Bitte öffnen Sie keine Mails von mir

Es wurde hier ja bereits erwähnt, ich verdiene derzeit meine Brötchen als Angestellter einer Behörde. Da mein Aufgabenbereich nicht all zu sehr verbürokratisiert ist, habe ich das Privileg, einen Großteil meiner Kommunikation mit Bürgern und Unternehmen per Email abwickeln zu können.

Doch damit dürfte bald Schluss sein. Wer wird noch bereit sein, Emails von mir zu empfangen und sogar angehängte Dateien zu öffenen, wenn hochoffiziell angekündigt wird, dass diese Mails zu Verbreitung von Schadsoftware dienen könnten? Jedenfalls niemand, der sich zumindest ein klein wenig Gedanken über IT-Sicherheit macht.

Im Büro dürfte es dann deutlich ruhiger zugehen, wenn externe Dritte nur noch postalisch mit mir kommunizieren. Dann dauert eben alles etwas länger…

Der Staat stellt sich mit dem Bundestrojaner nicht mehr nur moralisch, sondern ziemlich konkret auf eine Stufe mit dem organisierten Verbrechen. Und ganz nebenbei: Auch beim BKA arbeiten Menschen. Die u.U. meinen, dass etwas mehr Geld auf dem eigenem Konto nicht schaden könnte. Und da wäre es doch ein Leichtes, aus all den persönlichen Daten von unter Anfangsverdacht gestellten geratenen, auch ein paar PINs und TANs zu phishen. Wie heißt es so schön: Gelegenheit macht Diebe.

Gut gemacht, Herr Schäuble. Applaus!

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Ein Kommentar zu “Bitte öffnen Sie keine Mails von mir

  1. Schäuble hat es soweit getrieben, daß er sogar von Parteigenossen Gegenwind erhält. Der ist froh wenn er nach dieser Saison raus ist. Der bekommt gar nichts mehr auf die Reihe. Dem Himmel sei Dank!

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