Copyright in Zeiten von Photoshop

Aus gegebenem Anlass stellte sich mir gerade die Frage: Wenn mir jemand zwei Fotos zur Verfügung stellt, die ich mit Photoshop zu einem Panorama zusammenschweiße und noch ein wenig weiter bearbeite – wer hat dann das Copyright am Ergebnisbild? Doch wohl ich. Oder nur teilweise? Und falls es bei mir liegt, das olle Copyright, muss ich den Autor der Ursprungsbilder trotzdem fragen, ob ich das Panorama veröffentlichen darf? Weil das Copyright seiner beiden Bilder durch meine Bearbeitung nicht erloschen ist, sondern quasi in meinem Werk, auf das selbst ich das Copyright besitze, weiterbesteht?

Und wer soll das alles noch durchblicken? Und wem nützt solcher Unsinn wirklich?

(Na besser ich fragen trotzdem mal nett nach…)

2 Kommentare zu “Copyright in Zeiten von Photoshop

  1. Och, das ist doch eigentlich ganz simpel, heisst bei uns aber Urheberrecht (und wird mit dem Wort auch verständlicher):

    (ohne Gewähr, alles grob vereinfacht und Rechtsanwälte würden sich im Grabe umdrehen)

    Der Urheber der Fotos ist der, der sie gemacht hat. Und der hat sein Urheberrecht drauf (hilft ihm rechtlich aber nichts wenn die Bilder inhaltlich keine geistige Leistung sind, macht aber wiederum nichts da eh zusätzlich das Lichtbildschutzrecht greift). Wie dem auch sei, wer ein Foto macht darf bestimmen ob und wie es veröffentlicht wird.

    Wird das Bild bearbeitet, so wird der Bearbeiter der Urheber der Bearbeitung (der Fotograf bleibt aber Urheber des Fotos). Ist die Bearbeitung deutlich eine künstlerische Umsetzung so kann es sein dass der Fotograf sein Bestimmungsrecht an dem Foto verliert, ist es dagegen nur normale Bildoptimierung behält er sie.
    Das bedeutet üblicherweise dass der Bearbeiter das Endprodukt nicht ohne Genehmigung des Fotografen veröffentlichen darf, und ebenfalls darf der Fotograf nicht das Bearbeitete Bild ohne Zustimmung des Bearbeiters veröffentlichen. Und wenn man drüber nachdenkt entspricht das auch dem gesunden Menschenverstand.

    Nehmen wir aber mal an ihr habt irgendein schickes Modernes Gebäude eines In-Architekten fotografiert. Viele Architekten lassen sich auf ihr Gebäude ein Markenrecht (oder hiess das Ding Gebrauchsmuster?) eintragen, so dass man es nicht ohne ihre Genehmigung vervielvältigen darf (auch nicht in Form von Fotos). Dann müsstet ihr für die Veröffentlichung erstmal rausfinden ob auf dieses Gebäude so etwas zutrifft und die passende Genehmigung einholen.

    Ebenfalls schwieriger wird es wenn ihr ein Kunstwerk fotografiert das nicht dauerhaft im öffentlichen Raum installiert ist (die Beleuchtung vom Eiffelturm ist so ein vorübergehendes Kunstwerk). Dann müsst ihr zusätzlich eine Genehmigung vom Künstler einholen.

    Und bei Personen wirds (wie hoffentlich inzwischen jeder weiß) auch schwieriger, auch hier braucht man die Erlaubnis der Person. Das ist natürlich wieder anders, wenn die Person nur am Rande auftaucht, weil ich zB eine Straße fotografieren und da laufen ein paar Leute drin rum, aber wann genau das greift oder nicht kann euch dann nur der Richter von Fall zu Fall sagen.

    Eigentlich ist es aber echt simpel: wer am Produkt beteiligt ist (arbeit oder abgebildet oder seine Arbeit abgebildet), sollte gefragt werden.

    (Für Satire gibt es Ausnahmen, anderes Thema)

  2. Sam, du bekommst auf jeden Fall den Sonderpreis für den längsten Kommentar ever. Mir ist nur nicht ganz klar, wie deine Aussage „das ist doch eigentlich ganz simpel“ mit der ernormen Länge der Erklärung zusammenpasst.
    Und das meiste davon war mir auch schon bekannt, auch wenn ich bei so manchem nur den Kopf schütteln kann. (Die Sache mit den Kunstwerken etwa – Wenn ein Künstler nicht möchte, das sein Werk fotografiert wird, dann soll er es doch bitteschön nicht im öffentlichen Raum ausstellen.)
    Und natürlich habe ich den Fotografen der Ursprungsbilder auch gefragt, leider lässt die Antwort auf sich warten.

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