Die verschollene Mail, oder: Mit der Chefin auf einer Wellenlänge

Gestern nachmittag hatte ich noch am zweiten Entwurf des Antwortschreibens im K.-Fall gearbeitet, in dem eigentlich schon alle Argumente ausgetauscht waren und das Ergebniss feststand. Doch wie so oft im Verhältniss zwischen Bürger und Behörde meinte ersterer, sein Anliegen doch noch durchsetzten zu können, indem er sich an die nächsthöhere Entscheidungsebene wendet. Mitnichten, mein Freund!

Diese Ebene, nennen wir sie mal Chefchefchef, deligiert die Sache über Chefchef und Chefin doch wieder zu mir, zur Beantwortung. Ohne Änderung in der Sache, versteht sich. Nur mit ein wenig mehr Honig ums Maul und so. Und im ersten Entwurf war dieser wohl nicht süß genug.

What ever. Kurz vorm Feierabend gestern gab ich den neuen Entwurf nun der Chefin, sie wollte noch „mal drüberschauen“, bat mich aber noch diesen Moment zu bleiben um ihre Änderungen einzuarbeiten um die Sache „heute noch“ an Chefchef zu übergeben.

Also warten. Die Zeit verging, und als so langsam die zweite Überstunde begann, klopfte ich nochmal bei der Chefin. Abgeschlossen. Sie war schon weg. Und keine Mail in meiner Inbox…

Heute morgen wunderte sie sich sehr ob dieser Geschichte, meinte sie hätte die Mail keine 20 min nach unserer kleinen Besprechung abgeschickt. Und sich dann stillschweigend in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet, im Wissen, dass dieser für mich wegen der geringen Zahl der Änderungswünsche ebenfalls in weniger als 10 min anbrechen würde.

Ich spekulierte, ob die interne Mail nicht vielleicht vom im übrigen nicht sehr effizient arbeitenden Spamfilter geschluckt worden sei und fügte etwas frech hinzu, dass dies im vorliegenden Fall durchaus gerechtfertigt wäre. Ich dachte schon, ich hätte ein Fauxpas begangen, doch sie meinte nur: „Da haben Sie wohl recht.“

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