Demokratie und Weltmacht

Durch den Wazzup-Clip bin ich ein wenig ins Grübeln gekommen. Wiese beschäftige ich mich eigentlich mit dem Wahlkampf in irgendwelchen fernen Ländern?

Wohl deshalb, weil die acht Jahre Bush natürlich auch auf Europa und Deutschland Auswirkungen hatten, und keine guten. Man denke nur daran, dass auch hier inzwischen von rechten Politikern ein Klima der permanenten Angst geschaffen wird, um dem Ausbau des Überwachungsstaats zu rechtfertigen und voranzutreiben. Von den Folgen für Länder wie Irak oder Afghanistan ganz zu schweigen.

Kurz: Die Wahl des amerikanischen Präsidenten hat Auswirkungen auf die ganze Welt. Darum nennt man sie ja auch „Weltmacht“

Wie passt es dann eigentlich in das Konzept der Demokratie, das gerade einmal 300 Millionen Amerikaner über das „mächtigste Amt der Welt“, auf der inzwischen 6,7 Milliarden Menschen leben, entscheiden dürfen?

Die Antwort ist: gar nicht. Spätestens dann, wenn ein Nationalstaat den Status einer Weltmacht hat (vielleicht auch schon, wenn er danach strebt?) und wenn er diese Macht auch mit allen Mittel (nicht zuletzt Gewalt) einsetzt, ist das Prinzip der Demokartie, dass die Beherrschten ihre Herrscher selbst auswählen dürfen, ausgehebelt. Weltmächte können nicht demokratisch sein.

Selbst wenn eine Weltmacht im Inneren demokratisch ist – bei den USA sind da zumindest gewisse Ansätze erkennbar – nach außen agieren sie immer diktatorisch.

Ein Kommentar zu “Demokratie und Weltmacht

  1. Da kam gestern auf arte ein sehr schöner Film zum Thema. „George Walker Bush in ‚Being W.'“ Kommt zum Glück nochmal. Kleiner Auszug aus artes Programmankündigung:

    Dienstag, 4. November 2008 um 09.55 Uhr

    Wiederholungen:
    06.11.2008 um 00:30

    George Walker Bush in „Being W.“

    (Frankreich, 2008, 104mn)
    ARTE F
    Regie: Karl Zero, Michel Royer
    Autor: Karl Zero, Michel Royer
    Produzent: La Societe Secrete

    Der französische Journalist und Starkomiker Karl Zéro und Filmemacher Michel Royer präsentieren mit ihrem Dokumentarfilm „Being W.“ die nicht autorisierte Biografie von George W. Bush, US-Präsident und aus Sicht des Satire-Duos größter amerikanischer Schauspieler aller Zeiten. Dabei stellt sich als „Dabbeljus'“ Glanznummer heraus, dass er in der Lage ist, die Menschen die unglaublichsten Dinge glauben zu lassen.

    Nach Ansicht von Karl Zéro und Michel Royer monopolisiert George W. Bush seit bald acht Jahren Funk und Fernsehen rund um den Globus und rund um die Uhr. Darunter waren Stunden und Aberstunden haarsträubender Bonmots, absurder Entscheidungen, peinlicher Pannen und lächerlicher Auftritte. Und mittendrin geschah die Wiederwahl zum US-Präsidenten, die für viele Amerikaner ein Rätsel bleiben wird.
    Zum Ende seiner Amtszeit lassen Karl Zéro und Michel Royer „Dabbelju“ in ihrer nicht autorisierten Biografie Bilanz ziehen. Mister President daselbst beziehungsweise ein begnadeter Imitator – kommt zu Wort und erklärt Beweggründe und Methodik seines Strebens nach der Macht. Mit teuflischer Unterstützung der Autoren kommentiert „Dabbelju“ die Bilder seines Lebens.

    … sehr sehenswert, also anschauen oder aufnehmen.

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