Embedded Photoshopper IV – Reicht Lightroom vielleicht doch aus?

Was bisher geschah: Embedded Photoshopper I, II, und III

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Nach zwei Wochen Osterferien hätte ich letzten Montag fast den Photoshop-Kurs vergessen. Und mehr als der Hälfte der bisherigen Teilnehmer ging es offenbar auch so. Die waren nämlich nicht da. (Oder lag es doch daran, das die Education-Lizenz-Berechtigungsscheine bereitsl ausgegeben wurden?)

Wie auch immer, wir saßen also in einer nunmehr kuscheligen Kleingruppe von 8 Leuten an unseren Windows bestückten iMacs, bereit in der zweiten Hälfte des Kurses endlich in die Tiefen der Bildbearbeitung einzusteigen. Aber zuerst Wiederholung – Dateiformate, Tonwertkorrektur -spannend. Zu letzterer werden noch ein paar Alternativen vorgestellt, u.a. die Anpassung von Helligkeit und Kontrast. Exakt die Methode, die man ja auch Lightroom zur Verfügung hat, mit guten Erfahrungen meinerseits. Der Dozent allerdings rät davon dringend ab, ohne nähere Angabe von Gründen. Und zur Gradationskurve sagt er nur, die wäre was „für Profis“. Langsam fühl ich mich fehl am Platz.

Das nächste Thema war schon interessanter: Stempeln, Reparaturpinsel, Rotes Augen Werkzeug. Alles sehr komfortabel und einfach zu bedienen. Das erste mal eine Funktion die Photoshop zumindest besser kann als Lightroom.

Dann ging´s an die Farben: Selektive Farbkorrektur – Was soll ich sagen, mit Farben hatte ich bisher immer die wenigsten Probleme, da habe ich schon die Regler im LR-Entwickler sehr oft einfach gelassen. Photoshop kann hier offenbar noch viel mehr, was aber auch die Gefahr mit sich bringt, unnatürlich wirkende Bilder zu erzeugen. Und mit nicht kalibrierten Monitoren kann man Farbkorrekturen ohnehin auch gleich lassen, was der Dozent auch – wenn auch nicht so expliziert – erwähnt. Zur Abhilfe empfiehlt er dann manuelle (!) Kalibrierung mit selbstausgedruckten Farbmustern und Abgleich per Auge. Na, wenn er meint

Nach dieser (m.E.) Fehlinformation kam endlich mal ein Thema zur Sprache, das mich überhaupt zu dieser Software und in diesen Kurs getrieben hat. Die Korrektur stürzender Linien. Was Lightroom nämlich gar nicht kann und ich schon sehr häufig vermisst habe. In PS kein großer Akt: Hilflinien reinlegen und das Bild per Tranformieren –> Verzerren entsprechend anpassen. Oder besser noch, den Verzerrungfilter – Blendenkorrektur benutzen. Mit diesem kann man dann auch symetrisch kippen und Wölbungen korrigieren. Feine Sache, das.

Zum Thema schärfen kam der Klassiker, das „unscharf Maskieren“ zur Sprache. Folgende Empfehlung zur Einstellung der Regler wurden gegeben:

  • Stärke: 50-100%
  • Radius: für Bildschirmausgabe 0.8 bis1 Pixel, für Druck normaler Weise 1,5 bis 2 Pixel, bei Druckformat größer DIN A4 größer auch mal mehr
  • Schwellenwert: Gibt an wie groß der Kontrastunterschied zweier benachbarter Pixel sein soll, um in die Schärfung einbezogen zu werden. Bei unruhigem Hintergrund (insb. körnigen und rauschenbildern) 4 bis 8 Stufen, sonst weniger. Bei 0 wird alles geschärft.

Ich kann nur hoffen, dass das alles wirklich so stimmt, denn das „Warum“ blieb auch hier weitgehend offen.

Zum Schluss kam das das Thema HDR zur Sprache, was ja schon im Pausengespräch beim letzten Mal mehr oder weniger als überflüssige Modeerscheinung abgetan wurde. Diesmal wurde aber erklärt man solche herstellt. Die Erklärung habe ich dann aber leider nicht verstanden, weil als Einleitung erwähnt wurde, das es dafür auch eine automatische Funktion gibt, die aber (nach Meinung des Dozenten) keine akzeptablen Ergebnisse liefert und deshalb eben nicht erklärt werden soll. Was zur folge hat das ich während der Erklärung der „manuellen“ Methode die automatische in der Hilfe nachlesen und auch ausprobieren musste. Ich fand die Ergebnisse ganz passabel.

Fazit dieses Abends: Auch wenn so langsam ein paar Sachen behandelt werden, die Lightroom nicht kann verstärkt sich das Gefühl, dass ich Photoshop zukünftig eher sporadisch benutzen und weiter viel mit Lightroom arbeiten werde. Aber glücklicher Weise arbeiten die beiden Programme ja gut zusammen, vor allem kann man von LR aus kurz an PS übergeben, kurz das tun was nur dort geht und dann zurückübergeben.

Der Kurs selbst fängt mich gerade an, ein wenig zu nerven, weil (a.) die Aha-Effekte weitgehend ausbleiben und (b.) der Dozent zu gewissen Dingen doch eine deutliche andere Meinung hat als ich. Was ja an sich kein Problem ist, aber er ist halt in der Position, seine Ansichten als die Richtigen zu verkaufen.

3 Kommentare zu “Embedded Photoshopper IV – Reicht Lightroom vielleicht doch aus?

  1. Das Fazit kommt mir bekannt vor, daher meide ich Kurse jedwertiger Art, es sei denn es geht um Themen von denen ich so gar Ahnung habe, oder es sind Dozenten wo ich vorher schon weiß das ich sie mag.
    (warum man wohl iMacs kauft wenn man dann doch Windows drauf installiert?)

  2. Naja, ganz so schlimm sehe ich das auch wieder nicht. Aber zwei Termine stehen noch aus und dann werde ich richtig Fazit ziehen.

    Was die Windows-iMacs angeht, daraus werd ich auch nicht schlau. Klar muss eine VHS (auch) Windows-PCs vorhalten, man denke nur an die Internet-für-Senioren- oder Hausfrauen-an-den-Rechner-Kurse. Auf der anderen Seite gibt es auch Kurse für Mac OS oder Grafikdesign. So gesehen sind die iMacs mit (vermutlich) beiden Betriebssystemen gar keine schlechte Alternative. Ich frage mich nur, warum man bei einem Photoshopkurs nicht zumindest den Teilnehmern anbietet, auch unter OSX arbeiten zu dürfen.

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