Der Belichtungsmesser kennt keinen Schnee

Weiße Weihnachten waren ja (wie immer) nicht drin, dafür gab es jetzt weiße Ostern. Und damit die Möglichkeit, endlich mal ein wenig in Ruhe im Schnee zu fotografieren. Dabei ist man ganz schlecht beraten sich auf den Belichtungsmesser der Kamera zu verlassen, denn der kennt keinen Schnee. Der kennt nur den Durchschnitt. Und im Durchschnitt ist die Welt nicht weiß, sondern grau – 18%-Grau.

Schneetest 0.jpgDas heißt, der Belichtungsmesser der Kamera geht davon aus, das im Mittel 18% des einfallenden Lichts von den Oberflächen im Bild reflektiert werden. Bei Schnee wird aber deutlich mehr Licht reflektiert, darum wird die Kamera, wenn man sich auf deren Messung verlässt, deutlich unterbelichten. Das Ergebnis sieht dann in etwa so aus:

Das Foto links zeigt eine homogene Fläche Schnee, so wie ihn sich die Kamera vorstellt. Solchen Schnee gab es natürlich auch schon, z.B. in den 80er Jahren in der Region um Bitterfeld.

Schneetest 2.jpgUm schönen weißen Schnee abzulichten, muss man also überbelichten – z.T. sogar recht heftig. Mein Mittel der Wahl ist dabei (und nicht nur dabei) die Blenden- oder Zeitvorwahl mit manueller Belichtungskorrektur.

Rechts darum das gleich Bild noch mal mit +2 Blendenstufen. Selbst hier ist immer noch ein leichter Grauschleier zu sehen. Aber in aller Regel fotografiert man ja auch nicht homogne weiße Flächen, und wenn noch ein paar dunklere Elemente in Bild sind, reicht +1 Blendenstufe meist auch schon aus.

Dann kann man auch ganz wunderbar den Frühling 2008 für die Nachwelt festhalten:

Ostern im Schnee

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