Embedded Photoshopper I – acht Layer für eine Kinderzeichnung

Der Arbeitstag gestern hatte sehr früh begonnen und lange gedauert. Und am Abend standen auch noch die ersten drei Stunden des Photoshop-Kurses an der Volkshochschule an. Aber, wie schon die schubert´schen schlechten Faschisten sagten: „Mor machds doch gerne, mor machds doch wörglich gerne…“

Nun fand ich Kursbeschreibungen bei den Volkshochschulen schon immer sehr vage, mehr oder weniger muss man sich anmelden ohne recht zu wissen, was man von dem Kurs zu erwarten hat. Darum möchte ich hier regelmäßig davon berichten.

Zum ersten Mal überrascht war ich schon beim betreten des Raumes, denn dort standen, schön in zwei gegenüberliegenden Reihen ca. 25 iMacs. Leider lies die nächste Überraschung nicht lange auf sich warten, denn nach dem Einschalten bootete auf der Kiste ohne weitere Umschweife Windows XP. Aber auch egal. Wenn ich muss, kann ich auch mit Windows.

In den einleitenden Worten kam der Kursleiter – ein leicht hippiehafter (wer hätte in Tübingen auch etwas anderes erwartet?) Mittzwanziger, der nach eigener Aussage seine Brötchen damit verdient, dass er Webseiten baue – auf das zu sprechen, was mutmaßlich 90% der Teilnehmer in den Kurs gelockt hatte: die günstige Education-Lizenz von Photoshop CS3. Die Teilnehmerscheine, die man dafür benötigt, wird es erst Ende des Kurses geben. Und nicht, wie vollmundig in Internet und im Programmheft angekündigt, zu Beginn. Danke auch.

Ach so, und noch eine Überraschung, geübt wird „nur“ an Version CS2. Aber das geht nun wieder in Ordnung, da wird wohl nicht viel deswegen auf der Strecke bleiben.

Soweit zu den Rahmenbedingungen, thematisch wurde ein ganz guter Einstieg gegeben, dem sicher auch jemand folgen konnte, der noch nie am einer Bildbearbeitungssoftware gesessen hat. Zunächt waren mal Pinsel und Radiergummi dran, inklusive deren Variationen. Die ganze Zeit über war man als Teilnehmer aufgefordert, „mitzumalen“ – also die erklärten Werkzeuge einfach auszuprobieren. Was einerseits natürlich die beste Art ist, das zu lernen. Andererseits musste man natürlich immer auch mit einem Auge auf die Leinwand schielen, um nicht die nächste Erklärung zu verpassen.

Im zweiten Teil des Abends wurden dann hauptsächlich die Layer und der Umgang mit diesen erklärt. Was ich sehr positiv fand, dass dieses zentrale, aber eben auch nicht ganz triviale Thema schon beim ersten Termin zu Sprache kam. Die Methodik war wieder die gleiche, also Erklärungen über den Beamer und paralleles Ausprobieren am Arbeitsplatzrechner.

Entstanden ist dabei dieses Meisterwerk, das immerhin aus acht Layern besteht, wer die aufzählen kann, kriegt nen Keks :-)
Auch einige Farbverläufe sind schon drin, denn die wurden ganz nebenbei auch noch vorgestellt.

Landschaft - wie gemalt

Fazit nach einem von sechs Terminen:
Trotz gewisser organisatorischer Merkwürdigkeiten sieht die Sache recht vielversprechend aus. Der Dozent scheint sein Handwerk zu verstehen und das Konzept parallel zu erklären und die Teilnehmer werkeln zu lassen, schein gut zu funktionieren. Das Lerntempo könnte für meinen Geschmack noch deutlich erhöht werden, aber das würden viele der Teilnehmer so sicherlich nicht unterschreiben. Da muss man halt Kompromisse machen und in der „Leerlaufzeit“ einfach selbst ein wenig rumprobieren. Auf jeden Fall hat man nach einem Termin das Gefühl, hier mal kurz, ganz kurz in ein mächtiges Werkzeug reingeschnuppert zu haben. Man ahnt die Potentiale (gut die ahnte man vorher auch schon), und bekommt Lust auf mehr. Nächsten Montag wieder.