Dresden opfert Weltkulturerbe dem automobilen Wahnsinn

Heute hat das Gericht entschieden: Die Waldschlößchenbrücke in Dresden muss gebaut werden. Weil das Volk es so entschieden hat. Wenn man diese Art der direkten Demokratie nur immer und überall so ernst nehmen würde…

Soweit ich mich erinnern kann, war damals die Zustimmung zu Brücke umso größer, je weiter außerhalb die Stadtteile lagen. Diese Pressemitteilung bestätigt das in etwa, die genauen Ergebnisse war ich jetzt zu faul zu suchen.

So läuft das dann, erst wird über die Eigenheimzulage eine völlig verquere Siedlungspolitik betrieben, die zu Leerstand in der Stadt und riesigen Reihenhaussiedlungen in den Umlandgemeinden führt. Plötzlich und unerwartet gibt es im Berufsverkehr Staus auf den Einfallstraßen, die über die Pendlerpauschale ebenfalls subventioniert werden, und selbstversändlich mehr und breitere Straßen erfordern.
Dann merkt die Stadt, das diese Leute nahezu die gleiche Kosten weiter verursachen, ohne dass die entsprechenden Einnahmen dazu kommen. Daher werden die Gemeinde, in denen diese Leute nun wohl nach und nach eingemeindet. Letztlich lässt man über die Straßenneubauten, hier die Brücke, abstimmen.  Und – welch Überraschung – der Beifall wird lauter, je länger der Weg ins Stadtzentrum wird.

Und so wird mal eben der Status Weltkulturerbe auf dem Altar des automobilen Wahnsinns geopfert. Oder schlicht für einen 10 Minuten kürzeren Arbeitsweg.

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