Neue Busse für Tübingen

Eine gute Gelegenheit für ein Sektfrühstück am Samstag morgen, inklusive der Plünderung eines kalten Buffets, lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Und so traf ich heute morgen beim hiesigen Mercedes-Händler ein, denn mein Arbeitgeber hatte zum Pressetermin geladen. Geplant war die symbolische Indienststellung der zum Jahreswechsel angeschaften  neuen Busse, mittels Übergabe eines überdimensionalen Papp-Schlüssels. Das Foto von dieser bedeutsamen Zeremonie ist leider nicht vorzeigbar (Schade, wäre ganz passend für die laufende Aufgabe bei Happy-Shooting gewesen), aber dafür standen die Busse später um so besser im Licht (und um die ging es ja):

Neue Busse für Tübingen

Wie es sich für eine Stadt mit einem grünen Oberbürgermeister gehört, wurde bei den Umweltstandards nicht gekleckert, sondern geklotzt. Euro-5-Norm, die auch erst im Oktober 2009 verpflichtend wird, erfüllen die Fahrzeuge. Und außerdem den EEV-Standard. Dabei wird als zusätzlicher Betriebsstoff eine Harnstoff-Lösung namens AdBlue verwendet, der kontinuierlich in den Abgasstrom eingeleitet wird, dort entsteht daraus Ammoniak, der dann im Katalysator die Stickoxide reduziert. Übrig bleibt Wasser und Stickstoff. Das ganze nennt sich dann selektive katalytische Reaktion, oder in Mercedes-Marken-Sprech „BlueTec„.
Auch der CO2-Ausstoß und die Partikelfilter sind wohl das Beste was man so kaufen kann (ohne das ich da jetzt über die Details bescheid wüsste). Womit man langsam zu dem Ergebnis kommt, dass die Luft, die hinten aus dem Auspuff kommt sauberer und gesünder ist, als die vorn angesaugte.

Nun fahren im Tübernger Stadtverkehr aber deutlich mehr als die sechs neuen Busse. Und um auch die Bestandsflotte fit zu machen für die ab März bestehende Umweltzone läuft gerade eine große Umrüstaktion. Dabei werden die vorhandenen Fahrzeuge mit neuen Filtern ausgestattet, so dass die dann auch der Euro-5-Norm genügen und keine gelbe oder gar rote, sondern eine grün Plakette tragen dürfen.
Und weil es gerade so gut passte, dass der erste dieser Busse umgerüstet aus der Werkstatt kam, wurde auch noch für diesen die grüne Plakette (fotowirksam symbolisch) an den OB übergeben, der sie (naja, die etwas kleinere) dann höchstpersönlich an die Scheibe kleben durfte.

Grüne Plakette
v.l.n.r.:
Hans-Jürgen Hennig, Stadtverkehr Tübingen
Boris Palmer, OB Tübingen
Stefan Kocher, Geschäftsführer Omnibus Kocher
„wichtiger“ Mensch von Mercedes (man kann sich ja nicht alles merken)

Soweit die Fakten. Und was sollte das ganze hier jetzt. Lobhudelei für die eigenen Interessen? Ja, ein wenig schon. Ich bin ja selbst immer sehr kritisch, was Werbung und Marketing angeht. Aber da selbst denke, das hier in die richtige Richtung gegangen wird, dann passt es auch auf dieses ja eher persönliche Blog. Und Marketing nach dem Prinzip „Tue Gutes und rede darüber“ ist gerade noch erträglich, wenn das „Gute“ auch wirklich solches ist. (Wenn auch nicht weniger lächerlich, ich sag nur „riesiger Papp-Schlüssel“)

Außerdem war es auch eine interessante (fotographische) Erfahrung, sich einfach mal in die unter die Pressefotografen zu mischen und die Veranstaltung praktisch aus deren Sicht zu begleiten. Die Meisten der aufgelaufenen „ÖPNV-Prominenz“ dürft mich auch für einen solchen gehalten haben, das wird schöne Aha-Effekte geben, wenn man sich dann das erste Mal bei „richtigen“ Termine trifft.

Ach, und noch eine kleine Anekdote: von den etwa 30 Anwesenden kamen genau zwei mit dem Fahrrad. Ich, und der OB. Tübingen ist schon eine tolle Stadt :-)

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