… wenn ich das fragen darf?

Weil ich vor ein paar Tagen einen dienstlichen Termin bei der Stadtverwaltung hatte, wollte ich gleich die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt hinter mich bringen. Obwohl ich noch nicht umgezogen und auch der Mietvertrag noch nicht unterschrieben war. Alles kein Problem, meinte die nette Dame hinter Schalter 10, dann wird der Antrag eben vordatiert und auf Wiedervorlage gelegt. Ich müsse dann nur noch mal kurz reinschauen und mir den Adressaufkleber für den Personalausweis abholen.

Nun war ich heute schon wieder zufällig im Amt, wegen einer anderen Sache, und dachte mir so: Gut, der Mietvertrag ist jetzt unterschrieben, bischen Zeit ist auch noch bis zum nächsten Termin – holst dir schnell noch den ollen Aufkleber.

Nur leider hatte ich nicht bedacht, dass der Termin, zu dem mein Antrag vordatiert wurde, ja noch nicht verstrichen ist. So musste die Dame leider ins Archiv, diesen holen und alles neu machen. Was ja gar nicht das Problem war, das hat sie schon gerne gemacht. Nur kamen ihr dann irgendwie Zweifen, ob ich tatsächlich schon in der neuen Wohnung wohne:

„Wenn Sie schon dort wohnen, warum sind Sie dann mit dem Koffer unterwegs, wenn ich fragen darf?“

An dieser Stelle hätte man schlagfertig antworten können:

  • „Weil ich darin Drogen schmuggle.“,
  • „Da ist eine zerstückelte Leiche drin.“ oder wenigstens
  • „Wissen Sie, den brauch ich für meine täglichen Bier-Reserven:“

Statt dessen hab ich nur gesagt:

„Nein, das dürfen Sie nicht fragen.“

Auf dem Tresen stand auch schon der Fingerabdruckscanner für die demnächst anstehende erkennungsdienstliche Vollerfassung der Bevölkerung, offenbar sind auch die Mitarbeiter motivationsseitig schon sehr gut vorbereitet auf Stasi 2.0. Und dabei trotzdem (und auch tatsächlich) sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Scary.

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