Schachtelsatz-Avantgarde

Immer dann, wenn ich mal meine eigenen Artikel mit etwas zeitlichem Abstand selbst noch einmal lese – was eigentlich nur dann passiert, wenn ich sicher sein kann, das der Artikel tatsächlich auch einen Leser hatte. sprich wenn dieser kommentierte – muss ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich zu höchst abenteuerlichen Schachtelsätzen neige, die die Grenzen der Verständlichkeit, der korrekten Interpunktion – oft geht der Vorrat an Komata allzu schnell zur Neige und es muss auf alternative Trennzeichen (Bindestriche, Klammern, etc. – Hauptsache man kommt nicht zum Punkt) zurückgegriffen werden – und vor allem der eigenen Fähigkeiten, die deutsche Sprache zu beherrschen, ganz offensichtlich sprengen und ich gebe hiermit bekannt, dass dies die in Text umgesetzte Struktur meiner Gedankenwelt darstellt, es sich also demnach nicht, wie man vermuten könnte, um Fehler oder Unvermögen handelt, sondern vielmehr eine Kunstform darstellt, die bisher in der Kulturgeschichte viel zu wenig gewürdigt wurde – sollte die Lesbarkeit darunter leiden, ist dies also im Namen der Kunst hinzunehmen. (PUNKT!)

3 Kommentare zu “Schachtelsatz-Avantgarde

  1. Ich finde das überhaupt nicht schlimm, sondern eher spannend.

    Und der Leser, weil er damit beschäftigt ist, sich, nachdem er festgestellt hat, den Anfang des Satzes bereits wieder vergessen zu haben, die ersten Wörter nochmals durchzulesen, setzt sich dadurch wesentlich intensiver mit dem Text auseinander.

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