Die letzte CD

In Interviews wird ja häufig gefragt, welches die erste Platte oder CD war, die man gekauft hat. Ich weiß das nicht mehr, außerdem war es vermutlich eine MC. Wohl kann ich aber sagen, was die letzte CD , ist und sein wird, die ich gekauft habe: „Mit Leib und Seele“ von Schandmaul.

Das war Ende 2006 beim Zwiebelmarkt in Weimar, und ich muss da wohl einen schwachen Moment gehabt haben, denn eigentlich hatte ich ein knappes Jahr vorher entscheiden, keine Produkte mehr von Firmen zu kaufen, die keinen Deut besser sind als kriminelle Hacker. Außerdem war ich einen anderen Umgang mit Musik gewohnt, als mir diese Musik-Mafia mit tatkräftiger Hilfe des willfährigen Gesetzgebers zugestehen wollte.

Wenn ich Anfang der 90er eine CD gekauft hatte, war die Musik anschließend „meine“. Ich hatte nicht irgendwelche eingeschränken Rechte erworben, die Musik ein bischen nutzen zu dürfen. Niemand schrieb in die AGBs, welcher CD-Player ausschließlich zu verwenden sei, natürlich worden Mix-Tapes gemacht und mp3-Backups gemacht. (Und nur durch die kann ich diese Musik heute noch hören, die CDs selbst sind weitgehende unbrauchbar.) Das sollte plötzlich alles illegal sein. Ergo macht man sich eh strafbar, egal ob man nun CDs kauft und wie gewohnt nutzt, oder … (naja, es ist ja nicht so, das es keine Alternativen gegeben hätte.)

Irgenwann wurden aber die File-Sharing-Portale immer schneller geschlossen, man wurde mit durch die MI dort platzierte Stör-Files genervt, und die (mediale) Hexenjagd auf die pösen, pösen Raubkopieren wurde immer nervtötender. (Ich gehe schon nicht mehr gerne in Kino, weil ich damit diese idiotische „… sind Verbrecher“-Kampagne mitfinanziere. Dabei bin ich durchaus leicht cineastisch veranlagt.)
Also verlor man das Interesse, benügte sich mit der vorhanden Musik und wand sich anderen Themen zu. Mehr CDs hab ich durch diese Gängelei jedenfalls nicht gekauft, auch die Zahl der Konzertbesuche war eher rückläufig.

Irgendwann kam die MI auf den Trichter, das es so nun auch nicht weitergehen kann, und fing an, selber mp3 zu verkaufen. Also Musik ohne den haptischen Mehrwert eines physischen Produkt, dafür wurde mit viel technischen Aufwand der Unsinn, der den Niedergang der CD bewirkt hatte, auf das neue Medium übertragen. Und der Preis blieb annähernd gleich. Zumindest konsequent waren sie da, die Labels, trotzdem auf dem Holzweg.

Inzwischen haben einige dies erkannt, und wollen wieder Musik anbieten, die man kaufen und dann auch ordentlich nutzen kann. Nur leider liegen die Rechte zum Großteil bei den Betonköpfen liegen.

Wie auch immer, inspiriert vom Nilzenburger habe ich heute mal das lang vor mir hergeschobene Projekt „iTMS testen“ in Angriff genommen. Nur ein Lied, dieses  inspiriert durch Johnny (mal wieder).

Überzeugt bin ich noch nicht. Bei den AGBs habe ich erst noch zweimal auf „Abbrechen“ geklickt, denn eigentlich stimme ich dem Unsinn, der da festgeschrieben ist nicht zu. Auch die Funkionen, nur nach DRM-freier Ware zu suchen, ich mir viel zu sehr versteckt. Aber wenn die DRM-Scheiße dort irgendwann mal komplett weg ist, könnte es direkt wieder Spaß machen, Musik zu kaufen.

 

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