Inside the chocolART

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Während landauf, landab auf den Weihnachtsmärkten ein Einheitsbrei aus Glühwein, Lebkuchen, Weihnachtsdeko und Socken geboten wird – was auch seinen Reiz hat, das will ich gar nicht bestreiten – feierte Tübingen in den letzten Tagen ein Schokoladenfestival, das chocolART.

Dank optimaler Altstadtwohnlage war ich von Beginn an live dabei, und nachdem sich der Lärm des Pavilionaufbaus gelegt hatte bot sich aus meinem Wohnzimmerfenster für den Rest der Woche folgender Anblick (rechts).

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Begab ich mich nach unten, konnte ich ein ganz besonderes Flair erleben. Schon das angebotene Sortiment war etwas besonderes, weitgehend keine alltägliche Ware, die man an jeder Ecke bekommt. Oft tatsächlich handgemacht, teilweise live auf den Marktständen. Hinter den Tresen standen wirklich freundliche, aufgeschlossene Menschen, die mit viel Herz und Leidenschaft ihre Schokolade dem Besucher nahe brachten und zum probieren einluden. Und zwar ohne, und das ist mir sehr positiv aufgefallen, ohne aufdringlich zu werden, Nie hatte ich das Gefühl, dass nach dem Probieren ein Kauf erwartet wird, was ich bei solchen Märkten oft als sehr unangenehm erlebe.

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Statt dessen gab es auch mal ein Schwätzchen am Rande, trotz riesigen Andrangs. So wie bei diese beiden „Schokoengel“, die ihren Stand direkt gegenüber meiner Haustür aufgebaut hatten und die sich sehr freuten, hier im Schwabenländle ein wenig „sächgs´sch quadchen“ zu können. Die beiden waren nämlich extra aus Leipzig und Dresden, also aus meiner „alten Heimat“, angereist. Ihre Schokolade allerdings hatte einen noch weiteren Weg, die kam aus Kolumbien.

Light of chocolART-5Am schönsten war dieser Markt natürlich nach Einbruch der Dunkelheit. Nicht nur, dass viele der Marktstände sehr schön dezent und warm, zum Teil mit Kerzenlicht, beleuchtet waren. Auf dem Marktplatz und dem Holzmarkt durften sich auch Lichtkünstler austoben und die Fachwerk-fassaden in farbenfrohe Kunstwerke zu verwandeln. Auch die sonst eher rustikal wirkenden Straßenlaternen wurden in diese Lichtkunst einbezogen und passend umgestaltet.Light of chocolART-6

Von daher war es auch eine sehr gute Idee, den Markt am Samstag bis Mitternacht geöffnet zu halten. Nach einer ausgiebigen Runde am frühen Abend, als wirklich sehr viel los war, konnte ich so kurz vor der „Geisterstunde“ noch einmal ganz in Ruhe die besondere Atmosphäre genießen.

Die Damen und Herren hinter den Marktständen hatten danach allerdings gute 14 Stunden in den Beinen und waren auch wirklich froh, als endlich Feierabend war. Wobei aber auch durchgehend Zufriedenheit mit den „Geschäft“ herauszuhören war. Es sei ihnen gegönnt.

Für das umfangreiche Rahmenprogramm blieb leider wenig Zeit, zumindest das Schoko-Whisky-Tasting werde ich mir im nächsten Jahr einmal gönnen. In diesem Jahr blieb es bei einem knusprigen Entenbraten an Schokolade-Orangen-Sauce im Neckermüller.

Jetzt sind die Pavillions abgebaut und das Altstadtpflaster in meiner Straße wieder leer und verlassen. Nach einer Woche prallem Leben direkt vor der Haustür ist es mir nun eigentlich viel zu ruhig hier. Aber einerseits wird das ganz sicher nicht mein letztes chocolART gewesen sein, und andererseits gibt es in zwei Wochen auch in Tübingen noch einen Weihnachtsmarkt. Dann wohl auch mit Glühwein, Lebkuchen, Weihnachtsdeko und Socken.

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weitere Bilder hier:

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2 Kommentare zu “Inside the chocolART

  1. Hallo,

    ich bin einer der Organisatoren des Schokoladenfestivals und habe mit viel Freude soeben Ihren Bericht gelesen! Vielen Dank für diese tolle „Rückmeldung“ und auch die tollen Bilder. Dürfen wir von der chocolART-Site auf den Bericht verlinken? Das wäre klasse.

    Herzliche Grüße

    Hans-Peter Schwarz

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