Blüte

Es wurde Ostern und der Winter kehrte zurück, machte es den bereits offen Knospen nicht gerade leicht. Ich glaube, in diesem Jahr gab es nicht ganz so viele Äpfel in unserem Garten – dafür wirklich ungewöhnliche Wintermotive.

April

Homebase

Homebase

Im April war es dann endlich soweit, ich zog aus meinem Übergangsquartier in eine „richtige“ Wohnung. Leider blieb dadurch wirklich recht wenig Zeit für andere Dinge, darum muss die Homebase auch als Motiv herhalten. Aber so sieht man: perfekte Altstadtlage.

Mai

Parklife

Ente

Irgendwo hab ich mal gelesen, Enten wären kein Motiv für „richtige“ Fotografen. Mir doch egal.

Juni

Zum Horizont

Zum Horizont

Im Fahrradurlaub in Dänemark konnte ich mich ausgiebig – was auch sonst – der Landschaftsfotografie widmen. Leider hatte ich meist nicht viel Zeit, da die Geduld der nichtfotografierenden Reisebegleitung eher überschaubar war meist begrenzt. Da wurde das komponieren schon schwierig, denn es gab immer nur eine Richtung: vorwärts, zum Horizont.

Juli

Next Topmodell?

Next Topmodel.jpg

Was aussieht, wie ein geplant ausgeleuchtetes Studioportrait, ich in Wahrheit ein regelrechter Schnappschuss. Manchmal ist das Geheimnis einfach, zur richtigen Zeit den Auslöser zu drücken.

August

Mühlenhügel

Mühlenhügel

Eigentlich waren wir an diesem Spätsommerwochenende in Sachen Geochaching unterwegs, aber bei einem so tiefblauen Himmel kann die Kamera natürlich auch nicht in der Tasche bleiben.

September

Die Geige

fiedeln_3

Da ich von der Geigerin leider keine Erlaubnis zur Veröffentlichung von Portraits bekomme, musste hier die Geige als Model herhalten. Gut, um mal wieder das Spiel mit der Schärfentiefe zu üben, hier liegt sie dort, wo die Musik spielt.

Oktober

splash!

Tropfen_4

Seit ich fotografiere, wollte ich schon ein wenig mit fallenden Wassertropfen experimentieren. Bei einer Fototour mit Jana über den Leipziger Südfriedhof bot sich plötzlich die Gelegenheit. Das Seting wurde also fertig vorgefunden, fotografiert wurde bei „avalible light“, die Methode der Wahl, um diesen Moment einzufangen, war „spray and pray“.

November

Tübingen, Postcardview

Zitate und immer wieder Zitate

Wer nach Tübingen kommt, um Fotos zu machen, fotografiert dieses Motiv. Auch ich kam an der Neckarfront von Anfang an nicht vorbei und habe inzwischen unzählige Bilder davon im Archiv. Mit strahlend blauen Himmel, mit sonnenbadenden Menschen auf der Mauer, mit Stocherkähnen auf dem Necker, als HDR-Aufnahme bei Nacht, etc. Aber diese schwarz-weiß-Umsetzung, entstanden an einem trüben Sonntagmorgen im November, gefällt mir immernoch am besten.

Dezember

Schokoladenengel

People of chocolART-3

Mit der chocolART bot sich im Dezember noch einmal unverhofft eine Gelegenheit für Streetphotogaphy. Die Damen und Herren auf den Markttänden waren anscheinend schon kameraerprobt, so wie diese beiden Schokoengel. Trotz winterlicher Dunkelheit habe ich ich auch hier auf „avalible light“ gesetzt, mit Blitz hätte ich wohl nicht nur die Stimmung zerstört, sondern auch die Kooperationbereitschaft der Modelle. Wozu hat man schließlich eine f/1.8-Linse in der Tasche?

Bleibt die Frage: Wie gefallen Euch meine „12 Besten“? Welches ist euer Favorit, welches hätte lieber ungezeigt bleiben sollen. Und warum? Nur Mut, das da unten ist eine Kommentarfunktion, die tut gar nicht weh :-)

12 Kommentare zu “12 Monate, 12 Bilder – mein Fotojahr 2008

  1. Mir gefallen alle Fotos gut. Fast! Das Entenfoto finde ich belanglos. Kann man „belanglos“ einfach so sagen? Nun ja – vielleicht ist es nicht ohne Belang, aber es spricht mich trotzdem nicht so an, wie die anderen. Es löst nichts in mir aus. Und Bilder müssen etwas in mir auslösen, damit ich aus dem Bauch heraus sagen kann, dass es mir gefällt.

  2. Schöne Auswahl, mir gefällt die Vielseitigkeit. Besonders haben mir die Bilder Januar (großartiges Licht), Juni (schöner Horizont in Wellenform und Weg der direkt auf den Baum zuführt) und August (Bildaufbau, Kontrast Feld-Himmel) gefallen. Auch das Juli-Portrait ist überaus gelungen.

    An der Ente stört mich der Bildaufbau etwas und die Street Photography im Dezember ist doch etwas zu sehr gestellt, keine wirkliche Szene von der Straße. Tübingens Altstadt ist so schief und krumm, dass man fast den Eindruck haben könnte, es handelt sich um Objektivfehler, aber da ist einfach alles so schief.

    Insgesamt prima, habe Dich gleich mal auf flickr als Kontakt hinzugefügt.

  3. Vielen Dank ihr beiden für die nette Kritik.

    @Tom: klar kann man einfach so „belanglos“ sagen, wenn man es den so empfindet. Ich geh bei Fotos auch immer eher nach Bauchgefühl.

    @bosch: Zum Thema „Street Photography“ die keine ist – klar ist das Bild eher ein Portrait, nur die Situation war „Street-mäßig“. Nur ist das dem Betrachter ja ziemlich egal, wie sich der Fotograf an die Aufnahmesituation erinnert. Wieder was gelernt.

  4. Unglaublich was doch die Gestaltung/Bearbeitung von Bildern ausmacht, beim Januar Bild ist das schön zu sehen. Eine Farbaufnahme würde da gar nicht wirken.
    Bei Regen wäre das Bild vom April auch nur halb so schön.
    Einzig das Dezember Bild passt (für mich) nicht dazu.
    Insgesamt ein schöner Rückblick und eine schöne Idee so noch einmal auf das vergangene Jahr zu blicken.

  5. Juni und August sind wirklich toll, super Farben und Kontrast. Hast du da beim Fotografieren schon ein Filter auf der Linse gehabt oder im Nachhinein per Photoshop bearbeitet?

  6. Mein Favorit: ‚Zum Horizont‘, dicht gefolgt von ‚Der Kanal‘.
    Und ich hoffe, dass dieser Jahresrückblick Tradition wird. :)

  7. @Anne: Vielen Dank, du darfst dich gerne inspirieren lassen, wenn du magst.
    (Alle anderen natürlich auch…)

    @Jan: Was Bildstimmung angeht, mag ich das Extreme. Ich ge gern bei Nebel und totalem Schiitwetter raus, dann weiß ich aber auch schon vorher, das da schwarzweiß- oder sepia-Bilder entstehen. Und dann bin ich wieder der totale Schönwetterfotograf, dem der Himmel gar nicht blau genug sein kann.

    @Ach, der Phillip, der olle Klugscheißer. So kennen und lieben wir ihn! 😉

    @Flo: Kann sein, das da auch ein Polfilter im Spiel war. Weiß ich jetzt nicht mehr, wahrscheinlich eher nicht. Denn dank RAW hole ich solche Farben auch schon aus der Entwicklung in Lightroom, da muss ich noch nicht mal den Photoshop bemühen.

    @Georges: Da das schon mein zweiter Jahresrückblich ist, stehen die Chancen recht gut für weitere.

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