Das Ende einer Ära

[inspic=571,left,fullscreen,250] Da stehen sie nun nebeneinander, in ihrer ganzen Banalität. Nichts als ein alter Rucksack und ein neuer Koffer. Und dennoch stellt sich ein Gefühl ein, als beginne nun ein völlig neuer Lebensabschnitt.

Den Rucksack gab es damals im Quelle-Katalog für 60 oder 70 Mark, das muss so um 1995 gewesen sein. Seit dem hat mich treu begleitet zu diversen Campingurlauben und unzähligen Besuchen von Freunden, hat Festivals überstanden und Beginn des Studiums auch die ewige Wochenendpendelei. Und auch wenn inzwischen ein paar Nähte gerissen und ein paar Schnallen abgebrochen sind, so richtig schlapp gemacht hat er nie. Obwohl er oft bis an die Schmerzgrenze überladen war. Ein treuer Begleiter auf allen Reisen.

Und doch schielt ich in letzter immer häufiger auf die smarten Typen und eleganten Damen, die in etwa die selbe Menge Gepäck im schicken Trolley hinter sich her zogen und so den Umstieg von Gleis 3 nach Gleis 23a (außerhalb der Bahnsteighalle) lässig bewältigten, während ich auf dem Zahnfleisch kriechend irgendwann auch ankam, erst mal 2 Liter trinken musste und den Rest der Fahrt mit Rückenschmerzen kämpfte. (Okay, ich übertreibe)

Aber die Große 30, fordert ihren Tribut, obwohl ich sie ja erst in 1/2 erreichen werde. Die Reisen werden ja eher häufiger als seltener, und da wünscht man sich dann doch soviel Bequemlichkeit wie nur möglich. Schließlich fährt man ja auch nicht mehr mit dem Wochenendticket durch die Lande, sondern bucht auch für relativ kurze Strecken grundsätzlich ICE.

Also musste so ein Trolley her, und wenn schon spießig, dann auch noch aus dem Karstadt. Original mit der typischen hoch kompetenten Fachberatung:

„… sehen Sie nur, wie schön die Farben aufeinander abgestimmt sind… wunderbar abgesetzte Innengestaltung … natürlich auch mit patentiertem Zahlenschloss … blablabla“

Wollen wir doch mal sehen, ober der neue Kollege auch 12 Jahre durchhält. Oder ich es mit ihm aus.

Und jetzt bringe ich mal den Rucksack auf den Dachboden, und damit auch jede Menge Erinnerungen und einen kleinen Teil meiner Jugend. Aber nur einen ganz kleinen, denn letztlich sind solche Äußerlichkeiten nicht wirklich wichtig.

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2 Kommentare zu “Das Ende einer Ära

  1. Gratz

    nun biste auch in die Liga der Rollkofferfahrer eingestiegen …

    Mögest du ewig Rollen 😛

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