Das Konzept Staatsangehörigkeit und die Kurnaz-Affäre

Im Umfeld der Affäre Kurnaz gibt es gerade wieder solch schäbige Diskussionen, ob dieser Mensch nun Türke oder Deutsch-Türke war und ob der deutsche Staat ihm überhaupt hätte helfen müssen.

Sehen wir die Existenz des „Nationalstaat“ als gegeben an – obwohl man auch das hinterfragen kann und sollte. Dann haben bestimmten Staatswesen sich also um bestimmte Menschen zu kümmern, ihre Rechte zu schützen und zu verteidigen. Welche Personen diesen Schutz genießen, das regelt die Staatsbürgerschaft bzw. die Staatsangehörigkeit.

Im Fall Kurnaz zeigt sich wieder einmal, wie menschenverachtend das Konzept „Staatsanghörigkeit“ ist. Besonders durch die Anwendung des Abstammungsprinzips erscheint dieses (Un)Rechts-Konstrukt nur wie die Gutmenschen-Variante der Rassentheorie.

Der Staat versagte einem Menschen, der hier in dem er geboren und aufgewachsen ist die notwendige Hilfe versagt und lässt ihn fünf Jahre in ausländischen Konzentrationslagern – Entschuldigung, etwas anderes ist Guantanamo in meinen Augen nicht – schmoren, und hinterher ist man sich nicht mal zu schade, dies noch durch die fehlende Staatangehörigkeit zu rechtfertigen.

Der selbe Staat war sich aber anscheinend nicht zu fein, den Folterbrüdern auch noch Hilfe zu leisten. Da fühlte man sich plötzlich zuständig und schickte gleich mal die Elite.

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