Embedded Photoshopper V – Stell! Mich! Frei!

Was bisher geschah: Embedded Photoshopper I, II, III und IV

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Letzte Woche hatte ich ja noch über die zu spät oder gar nicht kommenden Kursteilnehmer gelästert, diesmal hätte ich den Kurs selbst fast verbummelt. Erst nach der Ankunft in meiner Wohnung fiel es mir wieder ein. Montag… da war doch was. Also konnte ich auf den Hacken umkehren und zur Volkshochschule radeln. Eigentlich wäre ich ich ja zu spät gewesen, aber das automatische Parkhaus hat mich davor bewahrt, wichtige Inhalt zu verpassen, indem es die Auto der anderen Teilnehmer im schön eins nach dem anderen stapelte.

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Aber genug des Vorgeplänkels, denn auch im Kurs ging es gleich straff los mit Farbtheorie. Was sind die drei Grundfarben? rot, blau, gelb – jedenfalls in der Natur. Und auf dem Bildschirm? RGB – rot, grün, blau. Jeder Farbkanal kann die Werte 0 bis 255. (0,0,0) ergibt schwarz. (255,255,255) ergibt weiß, R = G = B ergibt Grautöne. Ein additives Farbsystem. Soweit war (mir) das alles bekannt.

Im Gegensatz zum subtraktiven Farbsystem CMYK, das im Druck angewendet wird. Cyan, Magenta, Yellow und Key (der Dozent sprach hier von Kontrast, gemeint ist jedenfalls schwarz. Die Abstufungen werden hier in Prozent angegeben und jeweils 100% cyan, magenta und gelb ergeben theoretisch schwarz. Praktisch nicht, deshalb gibt es schwarz extra.

Wie gesagt, mit CMYK arbeitet der Drucker, deshalb sollte man RGB-Bilder vor dem Druck umwandeln. Interessant war das kleine Experiment mit großen einheitlichen Flächen der Grundfarben diese Umwandlung zu machen. Der Unterschied war deutlich sichtbar, was mich zu der Erkenntnis bringt, das man diese Umwandlung möglichst früh im Workflow machen sollte. Zumindest aber vor jedweder Farbkorrektur.

Etwas stutzig wurde ich bei der Aussage, für den Druck auf dem Heimdrucker (was auch immer das sein soll…), weil dann die Umwandlung durch denn Drucker selbst gemacht würde. Da würde ich mich lieber nicht drauf verlassen wollen.

Was folgten waren noch einige Exkurs zu Farbprofilen, Farbräumen (empfohlen wurde die grundsätzliche Verwendung von sRGB), 8 Bit vs. 16 Bit sowie zum Graustufen- und Bitmapmodus)

Und weil es so gut passte, haben wir dann noch schnell eine Schwarz-weiß-Umwandlung gemacht (in Graustufen umwandeln, Tonwertkorrektur, scharfzeichnen) und einen Rotstich korrigiert (über Tonwertkorrektur im roten Kanal, ganz überzeugt hat mich diese Methode allerdings nicht.)

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Nach soviel Theorie wurde es nach der Pause Zeit, mal wieder praktisch zu arbeiten. Und diesmal wurde es ziemlich konkret. Es ging darum, einen Menschen freizustellen, der bis zum Bauch im Meer steht. Und so gehts:

1. Mit Zauberstab die Umgebung auswählen, ggf. mehrmals anwenden und Auswahl addieren

2. Umgebung löschen

3. Zwischenebene in greller Farbe unterlegen

4, Mit dem Lasso grob Reste der Umgebung auswählen, entfernen

5. Mit Radierer mit hoher Kantenschärfe direkt an der Kante nacharbeiten

6. Feinschliff an den Haaren, „Spitzen schneiden“

7. Noch mal Umgebung auswählen, mit Zauberstab auf Toleranz 0, Auswahl um 3 bis 4 Pixel erweitern, Auswahl abrunden, weiche Auswahlkante 2 bis 3 Pixel. Dann noch mal Umgebung entfernen. Damit sind dann auch unschöne fransige Ränder weg

8. Auswahl umkehren und den Menschen nach belieben verpflanzen…

Na, das war doch mal schön konkret. Damit lässt sich was anfangen. Heute hat mir das ganze schon deutlich besser gefallen, trotz der langen Theoriestunde in der ersten Hälfte. Aber mit dem Freistellen beliebiger Objekte stand endlich mal etwas auf dem Programm, was Lightroom nicht kann, und worauf ich Lust habe, damit rumzuspielen.

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