Benzinpreisschock?

Nach gut drei Monaten kam ich dieses Wochenende mal wieder in die Verlegenheit, zu tanken. Mit etwas mulmigen Gefühl fuhr ich an dar Tanke vor, denn was hatten Kollegen und Freunde in letzter Zeit nicht gejammert, wie teuer doch der Sprit geworden wäre. Kaum mehr bezahlbar wäre das, eine unverschämte Abzocke. In das gleich Horn schienen die alten Medien zu stoßen. Was man so nebenher mitbekam, war da wohl vom Literpreisen von über 1,60 EUR die Rede.

Ich hatte mich also darauf eingestellt, ein paar Euro mehr dort zu lassen, als zuletzt – aber: Große Überraschung: Der Preis hatte sich so gut wie nicht verändert, lag gut unter 1,50 EUR – so hatte ich das auch noch in Erinnerung.

Was soll also bitte diese elende Gejammer?

5 Kommentare zu “Benzinpreisschock?

  1. Wenn Du mit einer Familie in den Urlaub willst und den Benzinpreis jeden Tag den es näher an den Ferienanfang geht, steigen siehst und dann vierzehn Tage später sind plötzlich 8 cent Preissenkung drin, dann hat das auch nichts mehr mit Angebot und Nachfrage zu tun, sondern mit Willkür.

    Wer wie Du und ich nur alle drei Monate tankt, der ist nicht so empfänglich, wer allerdings jede Woche ein oder zweimal tanken muss, der sieht das ganz schnell.

  2. Hallo Larsi,
    entsetzte Grüße aus dem Heimatland.Man oh man, da haste ja auch wieder Glück gehabt. In der letzten Woche gingen die Spritpreise auch nach unten. Wenn ich 4x im Jahr tanken müsste, würde mich das auch nicht stören. Übrigens, vor einem Jahr kaufte ich meinen Corsa Diesel und habe da für 0.95 EUR getankt. Jetzt kostet der Liter 1,45 EUR. Das finde ich schon schlimm. Bin mal gespannt, was du sagst, wenn deine Fahrt mit der Bahn zu deiner Liebsten sich mal so eben fast verdoppelt. und sag jetzt nicht: “ Da fahr ich nicht mehr hin“ Und ja, Ich habe mir meinen Wohnort selbst gewählt und muss jeden Tag fahren, aber ein Leben in der Großstadt, neben der Arbeit, wirst du mit Kindern auch noch hassen Lernen. Und übrigens, auch Heizöl ist im letzten Jahr teurer geworden und daran kommst auch du nicht vorbei.

  3. @Napfekarl:
    Sicher ist der Preisanstieg beim Diesel nicht ganz ohne. Ich habe aber noch nie wirklich verstanden, warum Diesel weniger kostet als Benzin. Zumindest aus Umweltsicht nehmen sich die beiden Energieträger wohl nicht viel. Von daher ein gesunde Entwicklung, wenn sich die Preise angleichen.

    @Sebastian:
    Warum hohe Preise zu Ferienbeginn _nicht_ auf der Wirkung von Angebot und Nachfrage beruhen sollen, ist mir jetzt nicht ganz klar. Willkür ist es nicht dadurch, dass man selbst negativ betroffen ist.


    Insgesamt stört mich an der ganzen Diskussion vor allem, dass alle jammern, das der Kraftstoff zu teuer wäre – sich aber nur wenig über echte Alternativen Gedanken machen.

  4. @Nadine:
    Es ist halt so, das ich nach der ganzen Jammerei der letzten Wochen und Monate (eigentlich gibt es diese Diskussion ja wohl seit es Autos gibt…) schlimmeres erwartet hatte, und zwar deutlich schlimmeres. Wie gesagt, ich verfolge diese Entwicklung nicht gerade permanent.

    Was die Bahn angeht:
    Glücklicherweise sind solche Preissprünge dort nicht unbedingt zu erwarten. Bahn- und vor allem Nahverkehrspreise sind immer noch stark politisch beeinflusst. Bei der Bahn könnte das demnächst anders werden (Stichwort: Teilprivatisierung), aber selbst dann ist nicht mit tagesaktuellen Preisänderungen zu rechnen, sondern i.d.R. nur ein- bis zweimal im Jahr. Einfach weil die technische Umsetzung von Preisänderungen nicht so simpel und praktisch ohne Aufwand funktioniert.
    Selbstverständlich werde ich weiter jede Woche quer durch Deutschland düsen um liebe Freunde zu besuchen. Obwohl auch bei mir der Ausgabeposten „Mobilität“ nicht eben der kleinste ist.

    Thema Großstadt:
    Klar ihr wohnt auf´m Dorf, so viele Alternativen gibt es dort nicht. Ich denke aber, wenn wirklich nur die Landbewohner – die sonst keine Alternative haben – das Auto als primäres Verkehrsmittel nutzen würden, dann wäre schon viel geholfen. Das ist aber nicht so, selbst in Tübingen, wo man es mit dem Auto schon wirklich schwer hat (Umwege, Parkplatznot, Stau) werden immer noch 1/4 aller innerstädtischen Wege mit dem Auto erledigt. Also mir ist das zuviel. Und wenn das weniger wird, werden Städte auch als Lebensraum wieder attraktiver.

    (Nebenbei: Tübingen tut zwar immer so, als wäre es eine Großstadt, und möchte es auch gerne werden. Bis dahin ist aber noch ein sehr langer Weg…)

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