„Die blaue Gefahr“ vs. Regionalstadtbahn

Obwohl ich ja bis vor kurzem über zweieinhalb Jahre für einen Landkreis gearbeitet haben, bin ich erst heute dazu gekommen, einer Kreistagssitzung beizuwohnen. Und dort ist schon Erstaunliches festzustellen.

Im wichtigsten TOP, der am längsten und am kontroversesten diskutiert wurde, der am meisten im Vorfeld von der Presse dokumentiert und kommentiert wurde, die meisten Besucher anzog (nach der Abstimmung dazu saß ich dann alleine auf der Besuchertribüne), ging es etwas überspitzt formuliert darum, ob das Altpapier künftig in Bündeln oder in Tonnen abgeholt würde. Die Mehrheit war schließlich für Bündel, für die Tonnenlösung wurde der Begriff „Die blaue Gefahr“ eingeführt.

Der Punkt, weswegen ich dort saß, wurde nach vier kurzen Wortmeldung die sich insgesamt in etwa mit „Blah-blub“ zusammenfassen lassen, eilig durchgewunken und einstimmig beschlossen. Man wollte ja nun auch nicht ewig sitzen. Es ging ja auch nur darum die Ausschreibung der Standardisierten Bewertung der Regionalstadtbahn Neckar-Alb anzustoßen. Welche alleine etwa 600.000 EUR kosten wird (laut Sitzungsvorlage…). Die die Machbarkeit eines Investitionsprojekts belegen soll, das (nach heutigen Preisen) locker die Milliardengrenze sprengen wird, dessen Umsetzung sich über mindesten zwei Jahrzehnte ziehen dürfte und welches das ÖPNV-Netz der Region tatsächlich nachhaltig prägen würde. Reine Formsache.

Schließlich ist ja alles schon mal gesagt worden und die Altpapierdiskussion war auch echt aufreibend. Und kurz vor sechs ist es auch schon.

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