MI5 möchte E-Ticketing-Daten auswerten
26. März 2008 von Eldersign
Es hätte ja mal was werden können, diese E-Ticketing. Kein Anstehen mehr an Schaltern oder Automaten. Statt dessen wird die Fahrkarte bequem an berührungslosen Terminals gekauft, im Vorübergehen. Und abgerechnet wird fahrtgenau. Ja, das wäre vielleicht mal eine gute Idee sein können.
Nicht aber, wenn schon jetzt, wo solche System noch nicht weit verbreitet sind, Geheimdienste ihren Hunger auf die damit generierten Daten kundtun. So wie jetzt in Großbritannien der MI5, der Zugriff auf die Bewegungsprofile von 17 Mio. Nutzen der Oyster Card möchte. Um diese dann automatisiert und verdachtsunabhängig auf verdächtige Verhaltensmuster zu analysieren.
Völlig klar, dass so ausschließlich hieb- und stichfeste Terror-Beweise aufgedeckt und niemand je falsch verdächtigt werden könnte. Denn das wäre für den betroffenen – wie man weiß – potentiell tödlich.
Dann stellt man sich doch lieber wieder am Schalter oder Automaten an und zahlt im etwas mehr. Dafür läuft man nicht Gefahr, im Raster der wohlmeinenden Terrorfahnder hängen zu bleiben und im Zweifel präventiv erschossen zu werden.
Der weitere Aufbau von E-Ticketing-System dürfte unter diesen Vorraussetzungen wenig sinnvoll sein. So verhindert der Datenhunger des fürsorgenden Überwachungsstaats die unbefangene Nutzung m.E. sinnvoller Technologien. Und auch hier führt allein die potentielle Möglichkeit der Überwachung zu geänderten Verhaltensmustern. Man passt sich an.
(Quelle: Nahverkehrsnachrichten 8/2008 vom 20.03.)





Ich fand die Idee von E-Ticketing immer sehr sehr gut. Keine Wartezeiten, alles ratz fatz erledigut usw. Aber ich frage mich was die bitte daraus schließen wollen? Besucht man ne alte Freundin nach 1-2 Jahren oder alle paar Monate gilt man gleich als Terrorverdächtig? Irgendwann kommt es dann soweit, dass die Chefs zugriff darauf haben und bei der Krankmeldung genau überprüft ob man nicht doch mit der U-Bahn irgendwo hingefahren ist. Warum müssen alle guten Ideen immer gleich für solche Zwecke verwendet werden?
[...] (via) Posted by Georges on Monday, April 7, 2008, at 23:54. Filed under Deutsch, Society, locomotion. Tagged mobility, monitoring, politics, train. Follow any responses to this post with its comments RSS feed. You can post a comment or trackback from your blog. [...]